Nadine Kraft macht Mädchentraum wahr

Sie tanzt, sie singt, sie setzt auf „Zweigleisig“

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Macht nicht nur auf der Bühne eine gute Figur, sondern auch vor dem Dieburger Fechenbach-Schloss: die 32-jährige Nadine Kraft.

Eppertshausen - Nadine Kraft ist Tänzerin und trat mit Corinna May beim Eurovision-Song-Contest auf. Doch die Eppertshäuserin bewegt sich nicht nur zur Musik, sie hat auch den Soul in der Stimme. Von Jens Dörr

Nadine Kraft fährt seit einigen Monaten zweigleisig. Gemeinsam mit ihrem Partner Mike K. Downing hat die Sängerin und Tänzerin aus Eppertshausen das Duo „Zweigleisig“ gegründet. Zusammen planen sie seit einiger Zeit ihren Angriff auf die Charts.

„Ich kann und will mich einfach nicht zwischen dem Tanzen und dem Singen entscheiden. Deshalb passte der Name auch sehr gut“, findet Nadine. Zusätzlich zu ihren Auftritten als Tänzerin steht sie mit Downing auf der Bühne, auch wenn das Projekt „klangmäßig eher weiblich ist“. Begleitet werden „Zweigleisig“ von Profimusikern.

In Liedern wie „Wann auch immer“ kommt Nadines soulige Stimme besonders schön zu Tragen. „Ich tanze auch gerne auf diesen Stil, ebenso auf Hip-Hop, R’n’B und Black“, verrät die 32-Jährige.

Im Offenbacher Capitol entdeckte sie ein Talentscout.

Überhaupt: Eingeengt hat sich die Eppertshäuserin mit „Zweigleisig“ nicht – und auch Mike K. Downing bringt immer wieder Solo-Alben auf den Markt

Nadine Krafts Weg zum Tanzen ist keiner, der sich von dem anderer Tänzer markant abheben würde: Angefangen hat sie mit Turnen beim TAV Eppertshausen, dann kamen im Fitness-Studio die ersten Kurse mit tänzerischen Bewegungen hinzu. Vielleicht wäre es sogar beim hobbymäßigen Auspowern in Studio und Diskothek geblieben, wäre sie nicht zur richtigen Zeit am richtigen Ort gewesen.

Der Ort war das Offenbacher Capitol. Ihre tänzerische Anmut und ihre Lässigkeit auf der Tanzfläche wurden von einem Scout aus der Szene beobachtet . Ehe Nadine es sich versah, sprach er sie an. Der Talentsucher war überzeugt. Bald darauf sollte sie erstmals bei der Musiksendung „The Dome“ auf der Bühne stehen. „Ich wurde ins kalte Wasser geworfen, als es 1999 los ging“, erzählt Nadine und lächelt. Sie scheint das nicht zu bereuen.

Höhepunkt beim Eurovision-Song-Contest 2002

Viel Vorlauf brauchte ihre Karriere nicht. Gleich nach der Ausbildung zur Werbekauffrau ging sie mit einem Newcomer auf Deutschlandtournee. Ihn kennt heute keiner mehr. Andere Namen, mit denen Nadine schon als Tänzerin auf der Bühne stand, sind dagegen große der Szene: Yvonne Catterfeld zum Beispiel, bekannt geworden zunächst als Schauspielerin bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und später auch als gefühlvolle Sängerin. Oder aber Snap – seinen Bewegungsgaranten „Rhythm is a dancer“ erkennt beim Hören wohl fast jeder. Auch mit Captain Jack heizte sie den Massen ein.

Höhepunkt – trotz enttäuschendem Abschneiden – war aber ihr Auftritt im Background von Corinna May beim Eurovision-Song-Contest 2002 in Estland. Dort tanzte die Eppertshäuserin Millionen TV-Zuschauern in ganz Europa etwas vor.

Bis heute gibt Nadine Kraft ihr Können in eigenen Kursen weiter – und erzählt dort sicher auch die eine oder andere Promi-Geschichte. Denn sie kennt viele der Stars. Catterfeld ist „eine ganz liebe Persönlichkeit“, Tom Jones bezeichnet sie als „ganz höflich“. Schlechter kommt bei ihr Nena weg, die ihr bei einer persönlichen Begegnung negativ aufgefallen sei.

Zu knappe Outfits? „Ich bin doch kein Nummern-Girl.“

Und da war dann noch die Sache mit Lou Bega: Der fragte bei ihr an, ob sie für ihn tanzen wolle. Als deutlich wurde, welch allzu knappen Outfits Bega bei seinen Mitstreiterinnen wünschte, lehnte sie dankend ab. „Ich will ja kein Nummern-Girl werden“, sagt sie entschieden.

Nadines Vater war DJ, ihre Mutter unterstützte ihre Leidenschaft. Trotz guter Voraussetzungen ist der Erfolg der 32-Jährigen, die inzwischen von ihrer Kunst lebt, keinesfalls reine Sache der Gene: „Man braucht Willen, Fleiß, Pünktlichkeit und muss auf seinen Körper achten“, fasst sie die Anforderungen zusammen. Und da auch in der Musik wirtschaftliche Schwankungen unmittelbar bei den Gagen-Eingängen auf dem Konto zu merken sind, darf ihr neues „Zweigleisig“-Projekt durchaus nicht nur als Erweiterung ihres künstlerischen Repertoires angesehen werden, sondern auch als zusätzliche Möglichkeit des Geldverdienens.

Quelle: op-online.de

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