„Ich bin Lokalpolitiker“

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Seit 40 Jahren ist Rainer Eder ehrenamtlich in der Eppertshäuser Gemeindevertretung aktiv.  

Eppertshausen - Der Vorsitzende der Gemeindevertretung gilt gemeinhin als der erste Bürger im Ort. In Eppertshausen begleitet diese wichtige Aufgabe seit 2003 Rainer Eder. Im Parlament sitzt bereits seit November 1972:Der 68-Jährige blickt auf 40 Jahre als Vertreter für die CDU. Von Michael Just

Beim Neujahrsempfang erhält er dafür Dank und Anerkennung von der Gemeinde. „Du bist das Bindeglied zwischen Politik, Bürger und Verwaltung. Es vergeht kaum ein Tag, an dem du nicht im Rathaus bist und irgendwas zum Wohle unserer Gemeinde erledigst“, lobt Bürgermeister Carsten Helfmann.

Eder wurde kriegsbedingt in Ober-Roden geboren. Dort gab es mehr Schutzkeller als in Eppertshausen. Er arbeitete 30 Jahre lang beim Landratsamt als Angestellter. Zur Politik kam er, als er der Jungen Union beitrat. Das ist nun 50 Jahre her, so dass es quasi noch ein zweites Jubiläum zu feiern gibt. Eder hat die Arbeit als Politiker immer Spaß gemacht. „Nur bei meiner Mitarbeit im Seniorendienstleistungsverband Senio wollte ich aufgrund der vielen Probleme öfters mal hinschmeißen“, sagt er. Entspannung findet er in seinem Nutzgarten, den er mit Leidenschaft betreibt.

Er will nie etwas anderes machen

Während heute viele Gemeindevertreter sagen, dass die Parteipolitik einvernehmliche Lösungen verhindert, sieht das Eder – zumindest in Eppertshausen – genau anders herum: „In den 70er Jahren hatten wir noch die alte Politikergarde, die sich nicht grün war.“ Heute pflege man einen guten Umgang miteinander und entscheide vieles einstimmig. Auch in den Ausschüssen werde ausführlicher beraten und vorbereitet. Das gilt, wie gesagt, für Eppertshausen.

Über die Gemeindegrenzen wollte Eder nicht schauen: „Ich bin überzeugter Lokalpolitiker und wollte nie etwas anderes machen.“ Eines seiner liebsten Lokalthemen ist die Wasserversorgung. Beim Gruppenwasserwerk gehört er seit den 1980er Jahren der Verbandsversammlung an. In der dritten Periode hat er nun schon deren Vorsitz inne. Dort überwiegt ebenfalls der Konsens, was dem harmoniebedürftigen Eppertshäuser behagt.

Amtszeit hängt von der Gesundheit ab

Wie lange er sich noch politisch engagieren will, steht nicht fest. Ehefrau Lioba und den Kindern Dagmar, Christian und Stefan wäre es recht, wenn der Papa nicht mehr so lange macht. „Es hängt von der Gesundheit ab“, sagt Eder. Bei der nächsten Kommunalwahl wäre er 72. Bis dahin ist noch Zeit zum Nachdenken und für die politische Rente.

Letzteres sähe Bürgermeister Carsten Helfmann nicht so gerne. Zu sehr schätzt er die Zusammenarbeit mit seinem Freund und Kollegen. Wie Helfmann sagt, gibt es nur drei Personen, die jederzeit ohne Termin zu ihm ins Büro kommen dürfen. Das sind die beiden Pfarrer – und eben Rainer Eder.

Quelle: op-online.de

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