Naturschutz vorangebracht

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Der neue Landrat Klaus Peter Schellhaas lobte den Einsatz von Manfred Hechler. Sein Dank galt auch dessen Ehefrau Marianne. Bürgermeister Carsten Helfmann würdigte die politische Arbeit des Eppertshäusers (von rechts).

Eppertshausen - Nur 17 Tage im Amt und schon zog es den neuen Landrat Klaus Peter Schellhaas nach Eppertshausen, denn hier galt es, beim Odenwälder Abend des OWK einen engagierten Bürger auszuzeichnen: „Wandern und Naturschutz haben hier einen Namen: Manfred Hechler“, so der Politiker in seiner Laudatio. Von Jasmin Frank

Seit 1970 ist Hechler Wanderführer und Wanderwart des hiesigen Odenwaldklubs, zudem seit 20 Jahren beim Deutschen Wanderverein Mitglied im Naturschutzbeirat des Landkreises und seit 2001 Hauptnaturschutzwart des Gesamt-Odenwaldklubs. Diese Anhäufung von ehrenamtlicher Tätigkeit prädestiniert den mittlerweile zweifachen Großvater für die besondere Auszeichnung, die nur selten vergeben wird, wie Schellhaas nach der Verleihung erläutert: „In unserem Landkreis leben etwa 300.000 Menschen, etwa die Hälfte davon ist in Vereinen aktiv und nur etwa 100 Personen pro Jahr erfüllen die hohen Anforderungen, die an diese Auszeichnung geknüpft sind.

Neben Engagement im OWK in SPD aktiv

Für den frisch gebackenen Landrat ist es eine besondere Freude, den Wanderern Urkunde und Abzeichen aushändigen zu dürfen, da er selbst im Odenwaldklub engagiert ist und die beiden Männer sich aus der Vorstandsarbeit ebenso kennen, wie aus der Politik, sind sie doch in der gleichen Partei aktiv. Manfred Hechler findet nämlich ganz nebenbei auch noch Zeit, als Vorsitzender der SPD Eppertshausen zu wirken.

Ein Engagement, dass auch Bürgermeister Carsten Helfmann gerne anerkennt: „Mit deiner aktiven Arbeit - an der Eppertshäuser Demokratie und am Gemeinwesen - hast du dir in 20 Jahren als Gemeindevertreter diese besondere Auszeichnung redlich verdient.

Doch nicht Politik und Ehre stehen für den bescheidenen Naturliebhaber im Vordergrund, sondern seine Arbeit selbst, bei der er sich ebenso wie beim Wandern von seiner Frau Marianne gut unterstützt weiß. „Ich wusste bis eben nichts von dieser Auszeichnung“, erzählt Hechler, nachdem er zahlreiche Gratulationen entgegengenommen hat, „ich hatte aber schon einen kleinen Verdacht, da ich von meinen Freunden für heute Abend eine Urlaubssperre auferlegt bekommen habe. Auch wenn ich mich über die Ehrung freue, ist es mir doch viel wichtiger, auf den Naturschutz zu verweisen und vielleicht noch mehr Begeisterte zu gewinnen.“

Anlage von Streuobstwiesen vorangetrieben

Denn der überzeugte Familienmensch hat erstaunlich viel rund um die Gemeinde bewirkt: Entlang der K 183 wurde auf seine Initiative hin ein Krötenzaun errichtet, er war maßgeblich an der Entstehung zweier Biotope beteiligt, hat die Anlage von Streuobst- und Magerwiesen vorangetrieben und mit seinen Kollegen dafür gesorgt, dass ein Storchenmast und eine Vielzahl von Fledermaus- und Vogelkästen in der Eppertshäuser Gemarkung angebracht wurden.

Und damit Manfred Hechler nicht alle seine Verdienste von sich weist, kommt eilends Helmut Seitel, Forstamtsleiter und Fachwart für Naturschutz beim Deutschen Wanderverband, hinzu und lobt dessen Arbeit: „Manfred hat im Odenwaldklub den Naturschutz unheimlich weit nach vorne gebracht und die entscheidenden Schritte getan. Er informiert, organisiert und bildet fort. Aber das Wichtigste ist: Er hat sich seine Kenntnisse alle selbst angeeignet und war nicht, wie zum Beispiel ich, von Berufs wegen schon auf den Naturschutz konzentriert. Damit ist er ein Vorbild für jeden, denn wenn man an etwas Interesse hat, kann man die Dinge selbst in die Hand nehmen und viel erreichen. Jeder kann sich an neue Themen wagen.“

Das war Manfred Hechler dann aber genug der Ehre und er konnte sich wieder zu seiner Frau gesellen, mit der er den restlichen Abend als ganz „normaler“ OWKler genießen wollte.

Quelle: op-online.de

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