Nach Baustress Elise und viel Dank

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Freudig begrüßten vor allem die 113 Schüler der Mira-Lobe-Schule und die 230 der Stephan-Gruber-Schule bei der Einweihung die Investitionen in Bildung. Dies freute die beiden Schulleiterinnen Jutta Meier und Marion Lehr sowie Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann und Erste Kreibeigeordnete Rosemarie Lück (in der ersten Reihe sitzend von links).

Eppertshausen (tm) - Für insgesamt 3,134 Millionen Euro ließ der Landkreis den doch eher kleinen Schulstandort Eppertshausen kräftig aufwerten, verlegte gar seine Sprachheilschule vom Amorbach in Klein-Umstadt ins Niederfeld, direkt an die Stephan-Gruber-Schule.

Grund genug, den Neubau und die (fast fertigen) Sanierungen kräftig zu feiern. Dazu hatte der Landkreis als Bauherr gestern rund 100 Vertreter aus Politik, Schullandschaft und den beteiligten Firmen in die beiden Schulen eingeladen. Den Festakt prägten vor allem Worte des Dankes, doch auch auf die Strapazen von Umzug und Unterricht auf der Baustelle wurde eingegangen.

Noch einmal erklang Beethovens „Für Elise“ aus dem Megaphon der Lobe-Schule, bislang das Signal für den Schulbeginn im lange Zeit klingellosen Neubau. Erste Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück zeigte sich bei ihrer Begrüßung sehr erfreut über den ersten Programmpunkt, geboten von Gruber-Schülern, die ihrer Wertschätzung für die Schule Ausdruck verliehen hatten. Sie erinnerte an die Anstrengungen des Kreises, in Eppertshausen neue Ressourcen für gute Ausbildung zu schaffen (siehen auch blauen Kasten), aber auch an die Umzugsmühen mit ihren „600 Kisten, die vom Lehrerkollegium gepackt sein wollten.“

Mitgebracht hatten sie und Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann die Urkunde zur Namensgebung der neuen Mira-Lobe-Schule. „Da man den Amorbach nicht einpacken konnte, wie die neue Schulleiterin Jutta Meier trefflich angemerkt hatte, fanden Lehrer, Schüler und Eltern in der österreichischen Kinderbuchautorin eine hervorragende Namensgeberin“, befand Lück.

Die Schulleiterinnen der gefeierten Schulen dankten vor allem den politisch Verantwortlichen für die zahlreichen Neuerungen, dies im Duett. Marion Lehr von der Stephan-Gruber-Schule sieht in dem Ausbau einen wesentlichen Beitrag für die Erweiterung der Kompetenzen der beiden Schulen. Die Grundschule könne das bestehende Nachmittagsangebot erweitern durch das großzügige Raumangebot. Viele gemeinsame Projekte seien mit der neuen Lobe-Schule geplant. Sie wie auch Jutta Meier dankte sie vor allem dem Kollegium, die zahlreichen Unbilden während der Bauzeit zu ertragen hatten.

Den Dank an Projektleiter und Kreisbehörden setzte die Lobe-Schulleiterin fort, die auch an die Entstehungsgeschichte der Sprachheilschule erinnerte. 1992 sei nicht nur Jurassic Park gedreht, sondern im Kreis auch ein anderes Ei ausgebrütet worden: eine Abteilung für Sprachheilunterricht. Seit dem Start mit zwei Vor- und zwei ersten Klassen sei viel geschehen, so Jutta Meier. 1998/99 habe es erstmals die Klassenstufe fünf gegeben, ein Jahr später ein sechstes Schuljahr. Das „Kind Abteilung“ sei schnell groß und eigenständig geworden. 2006 wurde die Abteilung an der Wendelinusschule selbstständig, im August 2008 auch mit dem Namen Schule am Amorbach.

Dass aus dem Antrag auf einen Zubau wegen der räumlichen Enge dann plötzlich ein Neubau nebst Umzug nach Eppertshausen geworden sei, habe 2009 alle völlig überrascht, erinnerte die Schulleiterin an das Schulkarussell, das vom Kreis damals in Gang gesetzt worden sei.

Voll des Lobes waren beide Schulleiterinnen über ihren gemeinsamen Hausmeister Rafiq Butt: „Sie wollen nicht wirklich wissen, wieviele Überstunden dieser Schatz für uns geleistet hat.“

Nicht nur, weil die Zeit der Wunschzettel nahe ist, formulierten beide Schulen einen Wunsch an die versammelten Entscheidungsträger: Ein bewegungsfreudiger, naturnaher Schulhof fehle noch am Ort.

Bürgermeister Carsten Helfmann begrüßte, dass die Sprachheilschule des Kreises in Eppertshausen installiert wurde. Die Investitionen in die Bildung fließe hier in „eine tolle Schulgemeinschaft“. Zwar hätten er und Gemeindevertretervorsitzender Reiner Eder keinen Scheck mitgebracht, doch man habe „immer ein offenes Ohr für alle Belange“, versprach er. „Dass die Einweihungsfeier auf den Reformationstag gelegt wurde, hätte auch Luther gefreut“, frotzelte Pfarrer Johannes Opfermann, der als Gastgeschenk 20 Kinderbibeln im Gepäck hatte. Und Schulamtsdirektor Dieter Eitel freute sich besonders darüber, dass die beiden Schulleitungen so harmonisch an einem Strang zögen. Er gab sich zuversichtlich, dass zwischen den Kollegien eine hervorragende Kooperation entstehe.

Und für die neue, umzugsstressgeplagte Schulleiterin Meier hatte er ein originelles Präsent dabei: den vergrößerten Abzug des Bildes aus der Offenbach-Post, auf der die Lobe-Chefin Unterrichtsmaterialien aus dem überfluteten Keller im Niederfeld barg. „Solcher Einsatz muss in Erinnerung bleiben“, sagte Eitel. Dem Festakt mit einigen Darbietungen der Schüler schloss sich ein Rundgang durchs Schulareal an.

Quelle: op-online.de

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