Noch unklar, wie tief die Jets fliegen

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Bisher ist es noch unklar, wie tief die Jets über Eppertshausen hinweg fliegen werden.

Eppertshausen - Lauter als gewohnt war es im Eppertshäuser Parlament geworden, als darum ging, Position zum Ausbau des Egelsbacher Flugplatzes zu beziehen. Von Alexander Klug

Seitdem haben sich kleine und größere Runden zusammengefunden, um über das umstrittene Thema zu sprechen – auch Bürgermeister Carsten Helfmann aus dem im Vergleich zu direkten Nachbarn des Flugplatzes wenig betroffenen Eppertshausen hat sich in Gespräche eingeklinkt. Einige Eppertshäuser hatten vor der Zunahme des Lärms durch kleine Düsenjets gewarnt, die nach einem Ausbau des Flugplatzes vermehrt über Eppertshausen fliegen würden.

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Doch sieht es mit konkreten Informationen über das Wie und Wann des Ausbaus und die Lärm-Folgen für die umliegenden Gemeinden eher mau aus. „Es liegen noch keine Ergebnisse vor“, sagt Kristina Kelek. Die Sprecherin der Deutschen Flugsicherung hebt hervor, dass es sich um ein kompliziertes Verfahren mit zahlreichen Akteuren handelt. „Wir sind in Gesprächen mit der Hessischen Flugplatz GmbH, wie der Betrieb künftig zu organisieren ist“, sagt Kristina Kelek. Dabei stünde aus Sicht der Flugsicherung kein wirtschaftliches Interesse im Vordergrund, sondern nur Sicherheit und Pünktlichkeit des Flugverkehrs.

Sie verweist auf die laufenden Gespräche zwischen „NetJets“, dem Unternehmen, das den Ausbau vorantreiben will, und den Betreibern des Frankfurter Flughafens. „Denn am Ende muss der Bedarf des Frankfurter Flughafens und des Egelsbacher Flugplatzes unter einen Hut gebracht werden“, sagt die Pressesprecherin. Dabei wolle man neben der Sicherheit des Flugverkehrs so weit als möglich auch auf Menschen und Umwelt Rücksicht nehmen. „Ziel ist es, die Gespräche noch bis Ende des Jahres abzuschließen.“ Die Eigentumsverhältnisse sind mittlerweile klar: „NetJets“ hat die Anteile von Kreis Offenbach, Stadtwerken Offenbach sowie den Langener Stadtwerken gekauft und verfügt somit über 80 Prozent der Hessischen Flugplatz GmbH – den Rest teilen sich die Kommunen Egelsbach und Langen.

„Wir versuchen, mit der Flugsicherung einen Termin hinzubekommen, damit wir Einfluss auf die künftigen Routen bekommen“,sagt Eppertshausens Rathauschef Carsten Helfmann. Die Koordinierung der Gespräche habe Rödermark übernommen. Zusammen mit anderen Eppertshäusern hatte er durch die erweiterte Start- und Landebahn negative Entwicklungen für den Ort befürchtet – dann könnten mehr und größere Flugzeuge als bisher in Egelsbach starten und landen; auch könnten zusätzliche Geschäftsflüge von Frankfurt nach Egelsbach verlegt werden.

Er will sich für einen steileren Anflug und Start der Maschinen stark machen. „Das würde eine größere Flughöhe auf dem Weg vom und zum Egelsbacher Flugplatz bedeuten“, führt der Bürgermeister aus. Doch dürften wegen des höheren Lärmpegels durch die stärkere Beschleunigung die Gemeinden vor Ort dagegen sein.

Quelle: op-online.de

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