Verträge zwischen Gemeinde und Kirche

Ringen um den Hort hat ein Ende

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Nach den Ferien werden weniger Erstklasskinder in die Stephan-Gruber-Schule gehen als in den Vorjahren. Es gibt Platz für die so lange gesuchten neuen Horträumlichkeiten.

Eppertshausen - „Zukunft des Horts gesichert“ heißt es optimistisch aus dem Verwaltungsrat der katholischen Pfarrgemeinde St. Sebastian Eppertshausen. Von Thomas Meier 

Und auch Bürgermeister Carsten Helfmann bestätigt auf Nachfrage: „Die Verträge zwischen Gemeinde und Kirche sind nun unter Dach und Fach.“ Nach einem monatelangen Hickhack und viel politischem Hin und Her soll der Hort nun in Räumlichkeiten der Stephan-Gruber-Schule eingerichtet werden.

Weder das Jugendheim noch das katholische Pfarrhaus werden für den Hort benötigt. Pfarrer Harald Christian Röper kann nun wie geplant ins Erdgeschoss des Pfarrhauses einziehen.

Im Konflikt um die Trägerschaft der Kindertagesstätte St. Sebastian und des Horts ist viel Zeit vergangen. Vor einem Jahr kündigte die Gemeinde den Vertrag mit dem kirchlichen Träger im Ordinariat Mainz, weil das einstige Abkommen nicht mehr stimmte, räumliche und pädagogische Änderungen eingetreten waren. Der Vertrag wurde zum 31. Juli 2014 gekündigt, zum 1. August war für beide Seite eine neue Vereinbarung vonnöten. Bereits im Mai wurde, wie berichtet, die Kita-Frage gelöst, doch der Hort erwies sich als harter Brocken.

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Nach der vor über einem Jahr getroffenen Entscheidung, dass der Hort das Gebäude der Kita St. Sebastian zugunsten einer weiteren Krippengruppe verlassen muss, begann die langwierige Suche nach einem neuen Betreuungsraum. Laut katholischem Verwaltungsrat seien die vom Jugendamt definierten Vorgaben hoch, die Raumsuche habe sich deshalb schwierig gestaltet. Der Träger des Horts, die katholische Kirche mit St. Sebastian, habe „große Anstrengungen unternommen, den Erhalt des Horts in Eppertshausen sicherzustellen um damit dem Wunsch vieler Eltern am Ort nachzukommen“, heißt es.

Anforderungen an eine Hortbetreuung

Anfangs schaute es kurzzeitig so aus, als könne der Hort in die Mira-Lobe-Schule, der Sprachförderschule des Landkreises an der Waldstraße, einziehen. Doch die vorgesehen Naturwissenschafts-Räume entsprachen weder den gesetzlichen Anforderungen an eine Hortbetreuung noch den Vorstellungen von Elternbeirat und Kirche. So wurde geplant, den Hort für eine Übergangszeit im Jugendheim einzurichten. Nach Abschluss der laufenden Renovierungsarbeiten am Pfarrhaus sollte er dort im Erdgeschoss des Pfarrhauses, eigentlich zunächst vorgesehen als Wohnung für Pfarrer Harald Christian Röper, ein neues Zuhause erhalten. „Neben dem großen persönlichen Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter wären für den hortgerechten Ausbau des Pfarrhauses auch erhebliche finanzielle Mittel aufgewendet worden“, erinnert die Pfarrgemeinde an den Betrag von 50.000 Euro, der zumindest teilweise auch von der Gemeinde hätte aufgebracht werden sollen.

Nachdem dieser Plan von den Eltern, dem Hortpersonal, den kirchlichen Gremien und der Gemeinde Zustimmung erhalten habe, sei er dem Landrat bei dessen Kreisbereisung in Eppertshausen vorgestellt worden. „Der Landrat würdigte den Plan, stellte aber auch gleichzeitig den Umbau der Mehrzweckhalle zur Schaffung von Räumen für den Hort in unmittelbarer Nähe zur Schule in Aussicht“, so der Verwaltungsrat St. Sebastian.

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Kürzlich sei nun vom Landratsamt informiert worden, dass aufgrund der geringen Anzahl von Erstklässlern ab dem nächsten Schuljahr die Grundschule einen Klassenraum für den Hort zur Verfügung stellen könne. „Zusammen mit der Möglichkeit, ab 13 Uhr einen weiteren Raum beispielsweise für Hausaufgaben nutzen zu können, ergab sich damit eine neue Perspektive“, heißt es nun seitens der Kirche. Und abschließend: „Nachdem vom Jugendamt die Eignung der Räume für einen Hortbetrieb festgestellt wurde, haben sich alle Beteiligten für die Einrichtung des Horts in der Schule bis zur Bereitstellung von geigneten Räumen in der Mehrzweckhalle ausgesprochen. Die Trägerschaft für den Hort verbleibt bei der katholischen Kirche.“

Bürgermeister Helfmann sieht die nun gefundene Lösung als eine des Übergangs. Kreis und Kommune bemühten sich wie viele andere Schulträger in Hessen um den „Pakt für den Nachmittag“ mit Ganztangsschulen. Überall im Land besteht dazu eine enorme Nachfrage. Im Zuge der Lösungen für dieses Problem müsse auch die Hortfrage schon bald neu aufgeworfen werden.

Quelle: op-online.de

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