Ave Maria, Salve Regina und ABBA

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Wünsch dir was: Aus einer Liste von 50 Liedern bestimmte das Publikum beim Wunschkonzert in der katholischen Kirche, welche Stücke ihnen der Chor St. Sebastian vortrug.

Eppertshausen ‐ Hochspannung herrschte in der Sakristei der katholischen Kirche: Mehr als 200 Konzertbesucher waren am Sonntagabend gekommen, um ihre Wunschlieder zu hören. Von Jasmin Frank

Doch bevor es soweit war, mussten die Stimmzettel für das Wunschkonzert des Chores St. Sebastian erst einmal ausgewertet werden. Ohne Teamarbeit lief nichts: Während einer die Wünsche vorlas, gab der andere die Daten in das eigens erstellte Computerprogramm ein. „Wir haben uns das Ganze viel stressiger vorgestellt“, erzählte Harald Müller, einer der Schreiber. „Die Technik hält gut durch, bis jetzt ist alles glatt gelaufen“, fügte er erleichtert hinzu. Müller war aber noch aus anderen Gründen ein bisschen aufgeregt, schließlich hatten Frau und Tochter an diesem Abend ihren großen Auftritt. Die achtjährige Ann-Christin singt im Kinderchor St. Sebastian, der von ihrer Mutter Tanja geleitet wird, die zudem am gleichen Abend noch im großen Chor sang. „Da breitet sich vor den Auftritten bei uns zu Hause schon mal ein bisschen nervöse Stimmung aus, aber das geht auch wieder rasch vorbei“, verriet Müller lachend.

Jeder wählt seine Lieblings-Stücke

Während im Nebenraum also emsig vorgelesen und eingegeben wurde, ließen sich einige Zuschauer im Kirchenschiff bei der Entscheidungsfindung helfen: Eine Powerpoint-Präsentation spielte die fünfzig zur Auswahl stehenden Titel kurz an. Seine liebsten fünf Stücke durfte jeder Besucher ankreuzen. Angelika Kraus war noch unentschlossen und verfolgte aufmerksam die Anspiele. „Ein Stück brauche ich noch, aber einen Favoriten habe ich schon, nämlich ‚What a wonderful world‘“, erzählte die Eppertshäuserin, die dem Gesang von gleich drei Familienmitgliedern lauschte. „Meine Tochter singt leidenschaftlich gerne im Kinderchor, dem ‚Singchor’, wie sie es nennt und ihre beiden Tanten Esther und Walburga im Chor St. Sebastian“, erzählte sie.

Besucher sind gespannt auf die Lied-Auswahl

Doch nicht nur Verwandte der Chormitglieder sind gekommen, auch Musikliebhaber ohne solche Blutsbande fanden sich zu der Musikveranstaltung ein, darunter Elisabeth Larem. Die rüstige Dame findet das Konzept des Wunschkonzertes gut: „Ich habe zwar keinen Stimmzettel abgegeben, finde es aber bewundernswert, wie viel Arbeit sich die Chormitglieder und der Dirigent Dieter Müller machen. Ich bin gespannt, welche Lieder ausgewählt werden.

Um 18 Uhr ging es dann endlich los, zunächst sang der Kinderchor. Bei dem Song „We are the world“ ergriff eine Gänsehautatmosphäre das Publikum, welches die Leistung der Kinder mit tosendem Applaus bedachte. Danach gab der Chor St. Sebastian die 15 meist genannten Lieder zum Besten. Das Lieblingslied von Angelika Kraus hatte es zwar nicht unter die beliebtesten drei Titel geschafft, dennoch kamen mit „Ave Maria“ auf Rang eins, dem bekannten Lied „Salve Regina“ aus dem Kinofilm „Sister Act“ und schließlich dem ABBA-Song „Thank you for the music“ doch drei prominente und mitreißende Stücke auf die vorderen Plätze. Entsprechend begeistert zeigte sich das Publikum: Die Mühe der Sänger hatte sich zweifelsohne gelohnt.

Quelle: op-online.de

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