„Röper lebt seine Predigten vor“

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Inmitten seiner Eppertshäuser Gemeindemitglieder fühlt sich Pfarrer Röper stets am wohlsten.

Eppertshausen ‐ Seit nunmehr 35 Jahren wirkt Harald Christian Röper als katholischer Pfarrer in Eppertshausen und seine Gemeindemitglieder sind sich alle einig: „Er ist uns ein großes Vorbild!“ Von Jasmin Frank

Vielleicht liegt das auch daran, dass sich der Kirchenmann nie dem Vorwurf aussetzen wollte, den Jesus gegenüber den Schriftgelehrten erhob und an den er in seiner Festschrift erinnert: „Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.“ (Mt. 23,3f).

Dabei weiß Röper immer um die Bündel voller Sorgen und Nöte, die so manche Eppertshäuser mit sich herumtragen, ist der doch immer in engen Kontakt zu den Menschen vor Ort. „Er ist ein Seelsorger voller Engagement und Kraft“, sind sich die Gäste auf der kleinen Feier anlässlich seines Jubiläums einig. „Er predigt uns immer, auf andere Menschen zu achten und lebt uns das auch vor. Dabei ist er für alle da, ganz gleich, welche Konfession sie haben“, meint Irmlind Törner von der Kolpingfamilie.

Flüchtlingsfamilien oder Jugendliche finden Zuflucht

So lebt Röper ganz in der Gemeinde, besucht die Menschen regelmäßig und isst auch bei ihnen. So spart er die Kosten für eine Haushälterin und den Betrag, den er dafür zur Verfügung gestellt bekommt, spendet er an Bedürftige. „Herausragend ist auch, wie er sein Pfarrhaus öffnet. Immer wieder wohnen bei ihm Menschen, die nicht wissen, wohin sie sich wenden sollen, sei es eine Irakische Flüchtlingsfamilie oder seien es Jugendliche, die sich in einer schwierigen Phase befinden“, berichtet Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sheila Fuchs.

Ein solcher ehemaliger Mitbewohner ist auch auf der Jubiläums-Feier erschienen: Dennis Berninger, der sich mit Pfarrer Röper noch immer sehr verbunden fühlt. „Auch wenn ich schon lange meine eigenen Wege gehe, haben doch die gut zehn Jahre, die ich im Pfarrhaus verbracht habe, viel bei mir bewirkt. Er hat mich stets dazu angehalten, mich weiterzuentwickeln und nun schließe ich gerade mein Studium zum Wirtschaftsingenieur ab. Ich weiß nicht, ob ich ohne seine Hilfe meinen Bildungsweg so geradlinig verfolgt hätte“, erzählt der stille junge Mann.

Respekt, Bewunderung, freundschaftliche Verbundenheit

Überhaupt hat der Seelsorger einen guten Draht zur Jugend und viele der jetzt bereits erwachsenen Gäste erinnern sich schmunzelnd an früher. „Wir sind abends oft einfach so zum Fernsehschauen ins Pfarrhaus gegangen und haben dort zusammen auf dem Sofa gesessen“, meint Heidi Kramer, und Bürgermeister Carsten Helfmann entsinnt sich fröhlich einer erzieherischen Maßnahme des Pfarrers: „Wir haben ja alle gerne an den zahlreichen Freizeiten teilgenommen. Auf einer solchen Fahrt hat mich Herr Röper dabei erwischt, wie ich ein Bier trinken wollte, obwohl ich noch nicht ganz 16 Jahre alt war. Da hat er mir meinen Gerstensaft abgenommen und mir ein Glas Milch hingestellt. Das Bier hat er dann einfach selbst getrunken.“

So haben alle, die Röper ein wenig kennen, Anekdoten parat und Gemeindereferent Hermann Danz meint lachend: „Ich muss immer gut aufpassen, wenn ich abends nach Hause fahre, damit ich Herrn Pfarrer nicht am Ende einmal überfahre, wenn er in seiner dunklen Kleidung noch zwischen Kirche und Pfarrhaus pendelt.“

Am wichtigsten aber ist den Anwesenden und Röper selbst, im Alltag die Augen offen zu halten, um zu sehen, wo man anderen Menschen direkt helfen kann. „Gerade jetzt habe ich erfahren, dass die vielen polnischen Altenpflegerinnen hier in Eppertshausen keinen Raum mehr haben, in dem sie sich in ihren Mittagspausen treffen können. Da ist es nur selbstverständlich, dass wir ihnen hier ein Zimmer zur Verfügung stellen. Das ist ja auch das Gute daran, wenn man als Kirchengemeinde über mehrere Häuser verfügt: Sie sind nicht nur Kostenfaktor, sondern auch Stätten der Begegnung und der Unterstützung“, sinniert Harald Christian Röper und wendet sich schon wieder ein paar Jugendlichen zu, die gekommen sind, um ihrem Pfarrer zu gratulieren.

Und das immer mit einer Mischung aus Respekt, Bewunderung und freundschaftlicher Verbundenheit für den rührigen Kirchenmann.

Quelle: op-online.de

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