Rund 1700 Besucher in der Bürgerhalle

Kreuzfahrt-Boom beim Erlebnistag in Eppertshausen deutlich spürbar 

Eppertshausen - Kreuzfahrten: Die Kombination aus angenehmem Luxus und der Möglichkeit, viel in kurzer Zeit zu sehen, ohne dafür andauernd umziehen zu müssen, ist momentan der Top-Trend in der Reisebranche. Von Jens Dörr

Auch Peter Scholtis vertritt diese Einschätzung. Er veranstaltete jetzt zum zweiten Mal nach 2015 in der Eppertshäuser Bürgerhalle einen Kreuzfahrt-Erlebnistag, außerdem ist er Inhaber des Anbieters marena. 18 Reedereien, darunter fast alle Branchengrößen, informierten rund 1700 Besucher über diese beliebte Reiseform.

Seit Jahren befindet sich die Kreuzfahrt in Deutschland im Aufwind. 2016 überstieg die Zahl der deutschen Kreuzfahrer erstmals die Zwei-Millionen-Marke. Dies bedeutet eine Verdreifachung binnen 15 Jahren. „Das wird sich so fortsetzen“, ist Scholtis überzeugt. Deutschland sei zwar „nicht der Nabel der Kreuzfahrt-Welt“, weil Märkte wie die USA und China absolut gesehen größer und für die Anbieter interessanter seien. Relativ zur Zahl der „kreuzfahrtfähigen Menschen“ würden die Deutschen allerdings auch auf der Hochsee wie auf dem Fluss ihrem Ruf als Reiseweltmeister gerecht. Trotzdem sagt die Statistik, dass auch hier 80 Prozent der potenziellen Interessenten noch nie eine Kreuzfahrt gemacht haben.

Peter Scholtis ist Experte in Sachen Kreuzfahrten.

Reichlich Luft nach oben ist Scholtis zufolge also noch vorhanden, was sich mit der Einschätzung fast aller Branchenkenner deckt. Zumal die Preise in den vergangenen Jahren teils sanken und längst nicht mehr unerschwinglich sind. „Mit allem Drum und Dran gibt der Deutsche pro Person etwa 1 400 Euro für eine Kreuzfahrt aus“, sagt Scholtis, der mit marena seit zehn Jahren am Markt ist und neben dem Büro in Eppertshausen weitere in Hamburg, Göttingen, Aachen, Offenburg und Füssen betreibt.

Die günstigeren Preise hingen mit den immer größeren Schiffen zusammen. So zahle ein Schiff für 1 000 Passagiere nur unwesentlich weniger Anlegekosten in den Häfen als ein doppelt so großes, das die Ausgaben dann aber auf 2 000 Personen umlegen könne. Hinter den Anschaffungskosten fürs Schiff, den Personalkosten und der Materialbeschaffung machen die Hafen- und Anlegegebühren unter den Ausgaben der Reedereien den viertgrößten Posten aus. Das weltweit größte Kreuzfahrtschiff, die „Harmony of the seas“, bietet sogar Platz für 6 360 Passagiere. Fast 2 400 Menschen arbeiten auf dem in französischen Werften gebauten, rund 1,2 Milliarden Euro teuren Koloss.

„Bei Hochsee-Kreuzfahrten werden die Leute immer jünger“, nennt Scholtis einen weiteren Trend. „Fluss-Kreuzfahrten werden hingegen weiterhin vom Publikum 60 plus gebucht.“ Im Durchschnitt reisten die Passagiere dabei neun Tage mit dem Schiff. Trendziele seien aktuell Südamerika, der Panama-Kanal und Neu-England.

Im Trend lägen auch Themenreisen wie etwa Volksmusik-, Heavy-Metal- oder Line-Dance-Kreuzfahrten. „Gay-Kreuzfahrten boomen auch unheimlich“, so Scholtis. Stars wie Udo Lindenberg oder im November dieses Jahres David Garrett laden ihre Fans ebenfalls aufs Schiff, wo sie ihren Idolen tagelang besonders nahe kommen können. Nur ein Thema, das gibt auch Peter Scholtis zu, spielt auf hoher See noch immer keine große Rolle: „Der Umweltaspekt rangiert bei den Kreuzfahrern ganz weit hinten. Da wird noch immer das schlimmste Schweröl verwendet.“

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Regent Seven Seas Cruises/dpa-tmn

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