Schmiede für Karatemeister

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Maren Murmann und Nils Hillinger trainieren häufig in Eppertshausen gemeinsam, da sie beide in der Leistungsgruppe beim GKV Lotus sind.

Eppertshausen ‐ Hessenmeister findet man nicht allzu viele in der Region. Einer der wenigen von ihnen ist Nils Hillinger aus Messel, der beim Gesundheits- und Kampfsportvereins (GKV) Lotus Eppertshausen trainiert. Von Jasmin Frank

„Ich mache Karate schon seit etwa elf Jahren und bin seit drei Jahren in der Leistungsgruppe, in der etwas härter geübt wird und mit der wir vor Wettkämpfen zusätzlich üben“, erzählt der 16-jährige Nils. Er war im Bereich Kumite, also dem Zweikampf, schon dreimal bei den Hessenmeisterschaften mit von der Partie. Einmal erkämpfte er sich den dritten Rang und einmal den zweiten Platz im Bereich Junioren männlich unter 68 Kilogramm.

„Jetzt hat es endlich für den ersten Platz gereicht. Ich war nicht besonders aufgeregt, schließlich üben wir ja im Training auch, uns zu konzentrieren“, berichtet der Jugendliche. Wichtig ist ihm, dass Karate kein aggressiver Sport ist, denn die Kunst bei den sportlichen Auseinandersetzungen ist es, den anderen zwar an bestimmten Körperstellen zu berühren, ihm dabei jedoch keinesfalls Schmerzen zuzufügen.

Großes Ziel: Bei Detuscher Meisterschaft ganz vorne liegen

Auch seine Sportkameradin Maren Murmann, die ebenfalls in der Leistungsgruppe trainiert, sieht das so: „Für mich als Mädchen ist es zwar wichtig, mich im Notfall verteidigen zu können, aber das ist nur Nebensache. In erster Linie ist Karate ein Sport, der einen geistig und körperlich fordert.“ Die Eppertshäuserin ist bei den Hessenmeisterschaften auf den dritten Platz der Junioren weiblich über 59 Kilogramm gekommen und das, obwohl gleich zwei Missgeschicke ihren Erfolg in Frage stellten. „Zunächst musste ich sehr lange auf meine Gegnerin warten. Je länger ich auf der Kampfmatte stand, desto aufgeregter wurde ich. Und dann habe ich mir während des Wettkampfes eine Kapsel im Fußzeh angerissen, weil ich falsch aufgekommen bin. Das tat schon weh“, erklärt die ehrgeizige Jugendliche, die sich für das nächste Mal vorgenommen hat, besser zu sein und auf den ersten Platz zu kommen.

Beide Junioren haben ein großes Ziel: Im nächsten Jahr bei der Deutschen Meisterschaft ganz vorne zu liegen, denn diese wird dann von ihrem Verein ausgerichtet.

„Immer mehr Frauen machen Karate“

Mit großen Wettkämpfen kennt sich vor allem einer ihrer Trainer, Hüseyin Imam, bestens aus: Er war selbst schon mehrfach Hessen- und Deutscher Meister, zudem auch schon Europameister. Trotz der vielen Titel trainiert er wie alle anderen Übungsleiter im Verein die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ehrenamtlich.

Dennoch ist der Karatesport nicht ganz billig, was auch Nils Hillinger bestätigt. Er hat Marens Ziel, den schwarzen Gürtel zu erkämpfen, schon erreicht. „Allerdings war ich damals noch keine 16 Jahre alt, deshalb habe ich nur den schwarz-roten Gürtel erhalten. Die Prüfung für den schwarzen Gürtel könnte ich durchaus ablegen, geübt habe ich alles. Aber die Kosten sind zu hoch, 250 Euro beträgt die Gebühr über den Verband und das ist für einen Jugendlichen einfach zu viel“, kritisiert der Sportler. Auch wenn der Verein sich bei den alltäglichen Gebühren bemüht, Sportlern mit weniger Geld unter die Arme zu greifen, kann er doch nicht für alle anfallenden Kosten aufkommen.

Dennoch macht den beiden Jugendlichen ihr Sport sehr viel Spaß und Maren gibt vor allem Mädchen den Tipp, sich in der Kampfkunst einmal auszuprobieren: „Immer mehr Frauen machen Karate und vor allem auf den Wettkämpfen sind wir sehr viele. Ich kann jedem Mädchen nur raten, einfach mal herzukommen und den Sport zu testen. Karate gibt einem unheimlich viel.“

Quelle: op-online.de

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