Raus aus Containern

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Die stellvertretende Schulleiterin Christiane Lachheb erläutert mit Landrat Klaus Peter Schellhaas und weiteren Gästen) die Veränderungen durch die Renovierung in den Klassenräumen.

Eppertshausen ‐ Was seit den Osterferien für Eppertshäuser Grundschüler schon Alltag ist, wurde gestern durch einen kleinen Festakt offiziell bekundet: Das sanierte Grundschulgebäude wurde durch Landrat Klaus Peter Schellhaas und Darmstadt-Dieburgs Schuldezernent, dem Kreisbeigeordneten Christel Fleischmann, übergeben. Von Jasmin Frank

Darüber konnte sich die stellvertretende Schulleiterin Christiane Lachheb nur freuen: „Als ich im Sommer 2009 eine E-Mail bekam, dass unser Gebäude nun saniert werden soll, dachte ich erst einmal nur daran, wie das alles zu bewerkstelligen sei. Jetzt, da wir die Bauarbeiten hinter uns haben, sind wir alle sehr glücklich über unsere neuen und schönen Räume.“

Ein vielseitiges Rahmenprogramm rundete die Übergabe der sanierten Grundschule ab, hier zeigten gestern die Kinder der ersten Klassen den mit Lehrer Roman Möllers einstudierten „Ungarischen Tanz“.

Das sehen nicht nur die Lehrkräfte so, auch die Eltern sind zufrieden. „Ich finde es positiv, dass das Land in unsere Schule investiert hat. Meine Tochter fand auch den Umzug in die Container nicht schlimm, im Gegenteil, sie hat es eher als Abenteuer angesehen“, so Martin Hug, dessen Tochter Jule die zweite Klasse der Stephan-Gruber-Schule besucht. Dass die Klassenräume vorübergehend in Container verlagert werden mussten, hatte sich zunächst schlimmer angehört, als es dann tatsächlich war. Doch die Lehrer hatten einiges an Kisten zu tragen und auch mehr Aufsicht zu leisten, da die Kinder ja eine Straße überqueren mussten, um zurück in die Schule zu gelangen. Deshalb galt ihrem Engagement der besondere Dank der Redner. Deren Ansprachen wurden aufgelockert durch ein buntes musikalisches Rahmenprogramm, das vorwiegend von Musiklehrer Roman Möllers gestaltet worden war und von einer Tanzaufführung, über eine Trommeldarbietung bis hin zur Präsentation zweier Ausschnitte aus dem Musical „Der kleine Tag“ reichte. Während die Kinder nach ihren Auftritten mit leckeren Brezeln belohnt wurden, mussten sich die Erwachsenen noch etwas gedulden, bis sie sich stärken konnten, denn zunächst wies Pfarrer Harald Christian Röper in seinem Grußwort noch auf ein aktuelles Problem in Eppertshausen hin, hatte ihm der Landrat selbst doch mit seinem Motto „kurze Beine - kurze Wege“ eine Vorlage gegeben. „Wer nimmt denn Maß an der Länge der Beine und bestimmt, welche Wege zurückgelegt werden können?“, fragte der engagierte Kirchenmann augenzwinkernd und fuhr fort: „Wie sollen wir ethisch den Kindern vermitteln, dass einige ein Busticket zur Schule erhalten und andere nicht? Wie soll bei Ungerechtigkeiten das Vertrauen in den Staat herausgebildet werden?“ Diese Thematik konnte dann bei einem Rundgang durch die sanierte Schule vertieft werden, und wurde auch gleich auf der zunächst von Landrat Schellhaas getesteten interaktiven Tafel von Elternseite verewigt. Trotz des Bezuges zur aktuellen Diskussion kam die Bewunderung der neuen Räumlichkeiten nicht zu kurz und Viertklässler Alexander Pohl fasste das allgemeine Urteil zusammen: „Ich finde es jetzt viel besser als vorher.“

Quelle: op-online.de

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