Premiere rückt näher

Eppertshausen -  Wer die vergangenen Jahre in Eppertshausen auf die Kerb ging, um richtig zu feiern, der musste sich mit einer eher kleinen Festivität begnügen. Dieser Zustand kann so nicht erhalten bleiben, darüber waren sich die örtlichen Vereine und Bürgermeister Carsten Helfmann nach der Kirchweih von 2007 schnell einig, denn die Eppertshäuser sind an sich keine Kinder von Traurigkeit. Von Jasmin Frank

So wurden schon im vergangenen Jahr die Feierlichkeiten ausgeweitet: In der Mehrzweckhalle gab es am Samstagabend Live-Musik und ein DJ sorgte für Unterhaltung. Viele Vereine beteiligten sich an dem bunten Treiben mit dem Ergebnis, dass aus der gemeinsamen Kasse eine Spezialanfertigung nach Eppertshausen geliefert werden konnte: ein Spuckschutz für Kuchenbüfetts, der auf Garniturbänke passt.

Aber das war noch nicht alles, auch ein Kerbumzug wurde eingeführt, der zwar in der Region durchaus Tradition hat, aber in der Eppertshäuser Geschichte ein Novum darstellt, denn bis in die 50er-Jahre fuhr immer nur ein Festwagen mit einer Handvoll Kerbborschen vor und lieferte am Vereinszelt ein Sträußchen ab.

Kerbborschen wie es sie in anderen Gemeinden seit Generationen gibt, waren hier nicht unbedingt Brauch“, erklärt Carsten Helfmann, der aber die Idee, in diesem Jahr insbesondere die Jugend wieder auf das hiesige Fest zu locken, gut findet und mit vorantreibt. Denn nicht umsonst haben sich die Ortsvereine und die katholische Kirche das Motto „Rettet die Kerb!“ auf die Fahnen geschrieben.

Engagierte junge Leute

Dazu sprach der Verwaltungschef als erstes den engagierten Feuerwehrmann Matthias Gruber an. Der 18-Jährige war sofort begeistert und fand auch schnell Mitstreiter: Florian Lewin und Cathrin Beckmann verstärkten das Organisationsteam. Jeder der jungen Erwachsenen fand schnell eine Aufgabe. Matthias, angehender IT-Systemelektroniker, erstellte die Homepage.

Florian, der sich als Veranstaltungstechniker ausbilden lässt, sorgt für Licht und Ton auf der Kerbparty. Und Cathrin ist auf der Suche nach weiteren Jugendlichen der Jahrgänge 1989 und 1990 und schreibt diese in den nächsten Tagen an, denn für alle Interessierten findet in der als ‚Kerbkneipe' auserkorenen TAV-Gaststätte am kommenden Montag, 24. August, um 20 Uhr ein erstes Treffen statt.

Dort soll ein Logo erstellt und die Planung abgesprochen werden. Aber auch die Eltern der Heranwachsenden sind schon fest in die Aktion eingebunden. So gestaltet Marlies Gruber die Kerbpuppe und Manfred Beckmann organisiert den Kerbbaum, beides übrigens auch Neuheiten in Eppertshausen.

Für die neuen Kerbborschen und Kerbmädels ist die Veranstaltung durchaus eine Herausforderung, denn sie wollen einen Brauch einführen und dessen guten Ruf begründen – ohne ausschweifendes Feiern und übermäßigen Alkoholgenuss. Stattdessen helfen die Teens beim Aufbau, begleiten den Kerbumzug und planen sogar einen eigenen Stand in der Festhalle.

Dementsprechend fiebern alle Beteiligten dem ersten Oktoberwochenende schon heftig entgegen, an dem die Kerb in Eppertshausen alljährlich ausgerichtet wird. Besonders freut sich Cathrin Beckmann: „Ich bin an einem Kerbmontag geboren und feiere dieses Jahr meinen zwanzigsten Geburtstag auf der Kerb als Kerbmädel.“ Na, wenn das kein Grund zum mitfeiern ist.

Quelle: op-online.de

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