Mehr Mädchen als Burschen

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Mit viel Getöse bewegte sich der Kerbumzug durch die Straßen Eppertshausens.

Eppertshausen - „Die Ebbetshaiser Kerb is do, was sin die Leit so froh“, intonierte Schirmherr und Bürgermeister Carsten Helfmann nicht nur während des Umzugs, sondern auch beim anschließenden Einmarsch in die Bürgerhalle. Von Peter Back

Gebhard Müller, vielen bekannt auch unter dem Synonym „Jean Knolle“, sang unter Begleitung des Messeler Spielmannszuges ein Traditionslied, um den Gästen die Kerb der früheren Jahren nahezubringen.

„Seit dem Wiederaufleben der Kerb 2008 ist Gebhard Müller dabei“, lobte Helfmann, der sich bei den Aktiven der Vereine sowie bei Melanie Hartig für ihre Mitarbeit bedankte. „Ich will die Tradition der Kerbborschen fortsetzen“, begründete Oberkerbborsch Tobias Franze sein Engagement, während Oberkerbmädsche Valerie Kramer toll fand, „dass man wieder etwas mit seinem Jahrgang unternehmen kann“. „Erstmals haben wir 13 Kerbmädschen und nur fünf Kerbborsche“, wies Helfmann auf das Novum hin, dass die Kerbmädels 2013 in der Überzahl sind. Michael Schledt, Kerbvadder seit 2010, ließ, hoch oben auf einer Leiter sitzend, auf humoristische Weise das Gemeindeleben des zurückliegenden Jahres Revue passieren. Anschließend sorgte DJ Doppelmerz bis in den frühen Morgen für gute Stimmung in der Bürgerhalle.

Michael Schledt ließ das Eppertshäuser Gemeindeleben Revue passieren.

Begonnen hatte die Eppertshäuser Kerb mit dem Aufstellen des Kerbbaums am Freitagabend, ehe Pfarrer Harald Christian Röper am Samstagnachmittag den Gottesdienst zur Kirchweih spontan in eine kurze Andacht umwandelte, um die Kirchenbesucher samt den teilnehmenden Kerbborsche und Kerbmädschen eine halbe Stünde früher als geplant zu entlassen. An der katholischen Kirche startete der Umzug mit viel Getöse, führte durch die Schul- und Friedhofstraße, um über den Winkelsgarten und die Waldstraße lindwurmartig an die Bürgerhalle zu ziehen. Angeführt vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Messel, die mit dem zweijährigen Lennox Wenchel und seinem vierjährigen Bruder Louis die jüngsten Musiker stellte, folgte Kerbvadder Michael Schledt samt Bürgermeister Helfmann, die charakteristische rot-weiße Kerbschärpe tragend, auf einem Wagen. Der Wagen mit den Kerborsche und Kerbmädschen des aktuellen Jahrgangs präsentierte ihr Motto „En Äppler a day keeps the Dorscht away“. Gruppen wie die original Settchen, die Kerb-Doschenanner, der katholische Kirchenchor St. Valentin mit dem passenden Motto „Singing in the rain“, der Tisch-Tennis-Club, die alten Herren des FV-Eppertshausen, Aktive der Carnevals Abteilung FVCA, des Odenwaldklubs, die mit spontanen Tanzeinlagen glänzten, und des Turn-Athletik-Vereins (TAV) folgten. Die Freiwillige Feuerwehr stellte ihren Motivwagen unter das Thema „Apres Ski-Party“ und hob die fast alpine Höhe Eppertshausens von 144 Meter über dem Meeresspiegel heraus. Die „Bulldogfoarer“ mit historischen Modellen bildeten den krönenden Abschluss.

Kerb in Münster

Kerb in Münster

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Familien und wurde mit Kaffee und Kuchen sowie Vorführungen zahlreicher Tanz-, Sing- und Turngruppen in der Bürgerhalle aufgewertet. „Insgesamt zehn Stände sorgen bis Montagabend für kurzweilige Unterhaltung für Groß und Klein“, warb Generalpächter Helmut Fendt aus Babenhausen für das Angebot der Schausteller auf dem Parkplatz an der Bürgerhalle. Vom Autoscooter über einen Schießstand bis zur klassischen Schiffschaukel ist neben einem breiten kulinarischen Angebot vieles vertreten, was das Herz eines jeden Kerbfreunds höher schlagen lässt.

Mit Rundgängen durch die örtlichen Gaststätten geht die Kerb heute zu Ende.

Quelle: op-online.de

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