Ferienfreizeit für Kinder

Mosaiken legen wie alte Meister

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Bunte Mosaikarbeiten konnten die Ferienfreizeit-Kinder beim Partnerschaftsverein Codigoro anfertigen und danach stolz präsentieren.

Eppertshausen - An den Meisterleistungen der Mosaikleger von Ravenna probierten sich am Montag die Kinder der Ferienfreizeit in Eppertshausen. Es entstand ein buntes Kaleidoskop der Kulturen und der Freundschaftsbande mit der Partnerstadt Codigoro. Von Michael Just 

Die Mosaiken der italienischen Stadt Ravenna sind weltberühmt. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Emilia-Romagna stand sowohl unter römischer, gotischer als auch byzantinischer Herrschaft. Im fünften und sechsten Jahrhundert nach Christus erlebte Ravenna eine Blütezeit. In den Kirchen, Taufkapellen und Mausoleen schafften damalige Künstler kostbare Mosaiken, die 1996 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Als Freunde Italiens sind diese Schätze auch dem Eppertshäuser Partnerschaftsverein Codigoro bekannt. Nicht weit von Codigoro liegt Pomposa, dessen ehemalige Benediktiner-Abtei ebenfalls sehr wertvolle Mosaiken im Boden enthält. Durch eine Absperrung sind sie geschützt, dass keiner drüberläuft. „Beim Gedanken an Pomposa und Ravenna kam uns die Idee, dass sich die Kinder der Ferienfreizeit doch auch mal an Mosaiken versuchen könnten“, sagt Vorsitzender Ewald Gillner und schickt dabei noch geschichtliches Wissen hinterher: „Damals waren nur wenige des Lesens mächtig, deshalb ließ man Bilder sprechen.“

Barbara Panzacchi-Towoua organisierte die kleinen Steinchen für die 15 Ferienspielkinder im Internet, dazu wurde Fliesenkleber und Spachtelmasse im Baumarkt gekauft. „In einem Fünf-Kilo-Sack lassen sich Mosaiksteinchen bekommen, die von der Größe und der Farbe bereits bunt gemischt sind“, erzählt sie. Als Untergrund dienten große Keramik-Platten, auf denen die Mini-Fliesen geklebt wurden. Je nach Gusto konnten die Kinder ihre Motive frei wählen. Beim Arbeiten vor der Bürgerhalle wurde schnell klar, welche künstlerische Meisterleistung damals in Ravenna und anderen Orten geschaffen wurden, als man Köpfe von Heiligen oder Tieren abbildete. Meistens schufen die Eppertshäuser Kinder ein buntes Kaleidoskop, andere einen Bilderrahmen. Da zusätzlich kleine Spiegel zur Verwendung vorlagen, konnten auch die in das Mosaik eingearbeitet werden. Anschließend wurde noch verfugt. „Die Arbeit macht Spaß“, hebt Lea (10) hervor. Ihren Spiegel mit der Mosaikumrandung will sie in ihrem Zimmer aufhängen. Auch die zwölfjährige Nico hat einen Spiegel gemacht, was ihren Nebenmann zu einem spitzen Kommentar anregt. „Da bleibt sie immer schön“, sagt der 13-jährige Jannik neckend zu seiner attraktiven Nachbarin.

Poolparty zum Abschluss der Ferienspiele 2013 in Babenhausen

Poolparty zum Abschluss der Ferienspiele

Das Erstellen eines (haltbaren) Mosaiks erwies sich als gar nicht so einfach: „Oft verwenden die Kinder zu wenig Fliesenkleber“, weiß Betreuerin Sonia Reimers. Regelmäßig musste deshalb nachgeklebt werden, wenn sich einzelne Plättchen lösten. Um die Mittagszeit durften sich die kleinen Künstler und Handwerker dann auf Pizza-brötchen freuen. Diese hatten die Mitglieder des Partnerschaftsverein, die alle an ihren hellblauen T-Shirts mit den Gemeindewappen von Eppertshausen und Codigoro zu erkennen waren, in der Küche der Bürgerhalle gebacken. Nach der Stärkung gings an die Feinarbeiten. Vor allem wurde überstehende Spachtelmasse entfernt sowie die Oberfläche glänzend poliert. Da sich einige Kinder durch ihre Kameraden ablenken ließen und plötzlich in andere Spiele, wie dem Nachlaufen, verfielen, übernahmen das Polieren zum Teil die Betreuer. „Wir sind so nett und machen das“, konstatiert Sonia Reimers lachend.

Nach italienisch Kochen im letzten und Mosaik-Herstellung in diesem Jahr, will sich der Partnerschaftsverein Codigoro auch bei der Ferienfreizeit 2015 engagieren. Durch ein Mitglied, das über japanische Wurzeln verfügt, könnte dann vielleicht eine asiatische Handarbeit anstehen. „Bis dahin ist noch Zeit. Uns wird ganz bestimmt etwas einfallen“, gibt sich Vorsitzender Ewald Gillner zuversichtlich.

Quelle: op-online.de

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