Halle für „Mai-Fire“ fast zu klein

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Die Jugend genoss den etwas anderen Tanz in den Mai.

Eppertshausen - Es ist kurz vor halb zwölf am Vorabend des 1. Mai: Vor der Bürgerhalle stehen Dutzende junger Leute in langer Schlange. Doch Geduld ist angesagt, wie aus den Worten des Feuerwehrvereinsvorsitzenden Jürgen Müller an die Security hervorgeht. Von Michael Just

„Wir sind voll. Im Moment können wir keinen mehr reinlassen.“ Mai-Feiern gibt es viele, doch wie es scheint, wohl nur ein(e) „Mai-Fire“. Dabei zeigt sich nicht nur die Schreibweise als Anspielung auf die Feuerwehr als ungewöhnlich, sondern auch der beinahe phänomenale Zuspruch. Über 600 Personen kamen, um zu den modernen Rhythmen von DJ „DoppelMerz“ in den Mai zu feiern. Hatte man im letzten Jahr noch die Münsterer „Hinnergasse Buwe“ neben der Cocktailbar als Höhepunkt, entschied man sich dieses Jahr für eine Laser-Show.

Mit ihrem modernen Tanz in den Mai scheinen die Eppertshäuser Blauröcke einen echten Volltreffer gelandet zu haben. Schon 2012 bei der Premiere war der Eindruck nicht zu leugnen, dass hier eine Marktlücke gefüllt wird. Damals wurden die Organisatoren mit 500 Besuchern regelrecht überrannt. So reichten die Getränke nicht und es musste Nachschub geholt werden. Dieses Jahr war man besser gerüstet. Dafür standen nicht zuletzt die 80 Helfer in ihren neuen gelben Shirts Gewehr bei Fuß. Mit der Aufschrift „Mai-Fire“ und einer roten Flamme, die verheißt, dass hier die Party-Luft brennt, wurde Identität erzeugt.

Traditionelle Feiern zogen nicht mehr 

Eigentlich entstand die Veranstaltung aus einer Notlage, weil die traditionellen Feiern der örtlichen Wehr, wie der Familienabend, kaum noch Publikum anzog. Etwas Neues musste her. Dem Vorschlag der Jüngeren wurde stattgegeben, dass eine Disco-Party mit gemischter Musik für alle Generationen die beste Lösung ist.

Mit der Vermutung lag der Feuerwehr-Nachwuchs goldrichtig. Im zweiten Jahr ist die Bürgerhalle bereits an ihre Grenzen gelangt. Zwar waren am Dienstagabend auch ein paar Mittvierziger und sogar Mittfünfziger da, das Gros des Publikums machte in erster Linie aber das „junge Gemüse“ um die zwanzig aus. Es genoss sichtlich die Stimmung, die zwischen Disco, Mallorca-Party und Settches-Ball ohne Verkleidung rangierte.

Für alle unter 18 galt es, um Mitternacht die Halle zu verlassen. Die jungen Besucher lobten vor allem, dass die Sache keinen Eintritt kostet. „Ich war im letzten Jahr auch schon da und es hat mir gut gefallen“, sagt Annika (17) aus Eppertshausen. Luisa (18) aus Klein-Zimmern findet die Location gut, dazu treffe man viele Bekannte aus der Schule.

Reinigen bis in die Morgenstunden

Für die Feuerwehrmitglieder galt es im Anschluss der Party, noch die Halle bis in die Morgenstunden zu reinigen. Für viele Helfer war die Nacht damit ziemlich kurz. „Ich habe gerademal zwei Stunden geschlafen“, sagt Jürgen Müller, der am nächsten Tag um die Mittagszeit schon wieder beim Maifest der Germania sitzt. „Es hat Spaß gemacht, auch weil das Publikum entspannt war“, ergänzt er.

Damit meint er, dass es keine größeren Probleme gab. Das war im letzten Jahr anders, als ein paar Jugendliche Flaschen vor der Halle zerdepperten. Für die Zukunft sieht er nur ein Problem: „Wir brauchen eine größere Halle.“

Quelle: op-online.de

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