„Nicht sehr kreativ, aber treffend“

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Ursula Waldmann

Eppertshausen - Die Gemeinde erhält eine neue Halle, und die soll sich nicht nur optisch, sondern auch dem Namen nach von ihrem Vorläufer, der Mehrzweckhalle, unterscheiden.

Darum wurden zunächst in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses einige Vorschläge besprochen: Soll das Gebäude seiner Nutzung entsprechend auf „Sport- und Kulturhalle“ getauft werden? Ist eine historische Annäherung wünschenswert und „Babbscherhalle“ eine gelungene Namensgebung? Oder liegt eine Benennung nach dem Eppertshäuser Wappentier näher und es wird eine „Storchenhalle“ entstehen? In der Gemeindevertretersitzung wurde dann entschieden, die einst als Provisorium gewählte Bezeichnung Bürgerhalle soll bleiben. „Der Name Bürgerhalle ist schon fest bei den Menschen verankert, zudem trifft er den Sinn des Gebäudes sehr gut“, erläuterte Bürgermeister Carsten Helfmann. Deshalb wurde auch kein Ideenwettbewerb mehr für nötig befunden, da sich die meisten Einwohner ohnehin schon an den neuen Namen gewöhnt hätten. Doch wie beurteilen die zukünftigen Nutzer die Namensgebung an sich und das Auswahlverfahren, das zur Benennung geführt hat? Unsere Mitarbeiterin Jasmin Frank hat nachgefragt.

Magdalena Botschek: „Ich finde zwar, dass die neue Halle optisch nicht gut gelungen ist, denn sie ist außen viel zu dunkel gehalten, aber den Namen finde ich gut. Das Gebäude soll ja von jedem Eppertshäuser genutzt werden, ganz gleich ob Sportler oder Senior, deshalb trifft der Name Bürgerhalle den Kern der Sache.“

Thilo Hanke

Thilo Hanke: „Es ist wie immer in Eppertshausen – alles wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden. Der Name ist nicht gerade einfallsreich und sicher wäre manch einem Einwohner etwas Besseres eingefallen. Die Alternativen waren auch nicht besonders geistreich, aber hätte man uns Bürger gefragt, wäre sicher etwas Gutes dabei herausgekommen.“

Anke Fassinger: „Meiner Meinung nach hätte man einen offiziellen Aufruf machen sollen, um dann bei der Einweihungsfeier den neuen Namen zu präsentieren. Anreiz für Vorschläge hätte eine kleine Prämierung sein können. So haben wir einen Namen, der nicht von den Einwohnern selbst bestimmt wurde und wenig individuell ist, aber immer noch besser als Storchenhalle.“

Ursula Waldmann: „Hätte man die Bürger intensiver in die Namensgebung eingebunden, dann wäre sicher auch etwa Kreatives gefunden worden. Den Namen Bürgerhalle finde ich zwar nicht schlecht und besser als Babbscherhalle, obwohl meine Familie selbst zu den Babbschern gehört hat, aber was würden sich Auswärtige darunter vorstellen? Mit etwas mehr Zeit zum Nachdenken wären bestimmt viele gute Ideen aufgekommen.“

Adolf Bernert: „Die Bürgerhalle finde ich super, sowohl das Gebäude als auch den Namen. Ich habe mir das Gebäude schon mehrfach genau angesehen und es ist sehr gelungen. Die Bezeichnung passt gut zu der Nutzung und man sieht, dass die Dinge, die unser Bürgermeister und die Gemeindevertretung anpacken, Hand und Fuß haben.“

Gudrun Volk: „Mir gefällt der Name gut, auch wenn er nicht besonders einfallsreich ist. Zudem kann die Gemeindevertretung solche Beschlüsse durchaus alleine fällen, denn manchmal ist es besser, Entscheidungen souverän zu vollziehen und nicht immer alle Einwohner zu fragen, was sie gerne hätten. Dafür gibt es ja das Parlament.“

Quelle: op-online.de

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