In guten wie in schlechten Zeiten

OFC-Fanclub feiert 50-jähriges Bestehen: Steuernagel und Legenden kommen

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Ein Foto aus den Anfangsjahren: Der OFC-Fanclub Eppertshausen 1970 bei einer Auswärtsfahrt nach Saarbrücken.

Eppertshausen - Er ist einer der ältesten offiziellen Fußball-Fanclubs Deutschlands. „Wir gehen sogar davon aus, dass wir der älteste sind, und bis heute hat uns noch niemand korrigiert“, sagt Willi Trux.

Am Sonntag um 15 Uhr feiern die Anhänger des derzeitigen Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach mit dem aktuellen Trainer der Profis und mehreren Legenden ihr 50-jähriges Bestehen.
Zur Feier des 50-jährigen Bestehens des OFC in Eppertshausen werden nicht nur die derzeit 26 Mitglieder des OFC-Fanclubs Eppertshausen – die auch in Münster, Groß-Zimmern und Ober-Roden wohnen – auf dem TAV-Gelände an der Jahnstraße in der Erinnerung an sportlich deutlich bessere Zeiten schwelgen und über den aktuellen Werdegang ihrer Kickers diskutieren. Auch Spieler, die in den Jahren 1959 und 1970 die Kickstiefel für den Traditionsverein mit der bis heute bekannt treuen und großen Anhängerschaft (in der Vorsaison pro Viertliga-Spiel im Schnitt mehr als 6 000 Zuschauer) schnürten, sind eingeladen. Sie haben bei Fanclub-Mitglied Adi Grimm teils auch schon fest zugesagt. Neben dem aktuellen Coach Daniel Steuernagel hat zum Beispiel Trainerlegende Lothar Buchmann sein Kommen angekündigt, auch die Ex-Spieler Karl Waldmann, Helmut Sattler, Siggi Gast und Freddy Schultheis (alle 1959er-Team) sowie 1970er-Kapitän Egon Schmitt. Eventuell kommt sogar Rudi Völler.

OFC-Fans wissen sofort: 1959 wurden die Offenbacher Deutscher Vizemeister, unterlagen im Finale in der Verlängerung ausgerechnet dem Erzrivalen Eintracht Frankfurt. 1970 schafften die Kickers zuvor nie Gesehenes, wurden als Zweitligist DFB-Pokalsieger – der größte Erfolg in der 117-jährigen Vereinsgeschichte.

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Zwei Jahre vor diesem Triumph gründeten Willi Trux, Karlheinz Kraus, Peter Kreher, Gerhard Grimm, Berri Grimm, Norbert Grießling, Peter Beckmann, Hans Brusch, Vincent Schrod, Günter Rickert und Peter Frank den ersten Kickers-Fanclub. „Drei von uns waren damals bei der Bundeswehr“, blickt Adi Grimm zurück. „Die hatten kein Geld.“ Also tat man sich zusammen, um trotzdem gemeinsam auch das ein oder andere Auswärtsspiel besuchen zu können.

„Das war bei den Fans damals noch selten“, erinnert sich Willi Trux. Wo heute tausende Gästeanhänger auch lange Strecken absolvieren, sei man noch in den 70ern Exot in der Fremde gewesen. So saß man einst in der Partie bei Tasmania Berlin unter gerade einmal 4 000 Zuschauern im riesigen Olympiastadion – und stellte die einzigen Gästefans dar. „Und auch wenn viele Fans von beiden Seiten im Stadion waren: Man hat nicht wie heute tausende Polizisten gebraucht.“

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Höhepunkte in der 50-jährigen Geschichte des wohl ältesten deutschen Fußball-Fanclubs seien auch für die Eppertshäuser das Pokalfinale 1970 und ein gemeinsamer Flug zu einem Aufstiegsspiel nach Berlin gewesen. In den vergangenen fünf Jahrzehnten erlebten die OFC-Fans sieben Jahre in der 1. Liga, 16 in der 2. Liga, 20 in der 3. Liga und derzeit schon das siebte Jahr (davon das fünfte in Folge) in der 4. Liga. Das Motto „In guten wie in schlechten Zeiten“ haben die OFC-Fans Eppertshausen dabei verinnerlicht: Derzeit haben 17 der 26 Mitglieder eine Dauerkarte. Auswärts heißen die Ziele statt Berlin und Hamburg derzeit Pirmasens und Balingen. Was die Eppertshäuser natürlich nicht davon abhält, ihre Kickers wann immer finanziell und zeitlich möglich zu begleiten. (jd)

Quelle: op-online.de

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