Recherche, Software und Filme an Digital-Tafel

+
Den Kindern macht der Unterricht mit der digitalen Tafel an der Wand Spaß – ein Projekt des Landkreises macht’s möglich.

Eppertshausen - (jas) „Wer will an die Tafel kommen?“, fragt Lehrerin und kommissarische Schulleiterin Christiane Lachheb ihre Schüler. Wer jetzt denkt, dass alle zur Seite schauen und sich niemand angesprochen fühlt, der irrt: Alle Hände gehen nach oben, Rufe wie: „Ich war schon so lange nicht mehr dran!“ erklingen. Die Kinder reißen sich darum, an der Tafel arbeiten zu dürfen. Was ist hier so besonders?

Die Klasse 1 b nimmt an einem Projekt des Landkreises Darmstadt-Dieburg teil, für das in diesem Jahr 250 000 Euro zur Verfügung stehen und in dessen Rahmen bereits neun Schulen mit sogenannten „Activboards“ ausgestattet wurden. Diese bestehen aus einem Computer, einem Beamer und einer interaktiven Tafel, die sowohl als Bildschirm als auch als gewohnte beschreibbare Oberfläche dienen kann.

Christiane Lachheb erläutert, dass das Aufschreiben zu Beginn nicht ganz einfach war: „Anstelle eines herkömmlichen Stiftes benutzen wir einen speziellen Stick, der nicht wirklich schreibt, sondern wie bei einem Touchscreen funktioniert.“ Für die Kinder sei die Umstellung weniger problematisch gewesen. „Sie kennen die Funktion doch von ihren Nintendos zuhause“, sagt die Lehrerin.

Wegen der vielen Möglichkeiten, die sich an der Tafel bieten, von Online-Recherchen über Filme bis zu Lernsoftware, bewerten Lehrer wie Schüler die Tafel alles in allem positiv – oder, wie Niklas Kutschera (7) urteilt: „Ganz toll und echt cool“. Da aber die Funktionsvielfalt auch ein gewisses technisches Verständnis erfordert, bietet der Landkreis mehrere Schulungen zu den Boards an, an denen auch ein Lehrer der Stefan-Gruber-Schule teilnehmen wird.

Während die Kinder im Verlauf des Unterrichts verschiedene Aufgaben an der High-Tech-Tafel lösen, verdeutlicht Christiane Lachheb eine weitere Besonderheit ihres Klassenzimmers: „Es handelt sich hier um das Entstehen eines Musterraums, bei dem es vor allem um die optimale Reinigung des Zimmers gehen soll. Dazu wurden uns vom Landkreis besondere Möbel zur Verfügung gestellt, so können beispielsweise die Stühle in den Tischen eingehängt werden. Dadurch können die Reinigungskräfte sowohl unter dem Tisch als auch auf ihm wischen, ohne die Sitzmöbel hoch- und herunter heben zu müssen.“

Dass solche Erprobungsphasen auch kleinere Nachteile in sich bergen, ist klar – doch sieht die erfahrene Lehrerin darin auch eine Chance, da sie die Unzulänglichkeiten samt Verbesserungsmöglichkeiten weiterleiten kann, wo diese Gehör finden. Auch die Kinder weisen auf ein Problem hin, so meint Hafija Seline Duganhodzic (7): „Ich finde die Tafel sehr, sehr gut, aber radieren kann man nicht.“ Lachend erwidert die Klassenlehrerin, dass das nicht an der Tafel liege, sondern an dem, der sie bedient.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare