Es mangelt an Raum für Betreuung

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Selbst wenn nur ein Teil der Kinder da ist, wird der Spielebereich schon reichlich eng.

Eppertshausen - Gleich zwei Fragebögen flatterten in den vergangenen Tagen in die Briefkästen Eppertshäuser Eltern: Einer befasste sich mit der Ferienfreizeit während der Sommerferien und einer hatte das Thema Betreuungssituation von Grundschülern zum Inhalt. Von Jasmin Frank

Die berufliche Belastung der Eltern voraussetzend, könnte davon ausgegangen werden, dass letztere Befragung für die Betroffenen von höherer Priorität sei als das Thema Ferienfreizeit. Doch weit gefehlt: Nur 19 Prozent beteiligten sich daran, während die Ferienfreizeit über 30 Prozent der Eltern zum Mitmachen motivierten.

Von 39 Teilnehmern fanden nur sieben das Betreuungsangebot als nicht ausreichend. Sie bemängelten, dass die Betreuende Grundschule nur vier der zwölf Ferienwochen abdecke und dass der Hort zu teuer sei. Ihre Anregung: die Betreuungszeiten von 6 Uhr morgens bis 18.30 Uhr abends auszudehnen.

Doch auch wenn die Situation in den Fragebögen als recht zufriedenstellend geschildert wurde, stellt sie sich in der Realität ganz anders dar, wie Bürgermeister Carsten Helfmann in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Sport-, Kultur-, Jugend- und Seniorenausschusses schilderte: „Abgesehen von der kostenfreien Hausaufgabenbetreuung der katholischen Kirche haben wir noch zwei weitere tägliche Betreuungsangebote, die jedoch kostenpflichtig sind: den Hort und die Betreuende Grundschule. Insgesamt stehen in den beiden Einrichtungen 60 Plätze zur Verfügung, wir haben aber über 200 Grundschulkinder.“ Deshalb seien auch die Wartelisten schon gut bestückt, auf einen Platz in der Betreuenden Grundschule bewerben sich derzeit sechs Kinder.

Situation in Eppertshausen spitzt sich noch weiter zu

„Ich kann leider keine Entwarnung geben, denn im nächsten Schuljahr wird sich die Situation weiter zuspitzen: Nur vier Kinder werden wegen des Schulwechsels weggehen, aber wir haben schon 17 Neuanmeldungen und der größte Schwung kommt erst noch“, führte die Vorsitzende des die Betreuung betreibenden Fördervereins der Stephan-Gruber-Schule, Bettina Waldmann, aus. Düstere Visionen also für die kleine Gemeinde, die sich als besonders familienfreundlich versteht und unter diesem Motto auch zahlreiche Neubürger für die Neubaugebiete gewinnen konnte.

„Wir wollen auf jeden Fall etwas unternehmen, allerdings müssen wir erst den Abschluss der Baumaßnahmen an der Grundschule abwarten. Denn mehr Kinder aufzunehmen heißt nicht nur, mehr Personal zu beschäftigen, sondern es heißt auch, mehr Platz zu haben. Und der ist jetzt schon knapp“, so Bürgermeister Helfmann.

Derzeit kann zwar zu bestimmten Zeiten in einen benachbarten Raum ausgewichen werden, um dort die Hausaufgaben zu erledigen, doch ob das so bleibt, ist noch nicht abgesichert. Die Kinder genießen es jedoch, Ruhe und Platz zu haben. So meinen Hassan Can und Larissa: „Wenn wir alle in einem einzigen Zimmer sind, ist es laut und unruhig, da können wir uns gar nicht konzentrieren.“

Eltern stehen Schlange für die U2-Betreuung

Der Förderverein verhandelt derzeit mit Schule und Landkreis über weitere Räume und will, sollten diese sicher zugesagt werden, das Angebot auf mehr Kinder ausweiten. „Die Gemeinde ist finanziell an der Betreuung beteiligt. Deshalb setzen wir unseren Fokus auf den Förderverein, denn dieser kann durch das ehrenamtliche Engagement des Trägers kostengünstiger arbeiten, als der Hort“, so der Verwaltungschef.

Doch noch ein weiterer Aspekt spielt eine Rolle: Von 2013 an haben Kinder ab dem Alter von sechs Monaten einen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte, und auch dafür werden Räumlichkeiten benötigt. „Wollen wir das bewerkstelligen, kann es keine weitere Hortgruppe geben. Im Gegenteil, langfristig muss sie sogar ausgegliedert und der Betreuenden Grundschule angeschlossen werden“, so Helfmann. Das Problem brennt den Verantwortlichen auf den Nägeln, denn nicht nur für die Grundschulkinder gibt es eine Warteliste: Auch für die U2-Betreuung, für die bereits der rechtliche Rahmen geschaffen wurde, stehen Eltern Schlange, denn es fehlt an Plätzen. Doch ist die Anzahl nicht groß genug, um eine weitere Kindergartengruppe eröffnen zu können.

Quelle: op-online.de

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