Residenz für Senioren Am Abteiwald nimmt Gestalt an

Parken am Waldrand oder in der Tiefgarage?

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Die Senioren erwartet Am Abteiwald ein Leben in ruhiger Umgebung mit viel Natur.

Eppertshausen - Noch klafft zwischen der Bayerswiese und dem Failisch eine große Lücke. Wo jetzt grüne Wiese ist, werden in ein paar Monaten schicke Häuser stehen – und nah am Waldrand auch eine Residenz für Senioren. Von Michael Just

Die Gesellschaft wird immer älter. Dem sogenannten demografischen Wandel begegnet Eppertshausen mit einer neuen Seniorenwohnanlage. Sie ist fester Bestandteil des Baugebiets Am Abteiwald, dessen Bebauungsplan in der jüngsten Gemeindevertretersitzung beschlossen wurde. „Dass dafür eine Notwendigkeit besteht, ist schon seit mehreren Jahren bekannt“, sagt Bürgermeister Carsten Helfmann. Genauso lang führt man deshalb schon Gespräche mit Investoren. Sieben bis acht Treffen erfolgten bisher. In der Vergangenheit lag denen die Schwierigkeit zugrunde, dass für das Gebiet Am Abteiwald noch keine Baureife vorlag. Dementsprechend lag für die Investoren nur eine geringe Planungssicherheit vor. Das hat sich mit den Beschlüssen der Gemeindevertreter im Oktober zur Straßen- und Wegeführung sowie im März zum Bebauungsplan geändert. Fortan können die Gespräche in die heiße Phase übergehen.

Auffällig: Die Vorstellungen über das anvisierte Leistungsspektrum wurden im Verlauf der Zeit stetig ausgeweitet. „Ursprünglich hatten wir nur eine seniorengerechte Wohnanlage mit Dienstleistungsangebot im Auge“, fährt der Bürgermeister fort. Durch die gestiegenen Zuschüsse bei der Tagespflege wurde diese nachträglich ins Konzept aufgenommen. Und es ging noch weiter: Mit einem vollstationären Pflegeangebot entschloss man sich, auch diesem Bedarf gerecht zu werden. „Damit kommen wir dem Wunsch vieler Senioren nach, die im Alter nur noch einmal umzuziehen wollen“, sagt Helfmann. Am Abteiwald wäre es dann so, dass die Bewohner – ganz gleich wie ihr Gesundheitszustand verläuft – ihr Domizil nicht mehr verlassen müssten. Selbst bei Pflegestufe 3 wäre eine Versorgung gewährleistet.

Laut Verwaltungschef hat das allumfassende Angebot, das von kleinen, noch relativ selbstständigen Wohngruppen bis hin zur höchsten Pflegestufe reicht, die Zahl der potenziellen Investoren auf drei schrumpfen lassen. Das Gelände der neuen Seniorenwohnanlage umfasst rund 6 500 Quadratmeter. Die Planung sehen bis dato ein dreistöckiges Gebäude vor. Darauf kommt noch ein sogenanntes Staffelgeschoss, dessen Höhe im Stil von Penthauswohnungen etwas geringer ausfällt. Insgesamt sollen 100 bis 120 ältere Menschen Am Abteiwald Platz finden. Die genaue Zahl ist je nach Investor beziehungsweise dem Träger der Anlage unterschiedlich. Die weitere Vorgehensweise wird so sein, dass die Gemeinde dem ausgewählten Investor Land verkauft und die gewünschten Rahmenbedingungen in einem Vertrag festlegt. Der Investor hat in der Regel schon einen Träger an der Hand, der die vereinbarte Nutzung dann umsetzt.

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Für den Bau in Eppertshausen wird ein Investitionsvolumen von zehn bis 15 Millionen Euro veranschlagt. Sobald der Investor und die genauen Leistungen feststehen, soll eine Bürgerversammlung folgen, in der sich die Eppertshäuser Senioren und deren Angehörige über Angebot und Preise informieren können. Als Streitpunkt in der Politik erwiesen sich in den letzten Monaten die Parkplätze. Während die CDU diese auf einem unbebauten Streifen am Waldrand verwirklichen will, möchte Manfred Hechler von der SPD-Fraktion die Autos unter die Erde verfrachten. Er favorisiert eine Tiefgarage. Laut Bürgermeister sei die nur schwer umzusetzen, da im Kellergeschoss bereits Lager, Küche und andere Räume geplant seien. „Eine Tiefgarage wäre mit einer Kostenexplosion verbunden. Sie würde den Bau und die Nutzung erheblich verteuern“, sagt Helfmann.

Die Erschließung des Baugebiets im Abteiwald sollte eigentlich im Spätsommer beginnen. Jetzt dürfte sich der Termin in den Herbst verschieben. Grund hierfür ist der Fund von Scherben, die „Hessen Archäologie“ gerade untersucht. Nach ersten Auswertungen wird die „Drehscheibenware“ aufgrund ihrer unterschiedlichen Stücke sowohl mit der römischen Zeit, dem Spätmittelalter als auch der frühen Neuzeit in Verbindung gebracht.

Quelle: op-online.de

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