Lehrer Eddi sagt Ade zur Aueschule

Münster (kat)- Mit dem Mathe- und Sportlehrer Eduard Schledt, von Kollegen liebevoll „Eddi“ genannt, hat ein Urgestein die Münsterer Schule auf der Aue verlassen. Der 61-Jährige geht zum Schuljahreswechsel in den Ruhestand. 36 Jahre unterrichtete er an der Aueschule.

Seiner südhessischen Heimat hielt Schledt stets die Treue: Der gebürtige Münsterer besuchte die Grundschule in seinem Geburtsort, bevor er zehn Jahre später an die Goetheschule nach Dieburg wechselte, wo er 1969 das Abitur ablegte. Nach seinem Pflichtdienst bei der Bundeswehr studierte er in Frankfurt Mathematik, Sportwissenschaften und Pädagogik.

Sein Referendariat machte Eduard Schledt in Babenhausen. Im August 1976 wechselte der Realschullehrer schließlich an die Schule auf der Aue, wo er nun bis zu seinem Ruhestand unterrichten sollte.

„Denke ich an meine Zeit an der Aueschule zurück, kommen mir besonders die schon verstorbenen Kollegen Günther Ostheimer und Barbara Bittner in den Sinn“, erinnert sich der Lehrer.

Von Ostheimer lernte Schledt viel, Kollegin Bittner saß 25 Jahre im Lehrerzimmer neben ihm. Auch an Irmi Knieriemen, ebenfalls leider schon verstorben, hat er gute Erinnerungen. „Mit ihr zusammen machte ich meine erste Abschlussfahrt.“

Ein akribischer und konsequenter Lehrer

Eines der lustigsten Erlebnisse hatte Eduard Schledt jedoch während des Unterrichts in einer neunten Gymnasialklasse: „Dort bemerkte eine Schülerin erst nach einigen vergeblichen Versuchen, dass sie nicht ihren Taschenrechner bediente, sondern die Fernbedienung ihres Fernsehers“, erzählt Schledt schmunzelnd.

Den Wandel des Lehrerberufs hat der Pädagoge hautnah miterlebt. „Da hat sich über die Jahrzehnte sehr viel verändert. Die Anzahl der problematischen Schüler pro Klasse hat zugenommen, der Papierkram ist auch mehr geworden. Und die Lehrer müssen immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen, die eigentlich in den Elternhäusern stattfinden sollten.“

Eduard Schledt war bis zum Ruhestand ein sehr akribischer und konsequenter Lehrer, der wegen seiner korrekten, präzisen Arbeitsweise von Kollegen und Schülern sehr geschätzt wurde.

Besonders bei den Notenkonferenzen werden seine Ratschläge und Diagnosen fehlen, die oft den Kern des Problems trafen. „Kollege Schledt, Sie werden mir in Zukunft sehr fehlen“, merkte Schulleiterin Behling-Schmidt bei der letzten Zeugniskonferenz wehmütig an.

Vorfreude auf neu gewonnene Freizeit

Blickt Schledt auf seinen Ruhestand voraus, so kommt ihm ein Zitat des Ex-US-Präsidenten Dwight David Eisenhower in den Sinn: „Er sagte, ich kaufe mir erst mal einen Schaukelstuhl, setze ich mich ein halbes Jahr ganz ruhig hinein und dann fange ich intensiv an zu schaukeln. Das werde ich sicher nicht machen, aber feste Pläne oder gar einen Stundenplan habe ich mir wiederum auch nicht gemacht.“

Der ehemalige Lehrer freut sich nun darauf, mehr Zeit mit seiner Frau Ina verbringen zu können: „Die Arme musste oft als mein Blitzableiter herhalten, wenn ich mal wieder mit Frust aus der Schule kam“, gesteht Eduard Schledt. Mehr Zeit für sein großes Hobby Tennis hat er nun ebenfalls, im „Unruhestand“.

Auch Reisen außerhalb der Ferienzeit, zum Beispiel in das Nachbarland Österreich, seien nun endlich wieder möglich. „Außerdem muss ich meiner Rolle als Opa nachkommen“, erzählt Schledt weiter und freut sich. Sein Enkelsohn Lars ist neun Monate alt. Der Münsterer hat zwei Söhne. Sein Sohn Marco ist 37 Jahre alt und Bankkaufmann, der 31-jährige Boris Polizist.

Quelle: op-online.de

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