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Eine besondere Auszeichnung für Eppertshäuser Gemeindebrandinspektor Herbert Müller (rechts): Kreisbeigeordneter Dieter Ehmig überreicht ihm den Landesehrenbrief und hält die Laudatio.

Eppertshausen ‐ „Ich bin völlig überrascht, ich habe wirklich nichts geahnt“, gestand der Eppertshäuser Gemeindebrandinspektor Herbert Müller am vergangenen Samstagabend. Von Jasmin Frank

Ich freue mich aber sehr über diese Auszeichnung und nehme Sie stellvertretend für das ganze Team entgegen“, erklärte er. Vorausgegangen war die Ehrung des engagierten Feuerwehrmannes mit dem Landesehrenbrief, der vom Kreisbeigeordneten Dieter Emig überreicht wurde.

Damit Müller, der auch Leiter des hiesigen Bauhofes ist, nicht vorab schon von der großen Ehre, die ihm zuteil werden sollte, erfuhr, herrschte sowohl bei der Gemeindeverwaltung als auch bei der Feuerwehr die höchste Geheimhaltungsstufe. Sein Bruder Jürgen Müller erzählte, dass mehrere Ausarbeitungen vom Programm des Familienabends im Umlauf waren, in dessen Rahmen die Auszeichnung stattfand, damit der Brandschützer nichts erfuhr: „Es war ein ganz schönes Durcheinander, mit den vielen Papieren, die in verschiedener Ausfertigung vorlagen und prompt hatte ich heute das falsche dabei. Aber jetzt hat ja alles noch gut funktioniert.“

Unfassbare Leistungen in den vergangenen Jahrzehnten

Was Herbert Müller in den vergangenen Jahrzehnten alles geleistet hat, lässt sich kaum kurz zusammenfassen: Er wurde bereits 1975 Mitglied der Einsatzabteilung des Feuerwehrvereins Eppertshausen und ist seit 1977 Gerätewart. Bald wurde er Beisitzer im Vorstand und hatte dieses Amt bis 1999 inne. Danach war er bis 2007 zweiter Vorsitzender des Feuerwehrvereins und ist seit 2007 Vorstandsmitglied. Zusätzlich übt Müller zahlreiche weitere Funktionen im Brand- und Katastrophenschutz aus, so engagiert er sich seit 1985 im ganzen Landkreis als Ausbilder der Maschinisten. Er war stellvertretender Ortsbrandmeister von 1986 bis 1990, stellvertretender Katastrophenschutzzugführer von 1988 bis 2003 und Ortsbrandmeister von 1990 bis 1998. Von 2000 bis 2004 war Herbert Müller stellvertretender Gemeindebrandinspektor und anschließend Gemeindebrandinspektor – ein Amt, das er bis heute ausfüllt. Her ausragend aber war sein Einsatz bei der Hochwasserkatastrophe 2002, als die Elbe über die Ufer trat.

Müller leitete den Hilfseinsatz der Feuerwehren des hiesigen Landkreises in Dessau und koordinierte etwa 70 Personen. Noch heute ist ihm diese Erfahrung in Erinnerung. „Es waren teilweise schon sehr schlimme Bilder, überall lagen Tierkadaver herum. Besonders ergreifend war es, als die Anwohner nach ein paar Tagen für wenige Stunden ihre Häuser betreten durften. Die Menschen waren geschockt und liefen wie in Trance an einem vorbei“, erzählt Müller.

Immer wieder mit dem Tod in Berührung gekommen

Einige furchtbare Momente hat der Feuerwehrmann in seiner langen Laufbahn verkraften müssen, denn immer wieder kommen die Brandschützer mit dem Tod in Berührung. „Seit der Flugzeugkatastrophe von Ramstein gibt es aber für Polizisten und Feuerwehrmänner ein Notfallseelsorgeteam, das wir nach bestimmten Einsätzen alle gemeinsam kontaktieren, damit der Einzelne keine Scheu haben muss, sich dort zu melden“, berichtet Müller. Aber solche Erlebnisse werden aufgewogen, wenn es gelingt, Menschenleben zu retten.

Auch die Arbeit mit dem Nachwuchs motiviert Müller immer wieder neu und so hofft er, dass sich in Zukunft mehr Kinder und Jugendliche für die Freiwillige Feuerwehr interessieren. Vor allem mehr Mädchen könnten mit von der Partie sein. „Meine 15-jährige Tochter Elisabeth ist mit dabei und ist nur eines von drei Mädchen. Da würde Verstärkung schon gut tun“, ergänzt Herbert Müller und gesellt sich nach der Auszeichnung gleich zu seiner Familie, die den engagierten Eppertshäuser oft genug entbehren muss.

Quelle: op-online.de

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