Eppertshausen

Mehr Learjets am Eppertshäuser Himmel

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Die Gemeinde Epppertshausen macht sich Sorgen um den Lärm der Flugmaschinen.

Wer in der Region das Wort Fluglärm hört, hat Bilder von Jumbojets im Kopf, die über Hausdächer Offenbachs oder Neu-Isenburgs donnern. Aber auch die beschauliche Gemeinde Eppertshausen samt Bürgermeister machen sich Sorgen um den Lärm der Flugmaschinen.

Eppertshausen (ale) - Denn die starten und landen nicht nur am größten Flughafen Deutschlands, dem Frankfurt Airport, sondern auch in Egelsbach. Denn auch so mancher Eppertshäuser und Bürgermeister Carsten Helfmann sehen dem Flugplatzausbau im Westen mit gemischten Gefühlen entgegen: „Momentan sind es nur ein paar Sportflugzeuge, und die kommen nicht nur aus Egelsbach, sondern auch von anderen Flugplätzen in der Region“, meint der Eppertshäuser Rathauschef. „Die Sportflieger und ab und zu ein Jet sind kein Problem.“

Doch kann sich das schnell ändern: Wachse die rund 1 400 Meter lange Egelsbacher Lande- und Startbahn tatsächlich um die angepeilten knapp 300 Meter, könnten mehr und größere Flugzeuge in Egelsbach starten und landen. „Vielleicht setzt sich ja zusätzlich der Plan durch, Geschäftsflüge von Frankfurt nach Egelsbach zu verlegen, dann wird es noch mehr“, wie der Verwaltungschef befürchtet.

Die Manager können den Eppertshäusern dabei fast in die Augen schauen: Nur 500 Meter über den Dächern fliegen die Maschinen über den Ort – weder Egelsbach-Ausbau noch die Umstellung von Sicht- auf Instrumentenflug würden daran etwas ändern. „In die Flugzeuge, die dann starten und landen dürfen, passen 60 bis 70 Passagiere, das ist eine ganze Menge“, meint Helfmann.

Auf die Entscheidung haben die Eppertshäuser herzlich wenig Einfluss, „dafür sind wir zu weit vom Flugplatz entfernt“, wie Helfmann weiß. Doch ist zumindest Willensbekundung geplant: Heute treffen sich die Bürgermeister von Weiterstadt, Erzhausen, Rödermark und Eppertshausen zu Gesprächen über eine möglichst belästigungsarme Route für die Flieger; auch das nächste Treffen der Rathauschefs der Landkreise Darmstadt-Dieburg und Offenbach Mitte des Monats könnte sich mit diesem Thema beschäftigen, kündigt Helfmann an.

Liege die Genehmigung vor und sei der Ausbau abgeschlossen, könne man davon ausgehen, dass mehr und schwerere Flugzeuge in Egelsbach landen werden, bestätigt Axel Raab. „Das ist nicht zu vermeiden, dafür wird der Flugplatz schließlich ausgebaut“, fügt der Pressesprecher der Deutschen Flugsicherung in Langen hinzu. Das letzte Wort habe in der Sache aber das Regierungspräsidium in Darmstadt.

Doch gebe es noch eine Reihe unklarer Punkte: So hänge die künftige Anflugroute weniger vom Ausbau, denn von der Umstellung von Sicht- auf Instrumentenflug ab. „Wenn der Pilot nicht mehr selbst nach anderen Flugzeugen oder Wolken schauen muss, ist es leichter, automatisierte Routen zu wählen“, führt Raab aus. Dabei spiele die Lärmbelastung zwar auch eine Rolle – an erster Stelle stehe aber die Sicherheit. Diese Abwägung spiele auch bei der Flughöhe von 500 Metern eine Rolle: „Die Piloten haben aus den kleinen Jets nach unten sehr schlechte Sicht, deswegen müssen sie bei Flug auf Sicht den übrigen Flugverkehr über sich haben“, weiß der Pressesprecher. Daran werde sich auch mit größeren Flugzeugen wenig ändern.

Quelle: op-online.de

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