MobyTick auf Prüfstand

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Im Sommer nutzen nur wenige, schwer bepackte Kinder das MobyTick, das dafür in den Wintermonaten rege eingesetzt wird.

Eppertshausen (jas) ‐ Gar nicht so lange hat es in Eppertshausen gedauert, um ein Problem zu lösen: Das MobyTick, also die Möglichkeit für Schulkinder, zum Unterricht, aber auch darüber hinaus mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können, sollte für einen Teil der Schüler gestrichen werden.

Alle, die weniger als drei Kilometer weit von der Münsterer Schule Auf der Aue entfernt wohnen, sollten kein Ticket mehr bekommen und statt dessen den Weg zu Fuß durch das Feld zurücklegen - bei Wind und Wetter und Dunkelheit.

„Wir haben eine Elterninitiative gegründet, weil wir die Sicherheit unserer Kinder gefährdet sahen. Darüber hinaus empfanden wir es als ungerecht, dass ein Teil der Eppertshäuser Jungen und Mädchen die Fahrkarte erhält, ein anderer hingegen nicht“, so Petra Herd, die selbst drei Kinder hat und von Anfang an in der kleinen Widerstandsbewegung aktiv war.

Aber auch aus dem Rathaus kam Hilfe. „Wir standen ja sogleich miteinander in Kontakt und mir war klar, dass die Sache einfach wichtig ist. Mir als Feuerwehrmann ist Sicherheit ohnehin ein großes Anliegen“, so Bürgermeister Carsten Helfmann. Er war es auch, der den Kontakt zum Kreisausschuss und zu Landrat Klaus-Peter Schellhaas herstellte. „Wir haben uns schon früh darauf geeinigt, die Sache auf der Verwaltungsebene zu behandeln und nicht politisch anzugehen. Auch wenn wir unterschiedlichen Parteien angehören, sind wir uns doch in der Sache nahe.“

Dieses Jahr MobyTick auf dem Prüfstand

Schon deshalb war es nicht schwierig, den Landrat davon zu überzeugen, den Weg einmal selbst zurückzulegen (wir berichteten). Er hatte einen Kompromiss im Gepäck, der vorsah, für die Kinder, die kein Moby-Tick mehr bekommen können, über die Wintermonate hinweg die Kosten für die Schulwegbeförderung zu übernehmen. Doch weil die Sache erst einmal durch den Kreisausschuss muss, gibt es nun doch eine andere Regelung: Alle bekommen noch ein Jahr lang die Fahrkarte, doch schon dieses Jahr wird das MobyTick an sich auf den Prüfstand kommen. „Im Herbst berät der Kreisausschuss und im Frühjahr geht es dann weiter zum Kreistag“, erläutert Helfmann.

Die Eltern der Initiative sind froh, die Ungerechtigkeit und die Gefährdung ihrer Kinder erst einmal aus der Welt geschafft zu haben. Und das sieht auch der Landrat so, der sich in seiner Chat-Sprechstunde mit Initiatorin Herd lobend über das Engagement der Eppertshäuser äußerte: „Ich denke, die Elterninitiative hat einen guten Job gemacht! Übrigens nicht nur für Eppertshausen, sondern für den gesamten Landkreis.“

Außerdem äußerte sich Schellhaas positiv über die Zukunft des MobyTick. Auf die Frage Herds, ob Eltern ab 2012 mit dessen völliger Streichung rechnen müssten, antwortete er eindeutig: „Nein! Um gar keine Missverständnisse aufkommen zu lassen!“

Somit heißt es für alle Betroffenen im Landkreis Darmstadt-Dieburg abzuwarten, was Ende diesen und Anfang nächsten Jahres auf Kreisebene beschlossen wird, die Elterninitiative Eppertshausen bleibt auf jeden Fall am Ball bei der Schülerbeförderung.

Quelle: op-online.de

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