Wer mag schon keine Pizza oder Pasta?

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Wenn Italo-Fans zusammentreffen und es auch noch Campari gibt, schwappt schnell mal die fröhliche Mentalität des „Stiefel“ -Landes auf die Eppertshäuser über.

Eppertshausen - Als Schlager-Sängerin Claudia Jung vor ein paar Jahren ihren Hit „Italienische Sehnsucht“ veröffentlichte, hätte sie das Lebensgefühl vieler Deutscher nicht besser auf den Punkt bringen können: Das süße italienische Leben, „La Dolce Vita“ – das von mediterranem Klima, der landestypischen Küche mit Pasta, Pizza und vielen Emotionen gekennzeichnet ist, spiegelt den Urlaubstraum vieler Teutonen wider. Von Michael Just

So verwundert es kaum, dass bei der „Italienischen Nacht“ auf dem Franz-Gruber-Platz wieder freie Plätze gesucht werden mussten. „Es funktioniert!“, fasste Ewald Gillner vom Partnerschaftsverein Eppertshausen-Codigoro den regen Zuspruch zusammen. Gemeinsam mit dem Restaurant „Ciao Italia“ hatte der Verein die Veranstaltung organisiert. Auf der gemischten Speisekarte fanden sich Meeresfrüchte wie gegrillte Scampi oder Tintenfisch. Spezielle italienische Weine und Mixgetränke mit Campari, dessen rote Farbe sinnbildlich für die Passion und die Leidenschaft des Festes stand, rundeten das Angebot ab.

Wer bei aller italienischer Note auf sein „deutsches“ Jägerschnitzel nicht verzichten wollte, kam auch hier zum Zug. Nur das musikalische Duo um die „Free Eagles“ hatte für den Geschmack einiger Gäste zu wenig italienische Stücke und dafür zu viel deutsche Schlager parat. In diesem Jahr war die Veranstaltung Teil des Italien-Jahres des Landkreises Darmstadt-Dieburgs. Mit zahlreichen Konzerten und Angeboten will man dabei die sieben Partnerschaften, die derzeit von Kommunen im Kreis ins EU-Nachbarland bestehen, fördern und betonen. Wer auf der Italienischen Nacht verweilte und vorher noch kein „Bella-Italia-Fan“ war, wurde dies spätestens an diesem Abend. Bei den meisten Gästen wurde auf Nachfrage schnell klar, dass man sich bereits bestens hinter dem Brenner auskennt.

Natürlich bin ich Italien-Fan“, sagt Anita Ecklebe und dreht kurz darauf beim Erzählen die Zeit um Jahre zurück, als sie kurz nach der Volljährigkeit ganz alleine mit dem Auto gen Süden aufbrach. Blutjung und ohne Geld schlief sie in ihrem Simca: „Ich hatte zwei kleine Matratzen diagonal gelegt. Das hat genau gelangt.“ Nach einer Woche Toskana mit Florenz und Pisa war bereits das Geld alle und die Rückfahrt musste angetreten werden. „Einmal habe ich mir aber ein richtig gutes Essen geleistet“, erinnert sich die Eppertshäuserin. An Italien liebt sie vor allem die Mentalität: „Die Menschen sind offen und trotzdem nicht aufdringlich.“ Und auch die italienische Küche ist ein Grund: „Gibt es jemand, der keine Pizza und Pasta mag?“, fragte sie mit einem Augenzwinkern. Mittlerweile war die Sachbearbeiterin rund ein halbes Dutzend mal in Italien, die Hälfte davon mit dem Eppertshäuser Partnerschaftsverein. Auch in Zukunft soll es nach Möglichkeit noch oft ins Land des Stiefels gehen. Ziele gäbe es reichlich: „Ich war noch nie im Süden. Bis jetzt bin ich nur bis Mittelitalien gekommen. 160 Kilometer vor Rom war Schluss.“ So wäre eine Reise nach Sardinien noch auf ihrer Wunschliste zu finden.

Quelle: op-online.de

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