Frühstück geriet Musikern zur Herausforderung

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65 Mitglieder des OWK Mandolinenorchesters begaben sich auf große Englandfahrt.

Eppertshausen - „Es sind die Landschaft, die Gärten, die Geschichte, aber es ist auch die Tradition“, schwärmt der Vorsitzende des OWK, Norbert Anton, von Großbritannien.

Den Musikern des Madolinenorchesters gefällt es dort, weshalb sie zu ihrer dritten Englandfahrt aufgebrochen waren. Acht Tage waren für die Rundreise mit dem Doppeldeckerbus angesetzt. Mit 65 Musikern des Haupt- und des Jugendorchesters sowie deren Anhang ging es mit der Fähre über den Kanal, wo schon bald die Kreidefelsen der Südküste in der Mittagssonne leuchteten. Zusammen mit einem erfahrenen Team hatte Katja Berker ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, das von allen Mitfahrern viel abverlangen sollte.

„Für die, die zum ersten Mal die Insel besuchten, war das englische Frühstück mit Würstchen, Bohnen und warmen Tomaten eine ernste Herausforderung“, bilanziert Norbert Anton. Der mondäne Badeort Brighton gehörte wie Southampton mit seinem Maritim Museum und der legendären „Victory“, auf der Lord Nelson bei der Schlacht von Trafalgar fiel, zum Programm der ersten Tage. In Bournemouth war das erste Konzert in einer Kirche angesetzt. Um die musikalischen Auftritte hatte sich der Eppertshäuser Charles Ross und dessen Verwandte auf der Insel gekümmert. Waren die Blicke des Pfarrers und seiner Gemeinde zuerst skeptisch, wichen die nach dem ersten Musikstück. Zum Abschluss lud der Geistliche nicht nur zu einem kleinen Umtrunk, sondern auch das Orchester zur baldigen Wiederkehr in seine Gemeinde ein.

Der berühmte Steinkreis von Stonehenge fiel sprichwörtlich ins Wasser: Als es Bindfäden regnete, sagte man die Besichtigung ab, auch weil nicht wenige Mitfahrer Stonehenge schon einmal gesehen hatten. Dafür war dann mehr Zeit für den höchsten Kirchturm Englands in Salisbury. Im berühmten Kurort Bath, wo schon die Römer badeten, hätten es viele Eppertshäuser noch länger ausgehalten.

Dann wartete die Hauptstadt Englands mit ihren Reizen und ihren Reizüberflutungen. Für viele war London mit einer Hatz durch die City verbunden, wozu die gewaltige Masse an Sehenswürdigkeiten, der sprudelnde Verkehr oder die überwältigende Flut an Informationen der Stadtführerin beitrug. In der Metropole gaben die Musiker dann in der St. Bede’s Catholic Church ihr zweites Konzert, das beim Publikum begeistert aufgenommen wurde. Nach einem Tag zur freien Verfügung folgte ein Besuch im Lustschloss Leeds Castle, das für seine schwarzen Schwänen und den großen Landschaftspark bekannt ist. In Canterbury fand der letzte Stopp auf der Insel statt. Damit war der Entdeckergeist der Mandolinenspieler aber noch lange nicht gestillt: Die alte belgische Handelsstadt Gent und der Kaiserdom in Aachen wurden in den Rückweg eingebaut, bevor die Gruppe, die von drei bis 60 Jahren reichte, wieder in Eppertshausen einlief.

Für Anton war die Englandreise mehr als ein Trip: Einerseits sieht er sie als Beweis für die erfolgreiche Arbeit im Verein, andererseits als wichtige Maßnahme, Identifikation mit dem Orchester zu schaffen und die Mitglieder langfristig an den Verein zu binden.

(mj)

Quelle: op-online.de

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