Noch gleicht alles einer Großbaustelle

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Der Umzug in den Neubau ist in vollem Gange und die Klassenräume sind weitestgehend fertigestellt- auch wenn sie noch ein- und aufgeräumt werden müssen.

Eppertshausen - Die Sommerferien neigen sich dem Ende entgegen und zahlreiche Eltern, nicht nur aus Eppertshausen, blicken mit Sorge auf das örtliche Schulgelände, wenn sie an die Einschulung ihrer Kinder denken. Von Jasmin Frank

Denn durch den Neubau für die Sprachheilschule, den Umbau des Altbaus und die Umgestaltung des Verwaltungstraktes sieht es auf dem Areal noch immer aus wie auf einer Großbaustelle.

„Der Eindruck täuscht“, bezieht dazu Christel Fleischmann, Erster Kreisbeigeordneter und Schuldezernent, Stellung und führt aus: „Der Neubau ist so gut wie abgeschlossen und kann im Laufe der Woche bezogen werden, auch die neuen Active-Boards sind schon da. Zudem sind im Verwaltungsgebäude der Stephan-Gruber-Schule, wo im Obergeschoss die Aula der Sprachheilschule eingerichtet wird, die wichtigsten Räume betriebsbereit.“ Lediglich der Altbau hinke noch etwas hinterher, solle aber, wie einige Provisorien in den anderen Gebäuden, zeitnah und unmittelbar abgeschlossen werden.

Das Investitionsvolumen für Eppertshausens Schullandschaft beträgt rund drei Millionen Euro, wovon etwa 1,6 Millionen auf den Neubau, für die Sanierung im Altbau 685.000 und für die Mensa und den Verwaltungstrakt 714.000 Euro in die Hand genommen werden.

Die Arbeiten gehen unablässig voran, zahlreiche Arbeiter sind auf dem Gelände unterwegs und geben ihr Bestes. Von „Sommerferien“ kann für sie keine Rede sein, manch einer hat gar wochenlang jeden Samstag auf der Großbaustelle verbracht.

Wehmut und Vorfreude

„Ich sehe, was hier getan wird und gehe fest davon aus, dass alles rechtzeitig fertig wird“, bestätigt Hausmeister Rafiq Butt, der ständig auf dem Gelände unterwegs ist und stets den Überblick hat. Dennoch ist die Maßnahme für die Schulleitungen auch mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden, so verfügen beide Verwaltungen derzeit weder über Telefon noch über Internet. „Ich hoffe sehr, dass nicht nur die Klassenräume, sondern auch die Verwaltung bis zum Schulstart fertig wird, denn eine Einrichtung mit elf Klassen, etwa 115 Schülern und über 20 Lehrern ohne ein mit Telefon und Computer eingerichtetes Büro zu koordinieren, ist durchaus eine Herausforderung“, erklärt Jutta Meier, stellvertretende Schulleiterin der Sprachheilschule.

Sie hat mit ihren Lehrkräften in den vergangenen Wochen in Klein-Umstadt zusammengepackt, nun aber mit dem dortigen Standort der Schule am Amorbach abgeschlossen. „Dabei haben wir natürlich alle sowohl Wehmut als auch Vorfreude empfunden. Wir sind jedoch in Eppertshausen so herzlich aufgenommen worden, dass uns der Umzug nicht allzu schwer fällt“, erzählt sie.

Neuer Standort, neuer Name

Mit dem Standortwechsel geht auch eine Namensänderung einher: Aus der „Schule am Amorbach“ wird die „Mira-Lobe-Schule“. „Wir konnten den Amorbach ja nicht mitnehmen, und deshalb haben wir gemeinsam mit Lehrern, Eltern und Schülern nach einer neuen Bezeichnung gesucht und sind uns bei dieser Kinderbuchautorin einig geworden. Sie spricht mit ihren Werken Jungen und Mädchen verschiedenen Alters an, zudem war es uns wichtig, dass sich der Name der Schule gut aussprechen lässt“, erläutert die Pädagogin.

Ein Kind hatte gar den Namen „Wunderschule“ vorgeschlagen, weil es ein Wunder sei, auf der Schule wirklich so gut sprechen zu lernen. Und noch ein kleines Wunder: Die neue Telefonnummer für die umbenannte Sprachheilschule steht jetzt auch fest. Unter der Nummer 06071/7391090 wird man die Mira-Lobe-Schule erreichen können, sobald die Telefonanlage beider Schulen wieder ans Netz angeschlossen ist.

Während Meier und ihre Kollegin die weiteren Schritte planen, werden im Schulhof die Möbel der umziehenden Schule ausgeladen: Tische, Stühle und Schränke werden in den Neubau transportiert und knapp 600 Kisten stehen bereit, um ausgepackt zu werden. „Für die Kinder ist es eine große Umstellung hierher zu ziehen, aber da die Räume so hell und freundlich sind, wird die Schule ihnen sicher ebenso gut wie uns gefallen. Zudem wollen wir in der ersten Woche das Gebäude und Eppertshausen kennen lernen, damit sich die Schüler, die ja aus dem gesamten Landkreis zu uns kommen, hier wohl fühlen können“, so Jutta Meier.

Vorfreude in beiden Schulen

Derweil wird auch in der Stephan-Gruber-Schule das Geschehen verfolgt und Schulleiterin Marion Lehr freut sich: „Es hat sich viel getan, denn unser Verwaltungsbereich wurde komplett saniert, vom Lehrerzimmer bis zu den Toiletten und auch der Raum der betreuenden Grundschule wird bis Montag fertig sein. Zuletzt kommen dann die Mensa und die neue Außentreppe an die Reihe.“

Die erste Konferenz der beiden Schulen in dieser Woche muss zwar noch in einem Klassenraum stattfinden, doch alle Beteiligten gehen davon aus, dass noch rechtzeitig wieder regulär gearbeitet werden kann und sich die Schüler nicht ihren Weg über Kiesberge und Baggerschaufeln hinweg werden bahnen müssen.

Quelle: op-online.de

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