Lohn für nachhaltige Ausbildungsarbeit im Handwerk

Preis für Bäcker-Macher

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Bäcker Jürgen Kreher mit zwei seiner Auszubildenden, Bäckerin in spe Heike Göttmann und Verkäuferin Kim Drews, sowie der Urkunde für den Baker-Maker-Award in der Eppertshäuser Backstube.

Eppertshausen - Das Bäckerhandwerk steht vor einem Fachkräftemangel. Es wird immer schwieriger, Berufsnachwuchs zu finden. Die Allgemeine Bäcker-Zeitung (ABZ) sucht seit einigen Jahren per Wettbewerb herausragende Ausbildungsbetriebe. Von Thomas Meier 

Und wurde jetzt in Eppertshausen in der Bäckerei von Jürgen Kreher fündig: 1. Platz in der Kategorie kleiner Handwerksbetrieb. Der Wettbewerb der Unternehmen um junge Talente nimmt zu. Die Zukunft des Bäckerhandwerks entscheidet sich mit der Frage: Wie gelingt es, Jugendliche in ausreichender Zahl für den Beruf zu begeistern und so zu fördern, dass sie erstklassige Bäcker und Verkäufer werden?

Die ABZ hat sich das Thema Ausbildung auf die Fahne geschrieben. Mit dem Baker-Maker-Award zeichnet sie seit 2012 jährlich Bäckereien aus, die sich mit cleveren Ideen und pfiffigen Konzepten für die Ausbildung des Branchennachwuchses einsetzen. Eine wichtige Initiative, die gute Ausbildung fördert und Top-Ausbilder als attraktive Arbeitgeber in den Mittelpunkt stellt.

Da fühlte sich Jürgen Kreher mit seinem Backbetrieb schnell berufen, als er den Ausschreibungstext im März dieses Jahres im Fachblatt las. Sorgt er sich doch seit Jahren um gute Ausbildung und somit um guten Nachwuchs für sein Handwerk.

„Ich habe in der Bewerbung um den Preis einfach mal aufgeschrieben, was unser Geschäft ausbildungstechnisch und -menschlich so geleistet hat in den vergangenen Jahren“, sagt der Münsterer, der seinen beruflichen Hauptsitz vor einigen Jahren nach Eppertshausen in die Babenhäuser Straße verlegt hat.

Und dies ist einiges, was der Bäckermeister und Ausbilder (beides seit 1996) so vorzuweisen hat. Selbst in Ausbildung gewesen von 1981 bis 1984, sorgte er seit seiner Selbstständigkeit von 1996 bis heute dafür, dass 18 Auszubildende bei ihm ein gutes Zeugnis als Verkäuferin oder Bäcker sowie Bäckerin bekamen. Allein das Backhandwerk schlossen 14 Auszubildende als Gesellen ab.

Und dass der Betrieb gut mit seinen Schutzbefohlenen umzugehen versteht, belegte Kreher bei der Bewerbung für den „Award“ damit, dass er 2006 mit Melanie Willand aus Altheim eine Landessiegerin und die Dritte bei den Bundesinnungswettbewerben stellte. 2009 wurde sein „Azubi“ Matthias Heyer aus Münster Innungssieger und Dritter im Landesvergleich.

„Bei uns wird ausgebildet, nicht ausgebeutet“, sagt Kreher, der auch regelmäßig an Schulen, auch in Münster Auf der Aue, Vorträge über die Möglichkeiten im Bäckerhandwerk hält. Er wirbt mit voller Überzeugung für seinen Berufsstand, und dies auch regelmäßig mit Erfolg. Schließlich ist er auch schon 30 Jahre im Prüfungsausschuss der heimischen Bäckerinnung.

Um bei ihm als Auszubildender unterzukommen, braucht es nicht der besten Schulnoten. Ausschlaggebend sind für den Meister auch die „weichen“ Faktoren, also wie ein junger Mensch zum Beruf, zu sich und seinem Umfeld steht. „Ein Praktikum ist viel aufschlussreicher als ein Blick in Schulzeugnisse“, sagt Kreher, der auch etliche Lehrlinge aus sogenannten „schwachen Familien“ aufnahm.

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Derzeit ist Jürgen Kreher der einzige Mann in der zehnköpfigen Bäckerei mit Verkauf, der sich bei der ABZ folgerichtig um den Preis in der Kategorie „kleiner Handwerksbetrieb mit maximal 50 Mitarbeitern“ bewarb. 20 Mitbewerber schlugen er und seine Mitstreiter aus dem Feld, am vergangenen Sonntag holte eine Delegation sich die Trophäe auf der „südback“, einer der begehrtesten und wichtigsten Trendmessen für das Bäcker- und Konditorenhandwerk in Deutschland, in Stuttgart ab. Die Preisträger haben jeweils einen Gutschein über 500 Euro sowie Eintrittskarten für den Deutschen Backkongress gewonnen. Doch das Wichtigste ist Kreher und seinem Team die Urkunde, die von der hohen Auszeichnung nun im Verkaufsladen in Eppertshausen kündet.

Quelle: op-online.de

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