Leberwurst mit Musik

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Gerhard und Gerlinde Groh lassen sich im Pfarrgarten die Schlachtplatten schmecken.

Eppertshausen - (mj) Bauchfleisch, Blutwurst, Leberwurst oder Presskopf – wer es deftig wollte, war an Fronleichnam beim Schlachtfest des Gesangvereins Liederkranz Frohsinn richtig. Bereits zum 28. Mal luden die Sänger zum Schmaus ein, mit dem ein reichhaltiges Unterhaltungsprogramm verbunden war.

Gleich vier Chöre – Sängerbund Eintracht Messel, Volkschor Ober-Roden, AGV Eintracht Münster und Germania Eppertshausen – unterhielten die Gäste, als letzter Punkt folgte der erste Eppertshäuser Spielmannszug. Auch die Kleinen hatte man mit zwei Kinderchören, Schminkangebot sowie Clown „August“ aus Darmstadt nicht vergessen. Wie Vorsitzender Heinz Ries sagte, feiert der Liederkranz Frohsinn in diesem Jahr seinen 130. Geburtstag, was auch am Festprogramm bemerkbar sein solle.

Bedauerlicherweise führte das launische Wetter für die Sänger zu Einnahmeverlusten, denn die vielen Feiertagsausflügler, die man sonst zählt, blieben der Veranstaltung zum Teil fern. Dennoch konnten die Ausrichter auf eine befriedigende Resonanz im Pfarrgarten, wo gleich zwei Zelte Schutz gegen Regen boten, blicken: Unter anderem brachten die auftretenden Gesangsvereine reichlich Anhang mit, zum anderen ließen sich echte Schlachtplattenfans das Angebot nicht wegen ein paar fehlender Sonnenstrahlen entgehen.

Ich esse das einfach gern“, sagt Gerlinde Groh, während ihr Mann Gerhard die Produkte aus der frischen Schlachtung, die der Verein wenige Stunden zuvor mit einem dem Gesangverein angehörenden Metzger durchführte, sogar als Spezialität bezeichnet. „Es schmeckt alles gut“, sind sich die beiden sicher, sie haben die Schlachtplatte gewählt. Für fünf Euro gibt es ein großes Stück Bauchfleisch, Blut- und Leberwurst sowie Sauerkraut. „Es schmeckt ein bisschen wie früher“, meinen sie, deswegen kämen viele gerne hierher.

Dass an den Tischen kaum junge Leute sitzen, wundert die beiden nicht: „Das essen und kennen die Jungen nicht so“, sagen sie dazu und erläutern, dass früher beim Schwein vom Blut bis zur Leber alles verarbeitet wurde. So sei gerade bei Schlachtfestprodukten Wissen und Vertrauen wichtig, wer sie herstellt und was er in die Wurst mischt.

Dass das nicht immer gut geht, hat Groh jüngst in Raibach erfahren. Auch dort waren Produkte aus frischer Schlachtung zu erwerben. „Die Wurst war kaum zu genießen“, urteilt er hart. Auf die Angebote im Pfarrgarten aber lasse man nichts kommen: „Wie das hier gemacht wird, ist es wirklich selten.“ So überlegten die Grohs nach ihrem Mahl, noch etwas von dem Angebot mit nach Hause zu nehmen. Kein Problem: Mit Wurst in Dosen hatten die Veranstalter bestens vorgesorgt.

Quelle: op-online.de

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