Mandolinenklang mit Perspektive

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Zum zweiten Mal trat in diesem Jahr das Mandolinenorchester des OWK zu einem Benefizkonzert an.

Eppertshausen (mj) - „Wir haben schon immer versucht, den Benefizgedanken bei uns einzubauen“, sagt Norbert Anton für das Mandolinenorchester des Odenwaldklubs (OWK), bei dem er den Kontrabass spielt.

In diesem Jahr blickt der Vorsitzende mit seinen Musikern bereits auf zwei Benefizkonzerte innerhalb kürzester Zeit zurück: eines vor wenigen Monaten zugunsten der Erdbeben- und Tsunami-Opfer in Japan, das andere jetzt für den Sozialfond Eppertshausen. Mit einem vorweihnachtlichen Konzert in der katholischen Kirche waren bei freiem Eintritt Spenden für den guten Zweck erwünscht.

Mit dem Sozialfonds, der unter der Obhut der beiden lokalen Pfarrer und des Bürgermeisters steht, werden finanziell benachteiligte Kinder unbürokratisch unterstützt, etwa bei Klassenfahrten oder Freizeiten. „Wir waren der Meinung, dass dazu viele in der Kommune beitragen sollten. Deshalb wollten auch wir etwas machen“, so Anton. Die Idee zu diesem Konzert war schon länger gereift, wie die intensive Vorbereitungszeit von über einem Jahr zeigt. Bei dem über hundertminütigen Programm brachten sich das Jugend- und das Mandolinenorchester sowie noch ein Gesangs-Ensemble ein. Um ideal vorbereitet zu sein, bestritten die Mandolinenspieler sogar ein langes Übungswochenende im Spessart. Das hatte auch die Komponente, jungen Spielern Berührungsängste für ein gutes Zusammenwachsen zu nehmen. Vor allem über die Nachwuchsspieler ist der OWK-Vorsitzende derzeit voll des Lobes: „Das Jugendorchester bildet eine vorbildliche Einheit und spielt auf einem äußerst hohen Niveau“. Einen nicht geringen Mitverdienst schreibt er dafür Dirigentin Katja Berker zu.

Mit einem prima aufgestellten Jugendorchester sieht Anton auch die Perspektiven für das bis zu 28-Köpfe umfassende Hauptorchester als gut. „Wir wissen, von unten kommt was nach“, sagt er hinsichtlich der Lücken, die junge Erwachsene durch ihre berufliche Neuausrichtung immer wieder reißen. Das mache Hoffnung, dass das Orchester sein Hundertjähriges erlebt. Auch wenn 2013 erstmal das 90-jährige Jubiläum ansteht, schaut Anton bereits in die nächste Dekade – ein Blick, den er als verantwortungsvoller Vorsitzender durchaus anstellen muss. Das Fazit über den Stand der Gegenwart fällt durchweg positiv aus: „90 Jahre Mandolinenorchester auf einem fast durchweg hohen Niveau sind schon was.“

Von dem hohen Niveau konnten sich die 200 Besucher am Samstag ein Bild machen. Es begann das Jugendorchester mit vier Stücken. Den anfänglichen Schwerpunkt auf Filmmusik hielt auch das Mandolinenorchester bei. Ein besonderer Ohrenschmaus: Die gezupfte Version zu „Fluch der Karibik“, „Gladiator“ oder „Mission Impossible“ von dem deutschen Hollywood-Komponisten Hans Zimmer. Mit dem „Earth Song“ von Michael Jackson wurde deutlich, dass man viele neue und zugleich komplizierte Stücke vortragen wird, an denen man sich in der Vorbereitung fast die Zähne ausgebissen hatte.

Nach dem Auftritt des Gesangs-Ensemble wurde es dann vorweihnachtlich, als das Mandolinenorchester unter anderem „Ave Maria“ von Franz Schubert oder Stücke aus Südamerika anstimmte. So war den passionierten Musikern ein großer Schlussapp-laus mit ihrem Dirigenten Claus Murmann sicher. Für sie war der Abend danach aber nicht zu Ende: Ihre Weihnachtsfeier bescherte ihnen noch einen besinnlichen und runden Abschluss des Konzerts.

Quelle: op-online.de

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