Hessisches Landespolizeiorchester

Goldfinger und der Zauberer von Oz bei Frühlingskonzert

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Hohe Konzentration bei den Perkussionisten, denn ein falscher Einsatz von ihnen ist „schlagartig“ zu hören.

Eppertshausen - Geleitet vom neuen Dirigenten Laszlo Szabo ist das hessische Landespolizeiorchester am Wochenende beim Frühlingskonzert in der Eppertshäuser Bürgerhalle aufgetreten. Von Peter Panknin 

Am Abend und in der Nacht zuvor hatte es geschneit, ein eher seltenes Ereignis in diesem Winter. Davon war am Sonntagnachmittag allerdings nichts mehr zu sehen, die Sonne schien und verhalf der Lufttemperatur zu einem gewissen Anstieg. Das Frühlingskonzert in der Bürgerhalle in Eppertshausen konnte also kommen.
Zahlreiche Besucher freuten sich darauf, aber in der Halle war der Frühling noch nicht angekommen. Dunkelgraue Vorhänge umrahmten die Bühne, dunkelblau waren die Uniformen des Polizeiorchesters Hessen. Dafür gab der Beleuchter alles Licht, das er hatte, in die Gesichter der Musiker – und die glänzten um die Wette mit den fein polierten Blasinstrumenten. Richtig strahlend und frühlingshaft wurde es aber, als das Orchester die erste Melodie erklingen ließ.

Gleich nach dem ersten Stück kam auch der offizielle Teil der Veranstaltung, die Begrüßung durch Bürgermeister Carsten Helfmann. Seine Freude war ihm anzumerken, das Landespolizeiorchester Hessen nunmehr zum vierten Mal zum Frühlingskonzert in Eppertshausen begrüßen zu können, diesmal unter der Leitung seines neuen Dirigenten Laszlo Szabo, den Helfmann auf Ungarisch begrüßte. Szabo ist in Ungarn geboren, hat dort ein Musik-Abitur erworben und studierte Klarinette und Saxofon in Deutschland. Seit 2001 spielt er im Landespolizeiorchester Hessen und ist jetzt dessen neuer Dirigent.

Neben dem Anbringen seiner Sprachkenntnisse nutzte Helfmann auch gleich die Gelegenheit, den Erlös aus dem Konzert „Beflügelt ins Jahr 2017“ übergeben zu lassen. Beim Neujahrskonzert im vergangenen Jahr traten Künstler aus Eppertshausen ohne ein Honorar auf, der Eintritt zur Veranstaltung war frei. Stattdessen wurde um Spenden gebeten. So konnten die Hauptorganisatoren der letztjährigen Veranstaltung, die Eheleute Katja und Benedikt Berker, Hans-Dieter Müller sowie Dieter Müller-Herzing insgesamt 2 480 Euro an Spendengelder zusammentragen, die in Form eines Schecks an den Sozialfond der Gemeinde Eppertshausen übergeben wurden. Danach gehörten die Bühne und die Ohren der Gäste ganz dem Orchester aus Wiesbaden.

Strahlende Besucher auf der Kerb in Eppertshausen: Bilder

Bekannte und mitreißende Melodien aus dem Reich der Operetten erfüllten den Saal. Im zweiten Teil des Konzertes wurde es dann kriminell. Ein Potpourri aus bekannten Melodien der berühmten „James Bond Filme“ drang in das Ohr der Zuhörer. Die konzertante Vortragsweise der Musiker milderte etwas die dramatischen Vorgänge um „Goldfinger“ und ähnlicher Bösewichte. Einen Anfangsverdacht, dass das Landespolizeiorchester Hessen vielleicht nicht in der Lage wäre, „übliche“ Blasmusik zu spielen, entkräftete die „Truppe“ auf der Bühne durch eine rassig gespielte Polka. Abgerundet wurden die musikalischen Darbietungen durch Ausflüge in die Filmwelt mit Melodien aus „Der Zauberer von Oz“. Nicht fehlen dürfen bei einem solchen Konzert natürlich Beiträge aus der Welt des Jazz, vom Orchester getragen und von Solisten durch deren Partien mit Glanzlichtern versehen. Das Publikum war begeistert, was es durch reichlichen Beifall zum Ausdruck brachte. Der Forderung nach einer Zugabe wurde stattgegeben, der dann erklingende Radetzky-Marsch riss nicht nur alle mit, sondern auch von den Stühlen.

Carsten Helfmann überreichte dem Dirigenten und der Moderatorin aus dem Orchester je einen Blumenstrauß. Der Erste Beigeordnete der Gemeinde Eppertshausen, Lutz Murmann, unterstützte ihn dabei. Zum Dank gab es vom Orchester eine weitere Zugabe. Mit dem Marsch „Alte Kameraden“ wurde der Nerv der Besucher aufs Beste getroffen, wer stehen konnte, stand auf und begleitete die Musiker durch heftiges Klatschen.

Quelle: op-online.de

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