Plakate 100% daneben

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Auch in Eppertshausen musste Marketingleiter Olav Lindmayer die Werbeschilder ändern, um den Verkehr nicht zu gefährden (rechts die alte Version).

Eppertshausen - Tempo 100 in der geschlossenen Ortschaft? Für manche risikofreudige Raser ein Traum, für jeden Fußgänger ein Albtraum. Von Jasmin Frank   

Doch wer in den letzten Tagen durch Orte wie Eppertshausen, Münster, Groß-Umstadt und Roßdorf fuhr und nicht genau hinsah, meinte, entsprechende Verkehrschilder gesehen zu haben. Grund dafür war die Werbung eines heimischen Fitnessstudio-Betreibers.

„Wir haben uns gar nichts Böses dabei gedacht und wollten lediglich auf unsere Angebote hinweisen, bei denen man 100 Prozent sparen kann. Weil wir eine ähnliche Werbung mal im Zusammenhang mit einer Ü 30 Party gesehen haben und sie sehr prägnant fanden, haben wir uns eine vergleichbare Marketingstrategie überlegt und eben die Zahl 100 in einem Verkehrsschild präsentiert, das allerdings auf ein Plakat gedruckt war, auf dem noch mehr Text zu lesen stand“, erläuterte Olav Lindmayer, Marketing- und Vertriebsleiter von Killer-Sports mit Sitz in Groß-Zimmern.

Noch hatte keiner das Gaspedal in der Ortschaft durchgetreten

Zwar hatte noch kein Verkehrsteilnehmer tatsächlich das Gaspedal durchgetreten und war mit doppelter Geschwindigkeit durch die kommunalen Gassen gerast, doch Polizei, Kommunen und sogar das Regierungspräsidium schritten umgehend ein. „Man muss bedenken, dass Verkehrsschilder von den Autofahrern eher im Vorbeifahren gesehen, also mit einem kurzen Blick wahrgenommen werden. Dabei werden zusätzliche Informationen wie Werbeplakate nicht immer konzentriert aufgenommen“, erläutert Wolfgang Röhrig von der Straßenverkehrsbehörde Groß-Zimmern. Er weist darauf hin, dass die Nutzung von Verkehrszeichen im Verkehrsraum zu anderen als Verkehrszwecken untersagt ist und folglich Verkehrsschilder nicht als Werbemittel genutzt werden dürfen.

„Ich habe in meiner Funktion als Untere Verkehrsbehörde des Landkreises, durch die ich die Fachaufsicht über die Kommunen habe, mit Herrn Lindmayer gesprochen, damit nicht alle Kommunen einzeln Kontakt aufnehmen müssen. Das Gespräch verlief sehr positiv und so waren keine Maßnahmen von unserer Seite nötig, da die Schilder nun rasch überklebt werden“, informierte Röhrig.

Dem von Lindmayer vertretenen Unternehmen ist durch die Aktion zwar ein Schaden von etwa 1000 Euro durch die zusätzlichen Kosten entstanden, wäre ein völliger Abbau der 240 Plakate oder eine Neudruck nötig gewesen, hätte es jedoch viel mehr Geld gekostet.

Quelle: op-online.de

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