Müller-Herzing hört als Leiter des Chores St. Sebastian auf

Eine Ära endet nach 39 Jahren

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Dieter Müller-Herzing führt am Sonntag sein Musical „(K)eine Spur von Ewigkeit“ in Münster auf und wird am 5. Mai nach 39 Jahren als Leiter des Chors St. Sebastian in Eppertshausen verabschiedet. 

Das darf man wahrlich eine Ära nennen: 39 Jahre lang dirigierte Dieter Müller-Herzing (der eigentlich Dieter Müller heißt, das Herzing ergänzt aber den Künstlernamen) den Eppertshäuser Chor St. Sebastian.

Münster/Eppertshausen – Wer weiß, dass der Münsterer in Kürze 58 wird, weiß auch, dass er extrem früh eingestiegen war. Nachdem der Chor ihn über zwei Drittel seines bisherigen Lebens hinweg begleitet hat, hört das musikalische Multitalent –und Betreiber des Münsterer „Kaisersaal-Kinos“ – als musikalischer Leiter in Eppertshausen auf. Nicht ohne zuvor mit dem Chor St. Sebastian noch ein Ausrufezeichen zu setzen.

Denn am Sonntag, 7. April, 18 Uhr, führt der gemischte Chor in der Münsterer Kirche St. Michael erneut das komplett von Müller-Herzing getextete und komponierte Musical „(K)eine Spur von Ewigkeit“ auf. Der Chor hatte das Werk im Herbst bereits zweimal in der Eppertshäuser Kirche präsentiert. Es war das siebte Musical des Münsterers, mit dem der Chor nicht nur gesanglich und choreografisch eine hohe Messlatte legte, sondern auch inhaltlich ungemein stark große Menschheitsthemen aufgriff. Die Liebe („Am Ende zählt nur noch die Liebe“), der Glaube („Mensch Jesus“) und die Vergänglichkeit sind Beispiele für das Be- und Erleuchtete.

Nach dem Auftritt am Sonntag haben die Sänger des Chors noch wenige letzte Proben unter Müller-Herzings Leitung. „Am 5. Mai ist dann alles vorbei“, sagt er. An diesem Tag findet in der Kirche St. Sebastian um 10 Uhr jener Gottesdienst statt, in dem er nach fast vier Jahrzehnten aus der Chorleiter-Funktion ausscheidet. Der Nachfolger, Michael Roth, steht schon seit längerer Zeit fest. „Ich bleibe dem Chor aber als passives Mitglied und Ersatz-Chorleiter erhalten“, verspricht der Münsterer.

Eine Abkehr von der Musik plant er ohnehin nicht, im Gegenteil: „Ich bin noch nicht abgenutzt und habe noch viele Ideen. Ich arbeite weiter an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt, spiele weiter in der Stones-Coverband Glitter Twins und bleibe auch einer von fünf Organisten in den Gottesdiensten bei St. Sebastian“, blickt Müller-Herzing voraus. Überdies schreibe und komponiere er weiter viele Stücke, wolle bald wieder einiges publizieren. Zusätzliche Inspiration holt er sich demnächst noch bei einer Reise ins jazzige New Orleans. „Und auch mit dem Kino haben wir in diesem Jahr noch viel vor.“

Dennoch habe er sich gedanklich nicht in erster Linie aus Zeitnot schon seit zwei, drei Jahren mit dem Abschied vom Chor St. Sebastian befasst. „Ich hatte immer das Bedürfnis, auf dem Höhepunkt aufzuhören“, sagt der beliebte Chorleiter, den seine vielstimmige Gruppe gern behalten hätte. „Und jetzt ist der Zeitpunkt, an dem alles rund ist. Mit dem letzten Musical hat sich thematisch und auch für mich persönlich ein Kreis geschlossen.“

Eine emotionale Aufführung am 7. April und eine bewegende Verabschiedung von Dieter Müller-Herzing am 5. Mai sind unter all diesen Vorzeichen gewiss. 

jd

Quelle: op-online.de

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