Meer fehlt in Eppertshausen

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Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern, hier aus Kroatien und Deutschland, waren nach Eppertshausen angereist, um gemeinsam an einem Projekt der Europäischen Union teilzunehmen.

Eppertshausen ‐ Multikulturell ging es am Wochenende in Eppertshausen zu, denn dort trafen nicht nur Fastnachter aufeinander, auch Jugendliche aus verschiedenen europäischen Ländern hatten sich auf den Weg gemacht, um sich über die Ländergrenzen hinweg kennen zu lernen. Von Jasmin Frank

Grund dafür war eine Ausschreibung der Europäischen Union, die Projekte rund um den Austausch von Jugendlichen fördert.

„Die neue Philosophie der EU ist es, dass Europa von den kleinen Gemeinden aus gemacht wird und nicht von der Länderebene aus. Nur so kommen die Menschen zueinander und engagieren sich für ihre Projekte“, meinte Centurio Frignani von der Vereinigung der europäischen Gemeinderäte AICCRE. Er war mit von Partie, um zu sehen, wie die Jugendlichen das Programm umsetzten. Diese waren aus Kroatien, Slowenien und Italien angereist, um gemeinsam die Themen „Sport und Gesundheit“ und „Sport und Gleichberechtigung“ zu erarbeiten.

Dabei waren schon im Vorfeld Vorträge vorbereitet worden, zudem diskutierten die Jungen und Mädchen auch an dem Wochenende selbst über Aspekte wie den Einfluss der Ernährung auf den Sport. „Wir haben hier ein Plakat gestaltet, auf dem zu sehen ist, dass gesundes Essen sich positiv auf die körperliche Leistungsfähigkeit auswirkt“, erzählen Anne-Sofie und Marina. Die beiden Eppertshäuserinnen sind von ihrem Verein, dem TAV, auf das Projekt aufmerksam gemacht worden und freuen sich nun, so viele Gleichaltrige um sich zu haben. Darunter sind auch die beiden Kroatinnen Terezia und Ana, die kaum Englisch sprechen und deshalb froh sind, das eines der Mädchen aus Deutschland, Cassandra, kroatische Wurzeln hat und deshalb gut übersetzen kann. „Hier ist vieles anders als bei uns. Nicht nur die Häuser und der Ort selbst sehen anders aus, auch leben hier viel mehr Menschen. Der Ort, aus dem wir kommen, ist viel kleiner, da kennen sich alle untereinander, hier ist alles so groß, dass die Menschen sich kaum kennen“, befinden die beiden über die Metropole Eppertshausen. Zudem vermissen sie schon das Meer, an dessen Küste sie leben.

Doch für Heimweh bleibt keine Zeit, denn es wird den Jugendlichen neben dem Arbeitspensum auch Abwechslung geboten, so stehen Besichtigungen von Darmstadt und Frankfurt auf dem Programm, ebenso wie ein sportlicher Abend mit den Jugendlichen des TAV. Nicht ohne Grund steht der Sport im Mittelpunkt des Geschehens: die Initiative zur Bewerbung um die EU-Gelder ging von zehn Gemeinden in der Emilia Romana aus, die im nördlichen Po-Delta liegen. Seit zehn Jahren schon haben die kleinen Orte, zu denen auch das mit Eppertshausen verschwisterte Codigoro gehört, gemeinsam ein internationales Sportfest ausgerichtet, zu dem stets auch Jugendliche aus den Partnergemeinden eingeladen waren. So kamen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Frankreich, Slowenien und Kroatien Menschen in Italien zusammen. Diese Bande sollen nun gestärkt werden.

„Primärziel des Projektes ist es, sich den Jugendlichen durch Einbeziehung der Schulen zu nähern und so die Wichtigkeit des Sports im gesitteten Zusammenleben und in der europäischen Integration hervorzuheben und damit Werte wie eine aktive Bürgerschaft, Toleranz und Verständnis zu fördern“, heißt es im Programm. Vertieft werden die Kontakte und Ausarbeitungen der Jugendlichen im April, wenn sie dann im italienischen Migliaro abschließend zusammentreffen. Der Bürgermeister des kleinen Örtchens, Marco Roverati, ist schon jetzt stolz: „Für uns als kleinste Gemeinde des kommunalen Netzwerks ist das etwas ganz Besonderes. Denn wenn die Jugendlichen drei Tage bei uns zu Gast sind, fühlen wir uns wie die Mitte Europas.“

Quelle: op-online.de

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