Iraker ohne Anschluss im Asyl

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Familie Gorges mit Sameran, Nenos, Mutter Maria und Vater Jamil, ganz rechts Freund Johnny Gisso, schaut sich die Unterlagen aus dem Deutschkurs an. Das Sofa dient nachts den Eltern als Bett.

Eppertshausen - In der kleinen Dachwohnung des Pfarrhauses herrscht bei den sommerlichen Außentemperaturen eine schwüle Hitze. In den beiden Zimmern wohnt seit einem Jahr eine sechsköpfige Familie aus dem Irak, die ihr neues Zuhause in der Gemeinde gefunden hat. Von Jasmin Frank

Die als Christen in ihrem Heimatland nicht gerade gerne gesehene Familie kam im Rahmen eines EU-Abkommens, bei dem insgesamt 2500 Flüchtlinge aus dem Irak von Deutschland aufgenommen werden sollen. Für Familie Gorges war es zunächst ein großes Glück bei Pfarrer Harald Christian Röper Unterschlupf zu finden, da sie so eine eigene Wohnung beziehen konnten und nicht in einer Gemeinschaftsunterkunft leben mussten.

Doch die anfängliche Begeisterung hat sich mittlerweile gelegt: Der nunmehr größte Wunsch der Eltern und der vier Kinder ist ein Umzug in eine größere Wohnung. „Hier ist alles so klein. Meine Eltern schlafen seit einem Jahr auf einem Sofa und wir, zwei Jungen und zwei Mädchen, teilen uns ein Zimmer und schlafen ohne Betten mit Matratzen auf dem Boden. Auch die Küche ist sehr eng“, erzählt der älteste Spross Nenos.

Und die Familie findet keinen Kontakt nach außen. Ein Grund für die Anschlusslosigkeit liegt sicher auch in den mangelnden Deutsch-Kenntnissen begründet. Doch dem soll jetzt abgeholfen werden: Seit kurzem wird ein Deutschkurs besucht.

Quelle: op-online.de

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