Orchester feiert 90-jähriges Bestehen

Mit Mandolinenklang die Jugend bezirzen

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Orchester im OWK besteht seit 90 Jahren und fühlt sich gewappnet für die Zukunft. Zum 90. Geburtstag lud das Mandolinenorchester des OWK zum Jubiläumskonzert in die Bürgerhalle.

Eppertshausen - „Ein bodenständiges Orchester, das nie Allüren hat und stets versucht das umzusetzen, was es auch kann“ – so umschreibt Norbert Anton, Vorsitzender des Odenwaldklubs, das Mandolinenorchester seines Vereins. Von Michael Just 

Der Eppertshäuser muss es wissen, schließlich gehört er dem Ensemble selbst schon seit 45 Jahren an. In diesem Jahr blickt das Orchester auf sein 90-jähriges Bestehen zurück, was mit einem Jubiläumskonzert in der Bürgerhalle gefeiert wurde. Neben dem Haupt- und dem Jugendorchester trat zudem der Jugendchor des Gesangvereins Liederkranz Zellhausen auf. Ihm steht die Leiterin des Jugendorchesters, Katja Berker, ebenfalls vor.

Die jungen Sänger stellten zur Instrumentalmusik eine gelungene Abwechslung für die rund 250 Zuhörer dar. Im ersten Teil traten sie alleine und mit dem Jugendorchester auf, das fulminante Finale des Abends gestaltete das Hauptorchester mit dem Chor. Hier verabschiedete man die Zuschauer bewegt mit „My Heart Will Go On“ sowie dem melancholisch-beschwingten Stück „Chim Chim Cher-ee“ aus dem Musicalfilm Mary Poppins. Die Moderation des Abends oblag Verena Viertl.

Tradition des Mandolinenspiels

Die Stücke der beiden Orchester hatte der Musikausschuss gewählt. Bis auf die Klassiker waren viele neue Arrangements dabei, so dass Claus Murmann, Leiter des Hauptorchesters, sowie Katja Berker, Leiterin des Jugendorchesters, fast ein Jahr Vorbereitungszeit für das Jubiläumskonzert investierten. Die klassischen Stücke, wie Concert Ouverture, „Ein Hoch der Zupfmusik“, ein Frühlingsständchen oder „Waka Mono Tachi“, ein japanisches Volkslied, bestimmten den ersten Teil. Nach der Pause griffen die Musiker dann die Moderne auf, etwa mit Filmmusik aus James Bond oder der Pop-Hymne „Music was my first love“ von John Miles. Mit seinem zweistündigen Jubiläumskonzert zeigte der OWK, wie wichtig ihm die Tradition des Mandolinenspiels ist. Heute wird das Instrument nur noch in wenigen Vereinen, darunter auch in Eppertshausen, hochgehalten. „Früher hatte jeder Wanderverein seine Musikabteilung, bei der die Mandoline dazu gehörte. Da existierten dreimal so viele Orchester“, weiß Dirigent Claus Murmann, der seit 18 Jahren dem großen Orchester vorsteht. Jetzt schrumpfte die Zahl immer mehr und in der Region wird nur noch in Münster, Dudenhofen, Neu-Isenburg, Langen, Eberstadt, Kahl oder Obernau gezupft.

„Die Individualisierung der Gesellschaft lässt das Gruppenspiel in den Hintergrund treten“, erläutert Murmann. In Eppertshausen zählt das Hauptorchester derzeit 28 Mitglieder, wobei die Zahl der Mandolinen- gegenüber den Gitarrenspielern überwiegt. „Angesichts der schwieriger werdenden Voraussetzungen sind wir zufrieden“, sagt der Leiter. Auch das Jugendorchester weist über 20 Mitglieder auf. Murmann hofft, dass sich beim nächsten Anfängerkurs wieder neue Mandolinenspieler für den Verein finden. Das wünscht sich auch OWK-Vorsitzender und Orchestermitglied Norbert Anton: „Wir haben immer noch eigene Ausbilder, die die Jugend heranziehen. Das ist nicht überall so“, hebt er heraus und erklärt, dass man mit besonders behutsamen Konzepten vorgeht. Insgesamt ist für ihn das Gewinnen neuer Musiker genauso wichtig wie die Mitgliederpflege. „Die Kunst ist es, Menschen langfristig an einen Verein zu binden. Dass man jemanden verprellt, geht sehr schnell“, sagt Anton. Obwohl man derzeit um jede Stimme kämpfen muss, ist er optimistisch, dass es gelingt, die Mitglieder auch künftig langfristig an den Verein zu binden.

Quelle: op-online.de

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