Mira-Lobe-Schule in Eppertshausen

Sprachlich rüsten für Regelschule

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Auch Tanz ist Ausdruck und gehört in einer Schule für Sprachförderung zum Unterricht.

Eppertshausen - Volles Haus zum Hessischen Tag der Sprachheilpädagogik in der Mira-Lobe-Schule, der Schule des Landkreises für Sprachförderung in Eppertshausen. Von Thomas Meier

Über solchen großen Zuspruch von Logopäden, Therapeuten, Erzieherinnen der Kindertagesstätten aus dem Kreisgebiet sowie vielen interessierten Eltern, die sich über die sprachliche Entwicklung ihres Kindes informieren wollten, freute sich Schulleiterin Jutta Meier am Mittwochnachmittag: „Nur in der Zusammenarbeit aller Beteiligten kann es gelingen, sprachentwicklungsbeeinträchtigte Kinder nachhaltig zu fördern.“

„Wer sprechen kann ist mit dabei – Teilhabe braucht Sprache“ – unter diesem Motto rief die Landesgruppe Hessen der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik zum Aktionstag auf. Er sollte für sprachliche Beeinträchtigungen sensibilisieren, über inhaltliche und organisatorische Schwerpunkte informieren und die Notwendigkeit von Prävention und Förderung betonen.

Förderschule mit Förderschwerpunkt Sprache

Die Mira-Lobe-Schule ist eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Sprache. Schulleiterin Meier erläuterte in der vollbesetzten Aula: „Sie versteht sich als ein besonderes Angebot für Kinder mit Sprachauffälligkeiten, deren Sprache und Sprachentwicklung so stark beeinträchtigt ist, dass sie in der Regelschule auch durch schulbegleitende Therapiemaßnahmen nicht angemessen gefördert werden können.“ Alle Kinder besuchen die Schule auf Antrag der Eltern. Sie haben einen Anspruch auf sonderpädagogische Sprachförderung.

Derzeit gehen rund 120 Schüler aus 30 verschiedenen Wohnorten des östlichen Landkreises in die Sprachheilschule. Fünf Schulbuslinien und ein Taxi-Dienst bringen sie ins Niederfeld. Aktuell arbeiten dort drei Sozialpädagoginnen, 16 Förderschullehrerinnen, eine Lehrerin im Vorbereitungsdienst, eine Grundschullehrerin sowie eine Gemeindepädagogin und weitere Vertretungskräfte und zwei Integrationshelferinnen an der Lobe-Schule.

Zusätzlich nimmt die Mira-Lobe-Schule Aufgaben der Beratung und ambulanten Förderung im Rahmen vorbeugender Maßnahmen wahr. 14 Pädagoginnen beraten jede Woche an Grundschulen im östlichen Landkreis und erteilen ambulanten Sprachförderunterricht.

Schwächen aufarbeiten und Stärken entwickeln

Die Sprachheilschule sieht sich als Durchgangsschule: Die Kinder besuchen nur für eine gewissen Zeitraum die Förderschule, um ihre Schwächen aufzuarbeiten und ihre Stärken zu entwickeln. „Wir sind stolz darauf, dass in den vergangenen 20 Jahren mehr als 70 Prozent der Schüler während der Grundschulzeit wieder in die Regelschule zurückgehen und dort erfolgreich mitarbeiten konnten“, berichtete Jutta Meier.

Allein im vergangenen Schuljahr konnte die Lobe-Schule mehr als 20 Kinder an ihre Regelschulen zurückschicken. Und: „Auch den Prozess der Rückschulung begleiten wir intensiv durch Beratung an den Regelschulen“, sagte die Schulleiterin.

Kurzvorträge zu Sprachauffälligkeiten und Förderangeboten der Sprachheilschule komplettierten in der Aula das Informationsangebot. Zudem bot die Tanzgruppe der Klassen 3 und 4 unter Leitung von Ulla Voltz eine Aufführung und die Schüler der Klasse 5/6 reichten einen nussigen Imbiss. Anschließend bestand Gelegenheit, bei einem Rundgang an verschiedenen Stationen die Räumlichkeiten und Förderangebote der Sprachheilschule zu besichtigen.

Quelle: op-online.de

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