Eppertshäuser Hundeschule

Märchenhafter Ausflug für Spürnasen

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Eine alte, hungernde Frau wartete an der ersten Station und wurde von den Hundehaltern mit Lebkuchen und Getränken versorgt, wobei sie nichts verschütten durften, die Vierbeiner mithin lieb sein sollten.

Eppertshausen - Lautes Gebell schallte über den Parkplatz am Waldfriedhof, freudiges Schwanzwedeln und aufgeregtes Zerren an den Leinen untermalte die Szene.

Eine freudige Begrüßung unter den Vierbeinern spielte sich ab, es wurde geschnuppert, das Gegenüber einsortiert und aufgeregt Zeichen gegeben. Hunde aller Größen, vom kleinen, vorwitzigen Terrier bis hin zum 55 Kilo schweren Neufundländer, machten sich untereinander bekannt. Auch die Zweibeiner waren allesamt mit guter Laune und dem Wetter entsprechend mit dicken Sachen und festem Schuhwerk ausgerüstet.

Zehn Vierbeiner plus die dazugehörigen (zweibeinigen) Herrchen und Frauchen hatten sich zur eindrucksvollen „AdvenTour“, eingefunden, die eine moderne Fassung des Märchens „Sterntaler“ beinhaltete. Veranstalter dieses besonderen Hundeausfluges war die Eppertshäuser Hundeschule Wolf-Inside, deren Leiterin Gabriele Holz den Spaziergang initiiert hatte und anführte. Der Spaß und das Miteinander abseits des Hundeschulalltags standen dabei im Vordergrund.

Die Idee des unvergesslichen Freiluft-Abenteuers für die ganze Familie mit Hund stammt von „Easy Dogs“, einer Schule für artgerechte Hundeerziehung aus Herzogenaurach in Mittelfranken, und findet nur in ausgesuchten Mitgliedsschulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz statt. Oberstes Gebot hier ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit kollegialer Hundetrainer und ein tierfreundliches, gewaltfreies Miteinander.

Das Märchen nimmt seinen Lauf

„Ich wurde vor der Veranstaltung von Easy Dogs auf Herz und Nieren überprüft, ob ich die Veranstaltung nach den Kooperationsregeln durchführen kann“, erzählte Holz, die ihre zweijährige Ausbildung beim Institut für Tierheilkunde in Viernheim machte und die zweitägige Prüfung in Praxis, Theorie und Ausdrucksverhalten als Prüfungsbeste abgelegte. Zusätzlich besuchte sie einen Zertifikats-Lehrgang der IHK und machte eine Ausbildung zur Hundephysiotherapeutin beim Institut für Tierheilkunde. Seit knapp drei Jahren arbeitet Holz im Berufsverband für Tierheilpraktiker, Tierphysiotherapeuten und Tierverhaltenstherapeuten als Ausbildungsratsvorsitzende mit.

Nach einer kurzen Begrüßung und der Einleitung der Sterntaler Geschichte machte sich die Gruppe auf in den Wald, wo das Märchen seinen Lauf nahm. „Vier Stationen warten auf die Teilnehmer, an denen der Hund in die Geschichte integriert wird und die Begleiter mit ihnen jeweils eine kleine Aufgabe erfüllen müssen“, erklärte Holz. Im Vorfeld hatte die ganze Familie mit Ehemann, Kindern und deren Freunden mit Hand angelegt und im Wald die verschiedenen Stationen vorbereitet. Im Unterholz platzierte Pakete mit Richtungspfeilen wiesen den Teilnehmern den Weg.

Am ersten Halt erwartete die Hundeausführer eine „alte Frau“. Sie hatte seit Tagen nichts gegessen und musste von den Teilnehmern mit Essen und einem heißen Getränk versorgt werden. Ziel dieser Aufgabe war es, die Übergabe der Lebensmittel an die alte Frau ohne Ablenkung oder etwas zu verschütten zu absolvieren. „Dabei ist es unerheblich ob der Hund an der Leine mitläuft oder er im Kommando Platz abgesetzt wird und wartet“, erklärte Holz. Bis auf einen kleinen Verschütter konnten alle Teilnehmer die Aufgabe erfüllen und sich etwas an den Lebkuchen und Kaffee oder Punsch stärken.

Kurioser Zauberer

Weiter ging es zur zweiten Aufgabe, bei der ein Räuber im Wald auf fette Beute lauerte. Jedem Zweibeiner wurde etwas stiebitzt und im Gebüsch versteckt. Dieses Diebesgut sollten nun die Spürnasen der Hunde wieder erschnüffeln. Lecker riechende Würstchen brachten die Meute auf die rechte Spur.

An der dritten Station wartete ein kurioser Zauberer, der seinen Trick vermasselte und Kleidungsstücke von den Teilnehmern durcheinanderbrachte. Diese landeten alle auf einem bunten Haufen und die Hunde mussten auch hier das richtige Accessoire ihres Besitzers heraus schnüffeln. Der vierte und letzte Stopp beinhaltete ein Zielscheiben-Spiel, bei dem die Hunde auf dem Boden liegende Sterntaler mit der Pfote – aber erst nach nach Aufforderung – berühren sollten.

Glücklich und zufrieden kehrten die Teilnehmer nach rund zweieinhalb Stunden an den Treffpunkt Parkplatz zurück. „Es verlief sehr gut“, sagte Holz, „vor allem wenn man bedenkt, dass diese Gruppe sich untereinander nicht kannte“.

Da wird es beim zweiten Spaziergang, der am Sonntag, 1. Dezember, stattfindet, etwas anders. Die für den Termin angemeldeten Teilnehmer sind alle Mitglieder der Hundeschule Wolf Inside. Und fürs kommende Jahr ist ein neuer Abenteuerspaziergang in Planung, „dann wird es vermutlich ein Krimi werden“, verriet Holz.

völ

Quelle: op-online.de

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