Selbstbewusste Musical-Piraten

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Beim Theaterspiel der Gruber-Schule werden wichtige Tugenden nebenher mit einstudiert. Kein Pirat ohne Bart: Die Viertklässler der Stephan-Gruber-Schule begeisterten mit ihrer Aufführung das Publikum.

Eppertshausen - Es lebte einst ein Kind in einer ganz verkommenen Zeit im völlig verkommenen London. Und auch die eigene Mutter der zwölfjährigen Molly Kelly war etwas verkommen. So verkommen, dass sie fand, die Tochter wäre nun wirklich alt genug, um alleine klarzukommen. Von Thomas Meier

Und was macht Molly? Ganz einfach: zur See fahren! Das ist der Stoff des Musicals „Piratenmolly Ahoi!“, das die drei vierten Klassen der Stephan-Gruber-Schule in der Bürgerhalle aufführten. So begeistert, dass sie auch das Publikum voll und ganz mitrissen. Nachdem sich am Dienstagabend vor allem die Eltern überzeugen durften, dass ihre Kinder seit Januar völlig hin und weg waren vom Einstudieren des lehr- aber auch possenreichen Stücks, faszinierten die kleinen Darsteller gestern vormittag ihre Mitschüler. Der Eintritt war frei. Es wurde nur um Spenden für die Kosten der Aufführung gebeten.

Die vierten Klassen haben im vergangenen halben Jahr im Musik- und Deutschunterricht das Musical mit ihren Klassenlehrern Renate Franke, Annika Knörr und Roman Möllers erarbeitet. Die musikalische Leitung oblag Möllers. Regie, Bühnenbild, Kostüme und Requisiten wurden von allen drei Klassenlehrern mit Unterstützung der Kunstlehrerinnen gemeinsam erarbeitet. Um alle 60 Kinder am Musical teilhaben lassen zu können, werden jeweils drei Szenen von einer Klasse gespielt, so dass einige Rollen geteilt, die Hauptrolle der Molly Kelly sogar von fünf Kindern besetzt wird.

Stück mit Botschaft

Das Musical vom in die Welt hinausgeworfenen Mädchen hat eine Handlung, die die kleinen Darsteller mit Inbrunst verinnerlichten und so auch wiedergaben. Aus dem Mädchen Molly wurde – klar – der Junge Olly. Und in dieser Rolle wiederum verfolgt das ungewollte Straßenmädchen seinen Traum vom Seemannsleben mit allergrößtem Selbstbewusstsein verfolgt. Schließlich wird Molly-Olly sogar Piratenkapitänin. Auf dem Höhepunkt ihrer Laufbahn stellt sie sich die berechtigte Frage: „Wer bin ich eigentlich? Bin ich das kleine Mädchen aus London, der Matrose Olly Kelly oder die Piratenkapitänin Molly Kelly? Ist das alles nur ein Traum, oder wirklich wahr?“ Fragen, die jeden irgendwann in seinem Leben beschäftigen, die die meisten Menschen aber in der Geschäftigkeit des Alltags leider wieder vergessen.

Die zweite große Botschaft des Stückes ist, dass man fast alles erreichen kann, wenn man den entsprechenden Willen, die Klugheit und Ausdauer hat. Tugenden, die niemals unmodern werden, weil sie Bestandteil gelungener Entwicklung sind. Ein Musical, das sich also einzustudieren und anzuschauen lohnte, und das den Kindern wegen seiner einfachen und zugleich tiefen menschlichen Wahrheiten großen Spaß machte.

Mai-Fire in der Bürgerhalle Eppertshausen

Mai-Fire in der Bürgerhalle

Quelle: op-online.de

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