Manfred Hechler will Partei zu alter Stärke verhelfen

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Regelmäßig studiert Manfred Hechler die hiesigen Wanderrouten.

Eppertshausen ‐  Über 30 Jahre lang waren die politischen Verhältnisse in Eppertshausen sehr knapp, SPD und CDU lagen in der Gunst der Wähler immer dicht beieinander. Das hat sich vor einiger Zeit geändert, die Union regiert mit absoluter Mehrheit im Rathaus. Von Jasmin Frank

Was des einen Freud, ist des anderen Leid und deshalb will Manfred Hechler, neuer Vorstand der Eppertshäuser Sozialdemokraten, sein Bestes tun, um seiner Partei wieder zu alter Stärke zu verhelfen.

Doch geplant war das eigentlich nicht. Zwar ist der begeisterte Wanderer schon seit etwa 20 Jahren in der Gemeindevertretung, hat aber an sich nie eine hervorgehobene Stellung in seiner Partei angestrebt: „Ich genieße seit meiner Pensionierung meine Freizeit ungemein. Ich habe viele Interessen und wollte neben meiner Arbeit im Vorstand des Gesamt-Odenwaldklubs und der Fraktion nicht noch ein Amt einnehmen“, erzählt der gebürtige Ueberauer. Aber es kam anders und Hechler wurde im April diesen Jahres spontan und einstimmig gewählt.

Öffentlichkeitsarbeit soll verbessert werden

Nun gibt es viel zu tun und als erstes soll die Öffentlichkeitsarbeit verbessert werden. So stehen neben zahlreichen bekannten Veranstaltungen wie dem Behindertenmaskenball, dem Heringsessen und dem Jazzfrühschoppen mit Flohmarkt auch Neuerungen auf dem Programm, beispielsweise wird politisches Kabarett nach Eppertshausen importiert. Damit soll nicht nur die Partei bekannter werden, sondern die Bürger sollen zum Nachdenken angeregt werden: „Mir ist es wichtig, dass den Menschen klar wird, welche Rechte sie haben und wie viel sie mitbestimmen können. Die Leute sollten sich immer über Politik informieren, nicht nur vor der Wahl, auch sonst. Und natürlich auch bei uns in Eppertshausen. Die meisten Leute horchen doch erst auf, wenn es an ihr Portemonnaie geht“, sagt Hechler.

Seine Arbeit beim Odenwaldklub, für den er als Referent für Naturschutz aktiv ist, spiegelt sich auch in seinen politischen Ansichten nieder, denn Umweltschutz steht für ihn ganz oben auf der Agenda. Zugleich arbeitet er am liebsten im Team und deshalb hat er gemeinsam mit Freunden schon vor Jahren die Einrichtung der Biotope rund um die Gemeinde und die Amphibienübersetzaktionen mit ins Leben gerufen.

Ortskernsanierung ein dringendes Anliegen

Auch seine Wanderleidenschaft, der er am liebsten in der Rhön nachgeht, wenn die Bergwiesen blühen, lässt ihn den Heimatort mit anderen Augen sehen: „Der Kreiswandertag war in Eppertshausen viel schlechter besucht als anderswo. Denn wenn man den Ort nur von der Durchfahrt sieht, glaubt man gar nicht, dass es hier richtig schön sein kann“, legt er seine Sicht der Dinge dar.

Nicht zuletzt wegen dieser Erfahrung ist ihm die Ortskernsanierung ein dringendes Anliegen. Als Vorbilder dienen ihm Altheim und Ueberau. Zudem findet er, dass der Staat in diesem Bereich mehr Förderprogramme auflegen müsse und dass in einem Ort wie Eppertshausen nicht immer weiter in die Fläche gebaut werden solle, um eine Zersiedelung zu vermeiden. Erst einmal sollten seiner Meinung nach die Areale im Ort genutzt werden.

Wandern und malen mit Ehefrau Marianne

Neben all diesem tatkräftigen Engagement, zu dem auch Ausstellungen zum Thema Naturschutz gehören, bleibt dem Familienvater, der mittlerweile auch schon zweifacher Großvater ist, aber noch genug Zeit für seine Hobbys: Neben dem Wandern malt er gemeinsam mit seiner Frau Marianne impressionistische Bilder, die von Landschaftsansichten bis hin zu Blumendarstellungen und Stillleben reichen. Dabei verwendet das musische Paar verschiedenste Techniken wie Öl, Aquarellfarben und Acryl. Und wenn dann noch Zeit ist, verbringt der SPD-Mann sie mit seinen Enkeln oder bei einem fröhlichen Abend in geselliger Runde.

Quelle: op-online.de

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