Für die Parteibonzen gibt es nichts

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Sascha Wolf (Zweiter von links) nahm von zahlreichen Spendern die verschiedensten Sachspenden für Rumänien in Empfang.

Eppertshausen - Seit vielen Jahren sind sie nun schon auf den Beinen und arbeiten unermüdlich für den guten Zweck: Die Helfer der Projektgruppe „Casa de Copii“ der katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian bereiten derzeit den 20. Hilfstransport nach Rumänien vor. Von Jasmin Frank

„Seit 1993 waren jährlich einer, meist mehrere Lastwagen unterwegs. Insgesamt fuhren 32 Transporter mit etwa 480 Tonnen Hilfsgütern an Bord nach Rumänien. Dafür legten sie über 100 .000 Kilometer zurück“, schildert Organisator Sascha Wolf, der seit seinem Zivildienst engagiert bei der Sache ist, die Fakten. Er führt aus: „In dieser Zeit wurden über 7 500 Kartons mit Kleidung, 1 600 Fahrräder, 500 Matratzen, 300 Kinderwagen, 200 Zimmereinrichtungen und Schulmöbel für über 1 500 Schüler zu den Menschen transportiert.“ Im „Armenhaus Europas“ mangele es vor allem auf dem Land noch immer an allem. So freuten sich die Menschen auch über die gelieferten 25 Tonnen Waschpulver und tausende Flaschen Duschbad und Shampoo.

Bei dem Projekt Casa de Copii erscheinen keine Parteibonzen

Lastwagenfahrer Thomas Braun, der nicht nur beim 20. Transport wieder am Steuer sitzen wird, sondern auch die erste Tour vor fast zwei Jahrzehnten begleitet hat, weiß: „Es hat sich vieles verändert an diesem Projekt – es ist viel besser durchorganisiert, die Passagen über die Landesgrenzen hinweg sind einfacher geworden und die Menge der Sachspenden hat zugenommen. Doch eines ist gleich geblieben: Die Freude der Menschen, wenn wir die Waren vor Ort verteilen.“

Gerade das Wissen um den direkten Zugang der Bedürftigen zu den Spenden ist wichtig für die Geber, wie Toni Schreiber aus Hergershausen meint, der am Samstag im Eppertshäuser Lager der Initiative seine Spenden abgab: „Wichtig ist doch, dass nichts in irgendwelchen dubiosen Kanälen versickert. Bei dem Projekt Casa de Copii können keine Parteibonzen erscheinen und sich die besten Stücke aussuchen, denn hier wird vor Ort darauf geachtet, das alles in die richtigen Hände kommt.“

"Dinge werden über Jahre hinweg genutzt"

Das kann auch Sascha Wolf bestätigen: „In Rumänien sieht man nach Jahren noch die Fahrräder mit Aufklebern hiesiger Fahrradläden herumfahren oder Kinder mit T-Shirts der Eppertshäuser Ferienspiele herumlaufen. Wenn ich so etwas sehe, muss ich immer schmunzeln und freue mich, dass die Dinge tatsächlich über Jahre hinweg genutzt werden.“

Viel hat er schon erlebt, denn nicht allen fällt das Spenden leicht, so ist es für manchen kleinen Geber doch schwierig, sich von seinem Spielzeug zu trennen. Einmal kam es bei einem kleinen Mädchen sogar zu Tränen, so dass die Mutter entschied, die Puppe wieder mitzunehmen und sie schließlich erst ein paar Jahre später nach Rumänien abzugeben.

Große Unterstützung

„Die Bereitschaft Sachspenden zu geben, ist groß“, erklärt Wolf und erinnert sich: „Vor einigen Jahren hatten wir in der Zeitung um gebrauchte Bettwäsche und Handtücher gebeten. Eine Frau rief uns an und meinte, dass sie zwar keine Handtücher habe, aber gerne welche kaufen würde. Sie wollte wissen, wie viel wir bräuchten. Ich war erst einmal ziemlich überrascht und mir sind damals ganz spontan die 300 Heimkinder eingefallen. Eine Woche später habe ich dann 300 neue Handtücher bei ihr abgeholt.“

Geldspenden können auf das Hilfskonto bei der Volksbank Eppertshausen, Bankleitzahl 508 655 03, Kontonummer 85 197 unter dem Stichwort „Hilfstransport 2011“ eingezahlt werden.

Doch so wichtig die Decken, Taschen, Kinderliegen, Jacken und Schuhe auch sind: Die Transporte kosten einiges an Geld. Wer also zur letzten Abgabemöglichkeit am kommenden Samstagvormittag nichts beitragen kann, ist von der Projektgruppe herzlich zur finanziellen Unterstützung eingeladen.

Alle wichtigen Informationen zu dem Projekt und wie man sich daran beteiligen kann, gibt es im Pfarrbüro der Gemeinde St. Sebastian unter Telefon 06071 31500.

Quelle: op-online.de

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