Rollende Berater im Einsatz

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Hans-Peter Kleinhanß zeigt Eppertshäuserin Paula Scharf, an welchen Stellen des Fensters Schließstifte sein sollten.

Eppertshausen - Eine Eppertshäuserin in lila T-Shirt steigt auf dem Franz-Gruber-Platz vom Fahrrad und nähert sich dem Gefährt, das einem Caravan ähnelt. Doch campieren will vor dem Rathaus niemand. Von Katharina Hempel

Das sogenannte Präventionsmobil wurde am Freitagnachmittag von der Polizei dort geparkt. Drinnen und davor beraten die Mitarbeiter zum Thema Sicherheit.

Die Fahrradfahrerin will mal gucken, was sie ihr dazu erzählen können. „Es wird ja so viel eingebrochen in letzter Zeit“, erzählt sie, „der Schwachpunkt bei uns zuhause ist die Tür, die ist schon seit 30 Jahren drin.“

Doch zunächst muss die 73-Jährige warten, bis einer der Berater fertig wird. Zirka 40 Leute waren schon vor ihr da, um sich informieren zu lassen. Zwei weitere sind gerade im Gespräch. Dass sei bisher eine ganz gute Bilanz, findet Internetexperte Michael Rühl, dafür, dass hier kein Publikumsverkehr sei.

Michael Rühl (links) gibt Tipps zum sicheren Surfen im Internet, Hauptkommissarin Simone Stock weiß über einbruchsichere Fenster und Türen Bescheid.

Die Hauptkommissare Simone Stock und Hans-Peter Kleinhanß erklären den Bürgern, wie sie die Sicherheit ihrer Fenster, Türen und Schlösser erhöhen. Auch ein wichtiger Einbruchsschutz: Darauf achten, dass das Haus nicht unbewohnt wirkt. Vor allem während der Urlaubszeit. Wie? Briefkasten regelmäßig leeren (lassen), und mit Hilfe von Zeitschaltuhren die Lampen anschalten.

An einem Stehtisch vor dem Polizeimobil unterhält sich Michael Rühl mit einem Mann mit Zwirbelbart. Rühl ist Fachberater für Internet und neue Medien und weiß, wie man Eindringlinge aus der www-Welt fern hält.

Fragen, die er häufig gestellt bekommt: Wie kann ich sicher Onlinebanking betreiben? Geht das auch bei WLAN, also dem kabellosen Netzzugang? Damit beim virtuellen Gang zur Bank nichts schief geht, rät Michael Rühl, immer die Betriebssoftware und den Virenscanner aktuell zu halten. „Es werden auch viele E-Mails versendet, in deren Anhängen sich ausführbare Dateien verstecken. Darum empfehle ich, diese nur zu öffnen, wenn man den Anhang kennt. Sonst hat man sich schnell einen Trojaner oder andere Schadsoftware eingefangen.“

Generell praktisch: Sich anmelden als Gast mit beschränkten Rechten. Dann kann auch der virtuelle Einbrecher im Ernstfall nur eingeschränkt aktiv werden. Rühl: „Die Administratorenrechte sollte man nur nutzen, um etwas zu installieren.“

Die 73-jährige Dame mit dem lila T-Shirt verlässt gerade das Mobil. Lange war sie nicht da. „Fenster- und Türenverschlüsse – das ist mir zu kompliziert. Davon verstehe ich nichts. Ich schicke meinen Sohn nochmal her“, sagt sie und steigt wieder aufs Rad.

Quelle: op-online.de

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