Ladenprojekt mit Behinderten für Grundversorgung

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Im Cap-Markt sorgen Menschen mit Behinderung für frische Produkte in den Regalen.

Eppertshausen/Darmstadt-Dieburg ‐ In einigen Kommunen des Landkreises gibt es in den Ortszentren oder Ortsteilen nur noch wenige oder gar keine Einkaufsangebote mehr. Ein Problem, das in Eppertshausen bereits von der SPD-Fraktion aufgegriffen wurde. Von Thomas Meier

„Mit Eröffnung des Fachmarktzentrums im Gewerbegebiet Park 45 und der einhergehenden Verlagerung der Lebensmittel- sowie Drogeriemärkte dorthin haben sich die Einkaufswege für die Einwohner Eppertshausens deutlich verlängert.“ Die SPD stellte deshalb einen Antrag zur Verbesserung der Einkaufssituation im Ortskern, dies in Verbindung mit der Integration behinderter Menschen. Bei der Ersten Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück stießen die Abgeordneten damit wohl auf offene Ohren, denn sie thematisiert die Problematik kreisweit: „Der Tante-Emma-Laden von früher rechnet sich wirtschaftlich nicht mehr“, resümiert die Vize-Landrätin.

Rosemarie Lück sieht wie Eppertshausens SPD im Konzept der CAP-Märkte Alternativen: „Nachdem ich mich über dieses Konzept informiert und hohen Bedarf ausgemacht habe, sollten wir nun ausloten, wie das Konzept inhaltlich und auch finanziell in unseren Kommunen umzusetzen ist.“

Lück hatte Detlev Blitz eingeladen, den Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderung (Integra). Blitz stellte vor Vertretern aus Kommunen des Landkreises, Trägern von Behindertenwerkstätten und dem Regionalmanagement das CAP-Konzept vor.

CAP-Märkte bieten Außenarbeitsplätze für Menschen mit Behinderung

Unter dem Motto „CAP – der Lebensmittelpunkt“ werden Menschen mit Handicap (daher das Kürzel CAP) beschäftigt, die durch eine Behinderung oder psychische Erkrankung auf dem ersten Arbeitsmarkt sehr viel geringere Chancen haben. „CAP ist somit ein Supermarkt mit integrativem Konzept, der geeignete Arbeitsplätze außerhalb von Werkstätten für behinderte Menschen schafft“, erläuterte Blitz. „In unserem Markt in Höchst im Odenwald sind durchschnittlich mehr als 20 Menschen mit Handicap beschäftigt. Sie füllen Regale auf, verkaufen Wurst und Käse an der Frischwarentheke, bedienen die Kasse und sind im Service unserer Cafés eingesetzt“, berichtete der Geschäftsführer aus der Praxis. Das Sortiment des Höchster Cap-Marktes umfasst nach Angaben von Blitz rund 15.000 verschiedene Produkte, Frischobst und Gemüse. Davon sind etwa 2000 Bio-Produkte.

„Das CAP-Konzept könnte ein wesentlicher Beitrag sein, die wohnortnahe Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs gerade für ältere Menschen sicherzustellen“, zeigen sich die Erste Kreisbeigeordnete und Eppertshausens SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Larem überzeugt. Larem wirbt bereits in seinem Antrag, der zur kommenden Parlamentssitzung in Eppertshausen am 1. Juli behandelt werden soll, für eine eventuelle interkommunale Zusammenarbeit zu diesem Projekt. Das Konzept sehe vor, in zentraler Lage einen größeren CAP-Markt einzurichten und in kleineren Orts- oder Stadtteilen „Satelliten“ anzubieten, die vom größeren Markt mitversorgt würden. Erste Gespräche mit Behinderteneinrichtungen in Dieburg seien in Vorbereitung, so Larem, der jetzt auf Lücks Unterstützung setzt.

Nach den Sommerferien wird sich auf Initiative der Ersten Kreisbeigeordneten eine Projektgruppe im Landratsamt zusammenfinden, um die Möglichkeiten des Sindelfingener CAP-Konzeptes für Kommunen aus dem Kreis zu prüfen. „Aus der Runde gab es schon nach dem ersten Treffen eine ganze Reihe von Interessenten, sie sich an der Arbeit der Projektgruppe beteiligen werden“, verrät die Kreisbeigeordnete.

Quelle: op-online.de

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