Im Lesecafé Kontakte knüpfen

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Von sonntags bis freitags in der Zeit von 11 bis 13 Uhr kann jeder der möchte, in Ruhe im Bistro der Pfarrei von St. Sebastian in Eppertshausen eine Tasse Kaffee trinken und sich der Lektüre einer Zeitung widmen.

Eppertshausen ‐ „Und was machst du jetzt noch?“, ist wohl eine Frage, die sich so manche Gottesdienstbesucher nach dem Kirchgang stellen. In Eppertshausen ist die Antwort nicht schwierig, denn das Lesecafé im Haus Sebastian lockt. Von Jasmin Frank

Nicht nur im Anschluss an den Gottesdienst, sondern täglich von sonntags bis freitags in der Zeit von 11 bis 13 Uhr kann jeder der möchte, in Ruhe im Bistro der Pfarrei eine Tasse Kaffee trinken und sich der Lektüre einer Zeitung widmen - und das nun schon seit einem Jahr. „Die Idee kam mir, als ich auf einem Arbeitslosentreff in Dieburg war. Viele Menschen dort konnten sich einfach keine Zeitung kaufen. Das heißt aber nicht, dass die Leute, die hier her kommen, finanziell schwach gestellt sind. Viele machen einfach ihren Vormittagsspaziergang und legen dann bei uns eine Pause ein“, erzählt Pfarrer Harald Christian Röper.

Das bestätigen zahlreiche Gäste gerne, darunter auch Tamara Berninger, die meint: „Für mich spielt der soziale Aspekt eine große Rolle. Ich kann mich hier einfach gut mit anderen austauschen. Wir reden über dies und das und so bin ich immer auf dem neuesten Stand, was bei uns so los ist.“

Kennen uns zum großen Teil untereinander

Auch Angelika Winter hat eine Tageszeitung zu Hause und ist an diesem Mittwoch trotzdem gekommen. „Ich lese hier einfach Zeitschriften, die ich daheim nicht habe. Heute habe ich mal ,Glaube und Leben’ ausgewählt. Ich finde es wichtig, mich zu informieren.“

Dazu liegt in dem kleinen Raum ein vielfältiges Angebot aus. Neben einer regionalen Tageszeitung gibt es „Das Parlament“, „Glaube und Leben“ sowie verschiedene Zeitschriften und Illustrierte. Während die Gemeindesekretärin Kaffee nachschenkt, erläutert der engagierte Pfarrer, der sich gerne zu den Anwesenden dazu gesellt, sein Anliegen. „Wie sollen die Menschen die Zeichen der Zeit erkennen, wenn sie sich darüber nicht informieren können? Hier kann jeder etwas für die Bildung tun, wir bieten sozusagen Kopf-Prophylaxe an“, schmunzelt Röper, der meint, die Kombination aus Lesen und Sozialkontakt halte fit.

Gerade diese Mischung kommt bei den Gästen gut an und so ziehen auch Margarethe Herd und Edda Murmann ihr Fazit: „Es ist einfach schön, nach dem Gottesdienst hier zusammenzukommen. Wir kennen uns ja zum großen Teil untereinander und so halten wir den Kontakt. Wir wollen auf jeden Fall öfter ins Lesecafé kommen!“ Nur eine Frage stellt sich den Anwesenden kurz vor dem Ende des gemütlichen Beisammenseins noch - wohin geht es nun zum Mittagessen?

Quelle: op-online.de

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