Günter Fanghänel hat seinen fünften Krimi veröffentlicht: „Der Tote in der Dreieichbahn“

Lutz Waski ermittelt erneut in Eppertshausen

Günter Fanghänel hat seinen fünften Kriminalroman veröffentlicht. „Der Tote in der Dreieichbahn“ ist der zweite, der in Eppertshausen spielt.
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Günter Fanghänel hat seinen fünften Kriminalroman veröffentlicht. „Der Tote in der Dreieichbahn“ ist der zweite, der in Eppertshausen spielt.

Eppertshausen – Mit 85 Jahren der fünfte Krimi: Das ist die literarische Marke, die Günter Fanghänel in diesen Tagen erreicht hat. Der Eppertshäuser, vor seiner Pension als Professor der Mathematik-Didaktik tätig, hat in den vergangenen Monaten wieder Worte statt Zahlen sprechen lassen und nicht nur seine fünfte spannende Geschichte um Hauptkommissar Lutz Waski veröffentlicht, sondern sie zum zweiten Mal auch in Eppertshausen spielen lassen.

Den Lokalbezug verrät wie beim vierten Buch („Die Tote im Abteiwald“) auch diesmal schon der Titel: „Der Tote in der Dreieichbahn“ (erschienen bei Books on Demand, 9,80 Euro, ISBN-13: 9783739249032).

Eben jene Bahn, die Fanghänel in natura auch für sein Buchcover fotografiert hat („Das ist von den Bildrechten her am einfachsten“), bleibt im 232 Seiten umfassenden Werk kurz vor Eppertshausen stehen. Schauriger Grund: Der Zugführer ist tot. Eine zweite Leiche folgt ein paar Tage später, schließlich verknüpfen sich die Ermittlungen auch noch mit einem Überfall auf einen Geldtransporter vor 20 Jahren. Überdies hat Fanghänel eine alte Stasi-Geschichte in die Story eingebaut, deren genauer Hergang hier natürlich nicht verraten werden soll.

So viel sei aber trotzdem schon gesagt: Wie bei „Die Tote im Abteiwald“, die Fanghänel im Frühjahr 2019 (ebenfalls über den Selbstverlag BoD) auf den Markt und seither rund 100 Exemplare an den Leser gebracht hat, sind die regionalen Schauplätze vertraut. Neben Eppertshausen, wohin im ersten Lokal-Krimi auch die Hauptfigur gezogen war, spielen sich Szenen unter anderem in Altheim und Darmstadt ab. Straßennamen hat der Autor zwar erneut verfremdet, dennoch entsteht mancher Schauplatz wieder vor dem inneren Auge.

Inhaltlich arbeitete Günter Fanghänel weiter daran, nicht nur eine spannende Kriminalgeschichte zu erzählen. „Ich habe auch wieder versucht, meine Figur zu entwickeln.“ Kommissar Waski, der im jüngsten Buch nach Eppertshausen gezogen war, hat inzwischen geheiratet und ist Vater geworden. Besonders treuen Lesern der Fanghänel-Krimis ist er schon aus den ersten Büchern bekannt, die noch nicht in der Gemeinde mit dem Storch spielten.

Seit Anfang 2020 hat der vor 15 Jahren zugezogene Eppertshäuser, der aus Thüringen stammt, an „Der Tote aus der Dreieichbahn“ gearbeitet. „Der Zug kommt im Buch am 23. August zum Stehen – exakt auf die Fertigstellung an diesem Tag habe ich hingeschrieben“, lächelt Fanghänel. Und hat es pünktlich fertig bekommen. Nachdem insbesondere seine Frau Korrektur gelesen und Books on Demand seinen Beitrag (etwa durch die Vergabe der ISBN-Nummer, dank dieser der neue Eppertshausen-Krimi in den meisten Buchhandlungen bestellt werden kann) geleistet hat, ist das Buch seit Ende Oktober raus. Der kreative Prozess der vergangenen Monate erlaubte es ihm auch, brandaktuelle Corona-Bezüge herzustellen.

Und nun? Fanghänel wird erst einmal seltener am Schreibtisch sitzen, womöglich wieder mehr in den Krimis anderer Autoren schmökern. „Vielleicht ist es mein letztes Buch“, blickt er ob seines Alters voraus. Doch wer ihn – oft ein wenig verschmitzt – über sein schriftstellerisches Hobby, das so wenig mit seiner früheren Zahlenwelt zu tun hat, erzählen hört, der kann sich gut vorstellen: Da schlummern noch einige Ideen für Krimimalfälle im Eppertshäuser, die Kommissar Lutz Waski lösen könnte.

Von Jens Dörr

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