Rettung für die Kröten

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Gesammelt in großen Plastikeimern geht es dank Odenwaldklub für die Kröten im Gruppentransport über die gefährliche Landstraße zwischen Messel und Eppertshausen.

Eppertshausen ‐ Wenn Autofahrer in diesen Tagen von Eppertshausen in Richtung Messel fahren, werden sie am Straßenrand in den Morgen- und Abendstunden immer wieder Männer und Frauen in Warnwesten sehen, die mit Eimern bewaffnet neben der Straße entlang gehen. Von Jasmin Frank

Dabei handelt es sich weder um Straßenarbeiter noch um verfrühte Pilzsammler - es sind die Helfer des Odenwaldklubs, die den Amphibien über die Straße helfen. „Schon seit den 1980er Jahren sind wir hier unterwegs, denn auf der Höhe des Naturschutzgebietes Rallenteich kreuzen besonders viele Kröten, Frösche und Molche. Wir haben hier einen Zaum gebaut, der verhindert, dass die Tiere die Straße überqueren. Wir sammeln sie dann auf und setzen sie über“, erklärt Manfred Hechler, Naturschutzwart des OWK.

Helfer Walter Reinecke hat in seinem Eimer gut 30 Kröten versammelt, die übereinander purzeln und aufeinander klettern. „Die Männchen nutzen die enge Situation und versuchen, sich den besten Platz zu ergattern - und der ist eben auf dem Rücken des Weibchens“, schmunzelt er, als er das Gewusel betrachtet. Während große Lastwagen dicht an den Männern vorbei donnern, sammeln die in aller Ruhe noch die restlichen Tiere ein, die an diesem warmen Tag aber eher in kleiner Zahl vorkommen. „Wenn wir Wanderwetter haben, kann es sein, dass wir an einem Tag 500 Exemplare vorfinden“, so Hechler. Das ideale Wetter ist für Amphibien aber ein anderes als das für Menschen, denn die Tiere bevorzugen eine möglichst feuchte Witterung. Ist es zu warm, zu kalt oder zu trocken, graben sie sich wieder ein und machen eine Pause.

Wer sich genau über die Aktion informieren möchte, kann die aktuellen Zahlen auf der Internetseite des Odenwaldklubs im Wochenbericht nachlesen.

„Jetzt haben wir für heute morgen alle gefunden und tragen die Amphibien ins Naturschutzgebiet. Dort bleiben sie einige Zeit und laichen, danach treten sie die Rückreise an. Das heißt, dass wir in einiger Zeit auf der anderen Seite der Straße mehr Tiere finden werden, die zurückgebracht werden müssen,“ erklärt Reinecke. Kaum sind die Kröten aus dem Eimer entlassen, kriechen sie davon, jedes in seine eigene Richtung. Insgesamt haben die Naturfreunde des OWK in dieser Saison schon 734 Froschlurche übergesetzt, darunter Bergmolche, Teich- und Wasserfrösche sowie Erdkröten.

Quelle: op-online.de

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