Metall ist ihre Leidenschaft

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Den Garten von Farnaz Mir Hosseini zieren neben echten Bäumen auch ein solches kunstvoll gestaltetes Exemplar.

Eppertshausen ‐ Metall ist der Rohstoff, der bei Familie Zahedi die Hauptrolle spielt: Nicht nur, dass sie mit ihrer Firma Jähde Stahl, Alu und andere Metalle zu Geländern, Toren, Hausverkleidungen und sogar Brezelhaltern verarbeitet, auch privat kann das Ehepaar nicht von dem Material lassen. Von Jasmin Frank

„Mein Mann ist Maschinenbauingenieur und kennt sich mit der praktischen Seite und der Verarbeitung von Metall bestens aus. Ich bin Architektin und gehe von der kreativen Seite an das Material heran“, erläutert Farnaz Mir Hosseini. Die Mutter zweier Kinder hat schon von klein auf ein Faible für die Kunst gehabt, so hat sie immer gern gemalt und gebastelt und arbeitet noch heute in ganz verschiedenen Richtungen, aber eben auch mit den Metallen, die sie und ihr Mann aus ihrem Unternehmen gut kennen.

Aufgewachsen sind die beiden Eppertshäuser im Iran, kennen gelernt haben sie sich in der Schweiz. „Wir kommen zwar beide aus Teheran, aber in einer solchen Metropole läuft man sich deshalb noch lange nicht übern Weg. Wir waren beide mit unseren Familien in der Schweiz in Urlaub, als wir uns kennen lernten, und schnell stand der Entschluss fest, zusammenzubleiben“, erinnert sich Alireza Zahedi lächelnd.

Die Landessprache zu lernen, ist das wichtigste

Ihr Herkunftsland haben beide nicht aus politischen Gründen verlassen: Zahedi hatte in Deutschland studiert und war danach offen dafür, entweder zurück in den Iran zu gehen, oder anderswo sein berufliches Glück zu suchen. Als er das Angebot bekam, die Firma Jähde zu übernehmen, war die Entscheidung gefallen. Für seine Frau war klar, dass sie zu ihm ziehen würde. „Ich habe das nicht bereut, denn ich fühle mich hier zu Hause. Ich könnte aber auch anderswo leben, wichtig ist, dass ich mich dort, wo ich bin, wohl fühle“, meint Mir Hosseini, die sich ebenso wie ihr Mann als Weltbürger empfindet.

Beide haben sich von Anfang gut von den Deutschen angenommen gefühlt und haben auch viele Freunde gefunden. „Das Wichtigste ist, rasch die Landessprache zu erlernen. Ich bin noch innerhalb meiner ersten Woche in Deutschland zu einem Sprachkurs gegangen“, sagt die kreative Frau und erzählt, dass es für Iranerinnen, zumindest für diejenigen aus den Städten, völlig normal sei, sich zu bilden und Berufe zu ergreifen.

Eine Stahl-Spinne auf dem Garagendach

Die kleine Familie hat in Eppertshausen Wurzeln geschlagen, so helfen sie überall gern mit, wenn sie gebraucht werden. Auch ist es für sie kein Problem, trotz muslimischen Glaubens bei der Kolpingfamilie zu helfen oder die Kinder in den christlichen Religionsunterricht zu schicken. „Letztlich gibt es einen Gott und eben verschiedene Weg dorthin“, meint Zahedi, der seine Kinder, die beide ein Instrument spielen, auch beim Lieblingshobby unterstützt: Sie sind in einem Zirkusverein aktiv und der Vater ist für den Auf- und Abbau des großen Zeltes bei den Vorführungen verantwortlich, was einige logistische und organisatorische Verantwortung mit sich bringt.

Doch ganz nebenbei hat das Paar noch eine weitere Leidenschaft: Sie gestalten vielseitige Großskulpturen aus Stahl. Ob eine riesige Spinne auf dem Garagendach, ein Dinosaurier im Garten oder ein bewegliches Pferd: Wenn seine Frau ihm ihre kunstvollen Entwürfe vorlegt, muss Zahedi schon manches Mal überlegen, wie er den Vorschlag nun in die Tat umsetzen soll. „Ich bin für Kritik nicht so sehr empfänglich, bevor ich vieles abändere, lasse ich es dann lieber ganz“, gibt Mir Hosseini lachend zu, doch meist sind es nur kleine Details in der Metallverarbeitung, die abgeändert werden müssen, damit die Lasermaschine den Stahl passend zuschneiden kann.

Auch ist die ganze Familie an der Umsetzung beteiligt, vor allen Sohn Aria hat die metallene Kunst für sich entdeckt und plant auch schon seine eigenen Arbeiten. Die gelungene Umsetzung der vielen wundervollen Entwürfe freut die ganze Familie, die im Sommer ihr selbstkreiertes Feuerbehältnis aus Stahl unter einem ebensolchen Baum zum Leuchten bringt, was nicht nur schön aussieht, sondern zudem absolut brandsicher ist.

Quelle: op-online.de

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