Eppertshausen

Neuanfang fürs Eiszeitfest mit Iglu, Après-Ski-Hits und Wolfgang Petry

Nach drei Jahren Pause ist es endlich wieder soweit: Der Gewerbeverein Eppertshausen richtet eine große Feier auf dem Berta-Pägelche-Park aus. 

Eppertshausen - Wenn auf der Getränkekarte „Doppelter Tulup“, „Eiszäpsche“ oder „Dahinschmelzer“ stehen, kann das nur eines bedeuten: In Eppertshausen ist wieder Eiszeitfest. Drei Jahre war auf dem Spielplatz in der Friedhofstraße Ruhe – ganz so wie es die SPD im Gemeindeparlament wollte, als sie durch Zufall eine Abstimmungsmehrheit hatte. Der Spielplatz, auch „Berta-Pägelche-Park“ genannt, sollte ihrer Meinung nicht zweckentfremdet werden.

Während der Gewerbeverein als Ausrichter den Beschluss mehr oder weniger akzeptierte, hatten die Genossen die Rechnung ohne Bürgermeister Carsten Helfmann gemacht: Der legte zum „Wohl der Gemeinde“ Widerspruch gegen den Parlamentsbeschluss ein – und bekam von der Kommunalaufsicht Recht. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätten sich auch die Passionsspiele und der Fronleichnamsgottesdienst einen anderen Platz suchen müssen.

„Im Prinzip fangen wir mit dem Eiszeitfest wieder bei Null an“, bezieht sich Gewerbevereinsvorsitzender Michael Wildhirt sowohl auf die längere Pause als auch auf das neue Vorstandsduo, das er mit Regina Feldmann seit wenigen Monaten bildet. Zu den Querelen sagt er nicht viel: „Politisch will ich mich nicht äußern. Man soll sich mit allen gut verstehen“, meint er diplomatisch. Eine Alternative zum Spielplatz hält er trotzdem für schwierig: „Auf dem Franz-Gruber-Platz wäre die Atmosphäre nicht vergleichbar, da das Fest an dieser Stelle geboren wurde. Deshalb soll es auch hier weitergehen.“

Über das politische Scharmützel ist mittlerweile Tauwetter hereingebrochen – Tauwetter mit gelegentlichem Regen herrschte auch am Wochenende. Trotzdem lohnte sich ein Besuch: Eine schaurig kühle Optik fand man im Festzelt vor, wo lange Eiszapfen von der Decke hingen. Die waren zwar nicht echt, vermittelten aber das Gefühl, am Polarkreis zu sein.

Frieren musste trotzdem keiner: Beide Zelte waren gut beheizt und auch das Kinder-Iglu war nicht so kalt wie der Name verhieß: Gemütliche Strohballen luden zum Zeichentrickfilmgucken ein. Alpen-Feeling kam an der Almhütte auf: Dafür sorgten Après-Ski-Hits und Wolfgang-Petry-Double.

Sogar eine eigene Währung hatte das Eiszeitfest zu bieten: den Eiszeit-Euro. Das offizielle Zahlungsmittel glich vom Aussehen eher dem Dollar und erwies sich schon deshalb als Hingucker, da sich im Zentrum ein Kopf befand, der weder Georg Washington noch Abraham Lincoln ähnelte. Mit Perücke und Brille war dies eine Gestalt, die man in der Gemeinde schon irgendwo mal gesehen hatte. Die Lösung hatten findige Eppertshäuser recht schnell parat: Peter Helfmann, ehemaliger Gewerbevereinsvorsitzender, war auf dem Schein zu erkennen. „So kommt manches alte Fastnachtsfoto Jahre später nochmal zum Einsatz“, sagt Regina Feldmann lachend. (

Michael Just)

Quelle: op-online.de

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