4,5 Millionen für 50 Jahre Zukunft

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Die Tage der alten Mehrzweckhalle sind gezählt: Wenn alles nach Plan läuft, entsteht an ihrem Platz Im Niederfeld oder auf dem Festplatz bis Ende 2012 eine neue Halle. 4,5 Millionen Euro Kosten dürfen dabei nicht überschritten werden.

Eppertshausen - Sanierung oder Neubau –  das war die Frage am Mittwochabend. Diese zu klären dauerte seine Zeit bei der Eppertshäuser Gemeindevertretersitzung. Entschieden haben sich die Gemeindevertreter schließlich für den Neubau der Mehrzweckhalle. Von Kathrin Rosendorff

Und dieser soll bis zum 31.12.2012 fertig sein, denn nur dann gibt es auch die Finanzspritze von 500 000 Euro des Landkreises. 4,5 Millionen soll die neue Halle kosten. 1,6 Millionen muss die Gemeinde an Darlehen aufnehmen.

Die Differenz zwischen Sanierung und Neubau beträgt 700 000 Euro“,las Bürgermeister Carsten Helfmann aus dem bisherigen Kostenplan vor. Thorsten Weber (FDP) gab eine von insgesamt zwei Stimmen gegen den Neubau ab. „Das ist fast eine Million Euro Differenz“, sagte Weber. „Woher kommt das Geld? Wie wollen Sie das den Bürgern erklären?“, fragt der Liberale in die Runde.

Helfmann klärte diese Fragen schnell auf: 1,5 Millionen Euro aus Barmitteln, 123 900 Euro aus dem Konjunkturpaket des Bundes, 500 000 Euro Zuschuss über das Konjunkturpaket des Kreises, 750 000 Euro Auszahlungen aus dem Projektkonto fürs Neubaugebiet Im Eichstumpf, 1,6 Millionen Euro Investitionsdarlehen. Den Neubau müssten damit auch die Steuerzahler „etwas mit schultern“, erläutert der Verwaltungschef. „Vereine und Schule, die die Halle nutzen, sind mit Größe und Standort zufrieden, außer der kleinen Küche und dem geschlossenen Keller“, führt Thorsten Weber aus. Außerdem gäbe es doch im Jahr höchstens vier Veranstaltungen, zu denen diese Räume gebraucht würden.

Neubau als „einmalige Chance“

Herr Weber, eine Halle ist nicht nur eine Halle“, antwortete Andreas Larem (SPD). „Bedenken Sie doch, dass Eppertshausen auch viele kulturelle Vereine und Veranstaltungen hat.“ Zudem sei der Neubau eine einmalige Chance, zukunftsorientiert etwas im Städtebau zu machen. „Schließlich begleitet uns die Halle die nächsten 50 Jahre.

Helfmann fasste nochmal die Argumente für den Neubau zusammen: „Eine Sanierung bedeutet viel mehr Aufwand, als wir zunächst gedacht haben. Es ist ja nicht nur, dass die Küche zu klein und die Kellerbar geschlossen ist. Die Fliesen sind auch gerissen. Durch eine Sanierung würden wir die Halle nie so hinbekommen wie einen Neubau.“

Nach über einstündiger Diskussion und kleinen Unterbrechungen wurden die Gemeindevertreter schon etwas ungeduldig, und das nicht nur, weil es nach 22 Uhr war. „Wir müssen uns jetzt entscheiden, und uns nicht die Zuschüsse des Landes durch die Lappen gehen zulassen“, sagte Andreas Larem. Denn die Zuschüsse von 500 000 Euro des Kreises gelten nur, wenn der Bau bis Ende 2012 steht. Stephan Brockmann (CDU) sagte abschließend: „Lassen Sie uns langsam zu Potte kommen.“ Mit 17 Ja- und zwei Nein-Stimmen fiel die Entscheidung für den Neubau.

Die zwei bereits bei der Vorplanung beteiligten Architektenbüros sollen jeweils einen Projektentwurf für den Neubau am Standort der derzeitigen Mehrzweckhalle und einen mit dem Standort Festplatz erstellen. Die Planer sollen mindestens von Rauminhalt und Nutzfläche der vorhandenen Halle ausgehen. Die gesamten Investitionskosten (Baukosten, Baunebenkosten, sowie Kosten für Ausstattung, Ausrüstung) dürfen den Betrag von 4,5 Millionen Euro nicht übersteigen, beschloss das Parlament – die Idee einer Skylobby-Idee fällt somit weg.

Baubeginn im Juli 2010 geplant

Der Baubeginn ist für Juli 2010 geplant, bis dahin müssen sich die Gemeindevertreter zwischen mindestens vier Varianten entscheiden. Es könnte auch sein, erläuterte der Bürgermeister, dass das Projekt in einem öffentlichen Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden muss.

Weiterer Diskussionspunkt war die Erhöhung der Gebühren für die Betreuung des Nachwuchses in der Kita Sonnenschein. Ab 1. September erhöhen sich die Kosten für einen Halbtagsplatz nach dem Willen des Parlaments von bislang 80 auf 85 Euro. Das Mittagessen kostet nun fünf Euro mehr und damit 50 Euro. Das bringe Einnahmen von 6 875 Euro im Jahr für die Gemeinde, sagt Helfmann. „Zwar nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber eine notwendige Erhöhung.“

Wir können der Gebührenerhöhung nicht zustimmen. Es trifft die Falschen, die Familien“, kritisierte Hans-Joachim Larem (SPD). Am Ende gab es fünf Enthaltungen und eine Gegenstimme.

Quelle: op-online.de

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