Kunstwerk von Christine Neumann

Mit Austernkunst Mäharbeit bezahlen

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Freude über ein gelungenes Kunstprojekt (von links): Bürgermeister Carsten Helfmann, OWK-Naturschutzbeauftragter Jürgen Reinecke und Künstlerin Christine Neumann.

Eppertshausen - Eine Künstlerin aus Ober-Roden mit Botschaft und Bild, ein Bürgermeister in Eppertshausen mit Ideen und ein OWK in lieber Not für sein Feuchtbiotop – wie sich dies zusammenfügen und zu einem guten Ende gelangen kann, beweist eine Geschichte, die in unserer Zeitung ihren Anfang nahm. Von Thomas Meier 

„Austern-Bild soll dem Naturschutz helfen“ lautete die Überschrift am 11. August zu einem Bericht über Christine Neumanns ungewöhnliche Kunst. Die Ober-Röderin, gelernte Heilpraktikerin und von Beruf Sparkassenfachwirtin, kreiert in ihrer Freizeit Bilder mit Tiefgang und Botschaften. Sie malt nicht einfach drauflos, sondern hat etwas mitzuteilen. Und wenn sie etwa im Kempinski bei einem größeren Empfang der Sparkasse leer gegessene Austernschalen entdeckt, dann kann es sein, dass die nicht wie vorbestimmt im Müll landen, sondern für ein Werk mit Mission Verwendung finden.

Lebensmittel sind wertvoll und kommen in aller Regel aus der Natur, die somit ein noch schützenswerteres Gut darstellt. Die Verbindung Austernschale, Kunst und Natur war gegeben, und weil die kreative Bankfachfrau den Erlös aus dem Verkauf ihrer Werke stets einem guten Zweck zukommen lässt, sollte auch ihr Werk „Bild mit Austern“ einen Zweck erfüllen und Geld in den Naturschutz fließen. Über die Offenbach-Post suchte sie nach Interessenten und wurde schnell fündig.

„Ich sah den Artikel in der OP und dachte sofort, das wäre etwas für uns und unseren Odenwaldklub“, sagt Bürgermeister Carsten Helfmann, selbst gelernter Banker, der die Künstlerin auch sogleich anrief. Neumann, die sich ihr Werk zunächst „gut in einem Restaurant“ hatte vorstellen können, war auch vom Standort Rathaus gleich angetan. Denn dort im Sitzungszimmer des Gemeinderates soll es einmal die Wand zieren. Drei Interessenten hatten sich für das Bild bei der Kreativen gemeldet, doch Eppertshausen bekam den Zuschlag, „weil das Bild in der Region bleibt und es einen guten Zweck erfüllt.“

Denn der Erlös fürs Austernbild, 500 Euro, fließt direkt in die Kasse des Odenwaldklubs. Jürgen Reinecke, Naturschutzbeauftragter der Ortsgruppe, freute sich bei der Übergabe, die vor dem Mast mit dem Storchennest am Feuchtbiotop „In den Stöcken“ stattfand. Dieses ein Hektar große Biotop ist seit 1993 ein Projekt des OWK. Nach einer Flurbereinigung bekam er es von der Gemeinde damals überlassen. „Wir pflanzten Obstbäume, haben heute eine schöne Streuobstwiese dort und im Zentrum wurden 400 Büsche gesetzt“, erinnerte Reinecke an die Anfangsarbeiten. 2003 wurde die Nisthilfe für die Störche gesetzt, die zehn Jahre später erstmals von Adebars genutzt werden sollte. Und jährlich machten sich OWK-Mitglieder, meist über 20 an der Zahl, an die umfangreichen Mäharbeiten, die zur Pflege des Biotops nötig waren. Doch seit drei Jahren wurde nicht mehr gemäht, dem OWK fehlt es an Mitgliedern, die Zeit und Kraft haben, die schwere Arbeit zu stemmen.

„Es muss fremde Hilfe eingekauft werden“, verdeutlicht Bürgermeister Helfmann. Dafür diene nun auch der Bildererlös.

Quelle: op-online.de

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